Serie "24 Stunden"

Tobias Schermoly hat in der Stadthalle alles im Blick

Tobias Schermoly muss vieles können. Als technischer Leiter der Stadthalle Kreuztal muss er Aufbau und Ablauf von Veranstaltungen koordinieren.

Tobias Schermoly muss vieles können. Als technischer Leiter der Stadthalle Kreuztal muss er Aufbau und Ablauf von Veranstaltungen koordinieren.

Foto: Florian Adam

Kreuztal.   19 Uhr: Als technischer Leiter sorgt Tobias Schermoly für reibungslose Abläufe in der Stadthalle Kreuztal.

24-h-Südwestfalen

Reportage zum Tag der Arbeit.
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Stadhalle, 19 Uhr. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Aber auch die bedeutet Arbeit. „Das meiste ist getan“, sagt Tobias Schermoly, technischer Leiter der Halle. Ein paar Dinge sind noch zu kontrollieren, letzte Handgriffe zu erledigen – und jede Feinheit im Blick zu behalten, damit ab 20 Uhr das Konzert mit der SWR Big Band und Max Mutzke reibungslos läuft.

19.07 Uhr. „Man überlegt noch, was gemacht werden muss; guckt, ob etwas im Weg steht oder nicht schön aussieht“, sagt Schermoly. Er wirkt entspannt. Doch sein Blick schweift fortwährend durch den Raum. „Man steht scheinbar nur herum. Aber man achtet auf alles.“ Seit morgens sind er und seine Kolleginnen und Kollegen in der Halle. Ein 25-Tonner hat das Equipment für die Show angeliefert. Die SWR Big Band und Max Mutzke bringen ihr eigenes Team mit, doch Schermoly als Technischer Leiter des Hauses ist Ansprechpartner in allen Fragen und muss die einzelnen Gewerke koordinieren, damit am Abend alles pünktlich einsatzbereit ist. Ton, Licht, Bühne, alles muss stimmen. „Es ist Teamarbeit“, betont der 33-Jährige.

19.15 Uhr. „Mach mal bitte die Tür zu!“, ruft er einem Kollegen rüber. Er selbst geht an den Bühnenrand, zieht einen Vorhang in Position, geht dann rum und kontrolliert Kabel. Der Blick auf die Details ist wichtig, „damit die Leute, wenn sie reinkommen, einen Veranstaltungsraum sehen – und keine Baustelle.“ Besonderes Augenmerk liegt bei allem auf dem Thema Sicherheit.

19.20 Uhr. Ein Kollege fragt nach der Leinwand im Bühnenhintergrund. Eigentlich wird die heruntergelassen, um Werbung für weitere Veranstaltungen einzublenden, und fünf Minuten vor Beginn der Show wieder heraufgezogen. Diesmal geht das aber nicht, weil wegen der speziellen technischen Aufbauten kein Platz ist. „Man muss sehr flexibel sein“, erklärt Schermoly.

Es gibt einen Ablaufplan, den die Künstler und Ensembles ihm vorab schicken – und er ist derjenige, der die Vorgaben gemeinsam mit seinem Team mit den Gegebenheiten der Stadthalle in Einklang bringen muss. Beispielsweise sei die Bühne für eine Big Band eigentlich zu klein. Zu merken ist davon für den Zuschauer aber nichts. „Man kann kaum beschreiben, was man alles machen muss“, sagt der geprüfte Meister für Veranstaltungstechnik über seinen Job. Jede Show sei anders, jeder Auftritt habe seine Besonderheiten – und dafür gelte es, im Team Lösungen zu entwickeln: „Oft müssen wir einfach das Rad neu erfinden.“

19.25 Uhr. Der „Verfolger“ – der bewegliche Scheinwerfer – verweigert den Dienst. Schermoly checkt die Stecker, dann die Sicherungen. Kurz darauf funktioniert das Gerät wieder. „So etwas passiert meistens kurz vor Einlass“, sagt der Fachmann. Aus der Ruhe bringt ihn aber auch das nicht. Ein letzter Gang entlang der Stuhlreihen, um zu schauen, ob irgendwo etwas herumliegt und ob alle Fluchtwege passierbar sind. Passt. Die Routine hilft: „Man sieht Sachen sehr schnell.“

19.30 Uhr. Einlass. Die Saaltüren gehen auf, die ersten Zuschauer kommen herein.

19.45 Uhr. Der Saal füllt sich. Tobias Schermoly überprüft den seitlichen Notausgang. Er muss sicherstellen, dass die Tür nicht von außen zugeparkt ist. Sollte das der Fall sein, „ist der Fahrer in der Regel schnell gefunden“. Heute ist der Fluchtweg frei.

19.50 Uhr. „Überblick bewahren“, sagt der Technische Leiter, während er am Rand steht. Immer mehr Menschen strömen in den Zuschauerraum.

19.58 Uhr. „In der ersten Reihe fehlt ein Stuhl“, sagt ein Herr und zeigt seine Karte vor. Schermoly sorgt für Abhilfe. Kurz zuvor hatte er noch im Vorbeigehen die Lichtschalterversiegelung getestet – schließlich soll nicht mitten in der Show das Saallicht angehen, weil jemand an den Schalter stößt.

20.00 Uhr. Tobias Schermoly und Arbeitskollege Lukas Poppe geben sich kurz noch freundschaftlich eine Faust, wünschen sich „eine gute Show“. Dann fährt das Licht runter, der Applaus brandet auf – und das Konzert, auf das das Team den ganzen Tag über hingearbeitet hat, beginnt.

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