Soziales

Stationäre Plätze: Drei neue Pflegeheime im Siegerland nötig

Die Nachfrage nach stationären Plätzen steigt.

Die Nachfrage nach stationären Plätzen steigt.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Siegerland.  Der Bedarfsplan für die Jahre bis 2022 sieht in Siegen, Kreuztal und Freudenberg für weitere stationäre Plätze. Die Nachfrage steigt.

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Im Siegerland sollen drei weitere Pflegeheime entstehen. Der Kreis sieht in Freudenberg, Kreuztal und Siegen zusätzliche Bedarfe an stationären Plätzen. Das besagt der Pflegebedarfsplan für die Jahre 2019 bis 2022 vor, über den der Ausschuss für Soziales und Integration am Donnerstag, 5. September 2019, in öffentlicher Sitzung beraten wird.

Bedarf

Demnach besteht in Freudenberg und Kreuztal jeweils Bedarf für 80 vollstationäre sowie zehn solitäre Kurzzeitplätze. Im Raum Siegen soll eine weitere Einrichtung mit 80 vollstationären sowie 20 solitären Kurzzeitplätzen entstehen, wie der Kreis in einer Mitteilung erläutert. Der Kreis hat im Juni nach einem Ausschreibungsverfahren der Diakonischen Altenhilfe den Zuschlag für die Errichtung einer Pflegeeinrichtung mit 110 Plätzen im Bereich Sieghütte gegeben.

Grundsätze

„Die meisten älteren Menschen möchten so lange wie möglich im eigenen Zuhause wohnen bleiben. Deshalb hat es für uns oberste Priorität, diesen Wunsch wo immer möglich zu erfüllen“, betont Landrat Andreas Müller. Daher bleibe der Ausbau ambulanter Pflege- und Unterstützungsangebote eine zentrale Aufgabe. Wenn aber der Umzug in eine Pflegeeinrichtung unvermeidbar sei, „müssen auch ausreichende Plätze vorhanden sein“. Damit dies wohnortnah gewährleistet werden kann, „wollen wir mit unserer aktuellen Pflegebedarfsplanung den Weg für drei weitere Einrichtungen mit insgesamt 280 Plätzen frei machen“, fährt Andreas Müller fort. „Dabei legen wir auch besonderen Wert auf Kurzzeitpflegeplätze. Diese sind für pflegende Angehörige ein absolutes ‚Muss‘, wenn sie selbst einmal eine Auszeit brauchen.“

Zahlen

Der Pflegebedarfsplan enthält auch eine Darstellung der Entwicklungen im Bereich der stationären Pflege, heißt es weiter. Demzufolge leben derzeit in Siegen-Wittgenstein rund 2200 pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen. Rund ein Drittel davon sei nicht in der Lage, die anfallenden Kosten ganz oder teilweise selbst zu tragen. In diesem Fall springe der Kreis ein.

Kosten

Die Gesamtkosten sind dabei von 2004 bis 2016 von rund 5,8 auf 8,8 Millionen Euro gestiegen. Seit 2017 ging die Zahl der Anspruchsberechtigten von 798 auf 748 zurück. „Die Aufwendungen verringerten sich ebenfalls“, schreibt der Kreis: „um rund 1,8 Mio. Euro auf jetzt 7 Mio. Euro.“ Grund für diesen Rückgang sei das Pflegestärkungsgesetz III des Bundes. Damit erhalten Pflegebedürftige höhere Zahlungen der Pflegekassen und sind deshalb in geringerem Umfang auf Unterstützung des Kreises angewiesen.

Ländervergleich

Im Pflegebedarfsplan weist der Kreis darauf hin, dass die Kosten für einen stationären Pflegeplatz in Nordrhein-Westfalen besonders hoch seien. Durchschnittlich seien in Deutschland 1777 Euro pro Monat für einen stationären Pflegeheimplatz zahlen – in NRW 2248 Euro.

Befragung

Für die künftige Pflegebedarfsplanung möchte der Kreis nach eigenen Angaben „auf eine breitere Datenbasis zurückgreifen können“. Deshalb soll nicht nur statistisches Material genutzt werden. Zusätzlich plant der Kreis eine repräsentative Befragung der über 65-Jährigen sowie der Pflegeanbieter. Der Entwurf des Pflegebedarfsplans wird am Mittwoch, 28. August, in der Kommunalen Gesundheits-, Alter- und Pflegekonferenz vorgestellt. Der Kreistag berät am 29. September abschließend.

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