Stadtentwicklung

Stadthalle Auf der Braas: Verwaltung soll weiter planen

So sieht ein erster grober Entwurf für die mögliche neue Stadthalle aus.

So sieht ein erster grober Entwurf für die mögliche neue Stadthalle aus.

Foto: Stadt Netphen

Netphen.  Der Ausschuss für Stadtentwicklung gibt der Stadt grünes Licht, um tiefergehende Überlegungen anzustellen. Ein Gewerbegebiet steht im Fokus.

Die Georg-Heimann-Halle hat es hinter sich. Sie ist in die Jahre gekommen und müsste für rund 1,8 Millionen Euro saniert werden. Viel Geld für eine Halle, mit der sich zwar viele Netpher verbunden fühlen, bei der aber nicht nur die Verkehrsanbindung suboptimal ist. Auch die „Lärmproblematik“ bereite immer wieder Schwierigkeiten, so dass ein Abriss und Neubau an Ort und Stelle nicht infrage komme.

Die Verwaltung hat der Politik deshalb einen alternativen Vorschlag gemacht: den Neubau einer Stadthalle im Gewerbegebiet Auf der Braas. Modern, in ungewöhnlicher Ellipsen-Form und in etwa gegenüber von der Feuerwache, direkt an der Umgehungsstraße. Die beiden Übergangsheime hinter der geplanten Halle sollen verschwinden, die Straße baut der Landesbetrieb Straßenbau im kommenden Jahr aus. So ist zumindest der Plan, den die Verwaltung verfolgt.

Neubau ist vielleicht günstiger als Sanierung

Für das rund 5,4 Millionen Euro teure Projekt könnte die Stadt Städtebaufördermittel in Höhe von 70 Prozent beantragen. Wenn das klappt, würde der Eigenanteil auf 1,62 Millionen Euro schrumpfen. Sprich: Der Neubau könnte günstiger werden, als die Sanierung der alten Halle, die bereits 1961 als Kulturhalle hergerichtet wurde.

Klingt verlockend? – Der Stadtentwicklungsausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung ausgiebig über die Idee diskutiert. Das Ergebnis: Die Verwaltung soll tiefer in die Planung einsteigen und sich konkrete Gedanken darüber machen, wie die neue Stadthalle realisiert werden könnte und welche Bedürfnisse sie erfüllen muss. Dafür hat die Mehrheit der Politiker gestimmt – bei einer Gegenstimme von Tobias Glomski (Grüne) und einer Enthaltung von Günther Hachenberg (Grüne).

Georg-Heimann-Halle ist sensibles Thema

Rüdiger Bradtka (CDU) sagte aber: „Ich wäre glücklich gewesen, wenn die Verwaltung vorher mit den Vereinen gesprochen hätte.“ Immerhin sei das Thema „sehr sensibel“. „Zeiten haben sich geändert: Die Bürger wollen früher mitsprechen.“ Rainer Schild vom Tiefbauamt stellte klar: „Wir müssen die Geschichte erst einmal in Gang bringen.“ Es sei richtig, erst mit dem Gremium zu sprechen, um im Laufe der tieferen Planungen mit Vereinen zu reden. Alle Möglichkeiten seien noch offen. Das zweifelte Alexandra Wunderlich (CDU) an. Sie habe das Gefühl, dass solche Planungen in Netphen letztendlich auch so umgesetzt würden. „Wir reden doch von einem Förderantrag, oder?“, fragte sie. Bernd Wieczorek von der Verwaltung: „Es geht darum, einen Startschuss zu setzen, in welche Richtung es gehen soll. Das hat nichts mit einem Förderantrag zu tun.“

Manfred Heinz (SPD) sprach von „Folgewirkungen“, auch auf andere Hallen im Stadtgebiet. Kämmerer Hans-Georg Rosemann: „Die Halle würde der gesamten Stadt zur Verfügung stehen.“ Sollten Vereine ein spezielles Raumkonzept wünschen, müssten sie sich an Kosten beteiligen. „Sollte die Halle jemals kommen, dann könnt ihr jetzt schon sparen“, so Klaus-Peter Wilhelm (UWG).

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