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Hühnchen am heiligen Abend: Weihnachten in Japan

Der deutsche Weihnachtsmarkt bringt ein bisschen Heimatfeeling nach Japan - hier gibt es unter anderem Bratwurst und Lebkuchenherzen.

Foto: Jan Lindner

Der deutsche Weihnachtsmarkt bringt ein bisschen Heimatfeeling nach Japan - hier gibt es unter anderem Bratwurst und Lebkuchenherzen.

Kyoto.   Vieles ist anders an den japanischen Feiertagen, trotzdem wird das Fest der Liebe auch hier gefeiert – meistens mit Hühnchen am heiligen Abend.

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Aus den Geschäften tönen Weihnachtslieder und die Innenstadt wird langsam, aber sicher bereit gemacht für den Ansturm an Kunden, den die Weihnachtszeit in Japan mit sich bringt – eigentlich genauso wie in Deutschland. Da sich lediglich ein sehr kleiner Prozentsatz der japanischen Bevölkerung als Christen identifiziert, liegt der Fokus eher auf dem kommerziellen Bild von Weihnachten. Dieses wird dann noch durch eigene „japanische“ Traditionen abgewandelt, wie beispielsweise den traditionellen alljährlichen Gang zu KFC an Weihnachten.

Gebratenes Hühnchen spielt offensichtlich eine wichtige Rolle in der japanischen Weihnachtskultur. Bekannte und besonders amerikanische Marken sind hier ebenfalls allgegenwärtig und der Kitsch wird teilweise sogar noch auf eine andere Ebene gehoben: Eine Cola kann man hier in Japan nicht nur trinken, man kann auch das Etikett der Weihnachtsedition im Handumdrehen in eine weihnachtliche Schleife verwandeln.

Kaum Unterschiede zu Deutschland

Ich sehe keine wirklich großen Unterschiede zwischen dem deutschen Weihnachten und dem japanischen. Trotzdem sind die deutschen Weihnachtsbräuche auch hier in Japan sehr bekannt: In Ôsaka gibt es einen deutschen Weihnachtsmarkt, den man als durchaus authentisch bezeichnen kann: Es ist ein Platz gefüllt mit kleinen Holzbuden, an denen gebrannte Mandeln, Bratwürste und Lebkuchenherzen verkauft werden. Eine Freundin von mir hat für einen Stand gearbeitet und mir bestätigt, dass die Zutaten sogar wirklich größtenteils aus Deutschland importiert werden. Das schlägt sich einerseits im Preis nieder, andererseits schmeckt es aber auch genauso wie in Deutschland. Dieser deutsch-japanische Weihnachtsmarkt hat meine Weihnachtszeit hier definitiv versüßt.

Während man in Deutschland Weihnachten mit der Familie verbringt und Silvester oft mit Freunden oder dem Partner, findet in Japan eher das Gegenteil statt. Weihnachten wird bevorzugt mit dem Partner verbracht und gilt fast schon als eine Form von Valentinstag. An Silvester hingegen kehrt man zu seiner Familie zurück, mit der man anschließend ins neue Jahr startet.

Geschäfte geöffnet

Die Weihnachtsfeiertage sind jedoch in Japan keine nationalen Feiertage. Die Läden sind geöffnet, man arbeitet regulär weiter und geht zur Uni, beziehungsweise Schule. Auch sonstige Feiertage schlagen sich überwiegend in geänderten Öffnungszeiten nieder, viele Läden haben sogar an Silvester und Heiligabend geöffnet. Natürlich ist es bequem, immer einkaufen gehen zu können, aber an solchen besonderen Tagen würde ich mir für Japaner angenehmere und lockere Arbeitszeiten wünschen.

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