Technologie

St. Marien – Krankenhaus Siegen: Operationen um die Ecke

Die Chirurgen des St. Marien-Krankenhauses bei einer Robotic-assistierten Schlüsselloch-OP

Die Chirurgen des St. Marien-Krankenhauses bei einer Robotic-assistierten Schlüsselloch-OP

Foto: Marienkrankenhaus

Siegen.  Das St. Marien-Krankenhaus wendet das Robotic-assisistierte Chirurgie-Verfahren an – jetzt auch mit abwinkelbaren Instrumenten.

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Die Robotische Chirurgie des St. Marien-Krankenhauses „hat wieder Neuland betreten“, wie es in einer Mitteilung heißt: mit den „weltweit ersten Operationen mit neuartigen abwinkelbaren Instrumenten“.

Im März 2017 wurde im St. Marien-Krankenhaus der Operationsroboter „Senhance“ vorgestellt, der „damals erste Roboter dieser Art in Deutschland“, wie den Ausführungen weiter zu entnehmen ist. Bei dem System sitzt der Operateur mit 3D-Brille an einer Steuerkonsole in leichter Entfernung vom Operationstisch und bedient dessen robotische Instrumentenarme. Das System liefert hochauflösende Bilder aus dem Bauchraum in sechsfacher Vergrößerung.

Bereits mehrere hundert Eingriffe

Schon zu diesem Zeitpunkt sei es Ziel gewesen, „Siegen einerseits als Ausbildungszentrum für die neue Technologie und andererseits als Impulsgeber für die weitere Entwicklung der Robotic-assistierten Chirurgie zu etablieren“. Mehrere hundert Eingriffe seien seitdem erfolgreich durchgeführt worden, „und insbesondere in der Fachwelt wurde das von Siegen aus gestartete Projekt überaus positiv aufgenommen“.

Fast 200 Chirurgen von etwa 50 nationalen und internationalen Kliniken, davon fast 30 ausländische Kliniken und mehr als 25 Universitätskliniken – alleine acht Universitäts- und Großkliniken aus den USA – waren inzwischen zu Gast im Ausbildungszentrum für robotische Chirurgie. Anfang 2019 wurden auch die ersten Live-Operationen aus dem Operationssaal im St. Marien-Krankenhaus in die Vereinigten Staaten übertragen.

Nun ist dem Team um Prof. Dr. med. Dietmar Stephan, Leiter der Abteilung für Minimal-invasive und robotische Chirurgie, „ein weiterer Durchbruch gelungen“, wie das Krankenhaus mitteilt. Erstmalig weltweit wurden demnach in Siegen so genannte artikulierende – das heißt abwinkelbare – Instrumente eingesetzt, die lediglich fünf Millimeter Durchmesser aufweisen. „Der Handlungsspielraum des Operateurs wird deutlich größer, wenn die Instrumente an ihrer Spitze gelenkig sind“, erklärt Prof. Stephan.

In der herkömmlichen minimal-invasiven Chirurgie könnten keine abwinkelbaren Instrumente eingesetzt werden, wie Prof. Frank Willeke ergänzt. „Das Fehlen solcher Instrumente ist ein Nachteil gegenüber der Robotic-assistierten Schlüsselloch–Chirurgie“, erläutert der Mediziner. „Dem Ziel der Schlüssellochchirurgie, möglichst kleine Einschnitte mit optimalen Operationsbedingungen zu verknüpfen, sind wir wieder ein Stück näher gekommen.“ Während in anderen Systemen die kleinsten Instrumente acht Millimeter Durchmesser aufweisen, werden schon Eingriffe mit Drei-Millimeter-Instrumenten im St. Marien-Krankenhaus durchgeführt. „Aktuell sind diese Instrumente noch nicht abwinkelbar, aber wir sehen gespannt der weiteren Entwicklung entgegen“, sagt Prof. Stephan.

Feinere Schnitte – schnellere Heilung

Der Begriff Schlüssellochchirurgie, der angesichts fast ein Zentimeter großer Einschnitte in der bisher üblichen Robotic-assistierten Chirurgie „inzwischen mehr Euphemismus denn Realität“ sei, fände nun „endlich eine Entsprechung“. Was vor 20 Jahren noch als Schlüsselloch-OP üblich war, sei heute schon in der analogen, normalen minimal invasiven OP nicht mehr Standard. „Dennoch war in der bisherigen Robotic-assistierten Chirurgie bei den abwinkelbaren Instrumenten bei acht Millimeter Durchmesser das Ende der Entwicklung“, erklärt Prof. Stephan. „So musste der Vorteil eines abwinkelbaren Instrumentes mit einem etwas größeren Schnitt als in der normalen Operation üblich ,erkauft’ werden.“ Durch feinere Schnitte verlaufe der Heilungsprozess noch schneller.

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