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Einzigartiger Jahreswechsel in Japan

Der Hirosawa See in Kyōto ist eingeschneit und zugefroren.

Foto: Jan Lindner

Der Hirosawa See in Kyōto ist eingeschneit und zugefroren. Foto: Jan Lindner

Kyōto   In Kyoto wird das Neujahrsfest etwas anders als in Deutschland gefeiert, mit einem besonderen TV-Programm und einem Gong, der Glück bringen soll.

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Der Jahreswechsel in Japan ist in vielen Hinsichten einzigartig und unterhaltsam. Rund um den Globus finden verschiedene Neujahrs-TV-Programme statt und Japan ist keine Ausnahme.

Während in Deutschland Jahresrückblicke ausgestrahlt werden und in den USA der sogenannte „Ball-Drop“ übertragen wird, findet Japan ganz eigene Traditionen.

TV-Programm der anderen Art

Unter anderem gibt es das sogenannte kôhaku, ein Musikevent, bei dem die verschiedensten japanischen Künstler in zwei verschiedenen Teams gegeneinander antreten – ein musikalischer Wettstreit, wenn man so möchte. Wer sich eher für Comedy interessiert, dürfte sich für gaki no tsukai begeistern können.

In diesem TV-Format finden verschiedene Herausforderungen statt, denen sich die Kandidaten stellen müssen, ohne dabei zu lachen. Wer lacht, den erwartet eine Strafe, die sowohl in einem Schlag auf den Hintern enden kann als auch in anderen Formen der Belustigung oder Demütigung. So skurril sich dieses Format auch anhören mag, es ist unterhaltsam und gleichermaßen interessant zu sehen, auf welche Art und Weise Japaner ins neue Jahr starten.

Jahreswechsel mit Gongschlägen

Das Jahr wird jedoch nicht nur durch den anschließenden Countdown begleitet, sondern wortwörtlich „eingeläutet“, denn in der Regel am 1. Januar findet der sogenannte hatsumôde statt, der traditionelle Gang zu einem Tempel, wo man unter anderem die große Tempelglocke läuten kann. Dadurch versucht man, für Gutes im neuen Jahr zu beten. Danach bekommt man ein kleines Gläschen amazake, süßer Reiswein, der von Freiwilligen des Tempels selbst hergestellt wird.

Viele japanische Geschäfte bereiten zum Neujahr Glücksbeutel vor (Glück = fuku ; Beutel = bukuro), die in den ersten Tagen nach Neujahr verkauft werden. Darin befinden sich zufällige Gegenstände und es erinnert stark an die in Deutschland verkauften Wundertüten. Neben den Festlichkeiten bietet sich außerdem ein weiteres Highlight meiner Reise – es hat geschneit.

Und als ich vor dem zugefrorenen Hirosawa See in Kyōto stehe, fühle ich mich ein bisschen an die Winter zu Hause erinnert.

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