Adventszeit

Siegener Weihnachtsmarkt setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit

Der Weihnachtsmarkt wird – wie schon 2018 (Bild) und 2017 – wieder auf dem Schlossplatz stattfinden.

Der Weihnachtsmarkt wird – wie schon 2018 (Bild) und 2017 – wieder auf dem Schlossplatz stattfinden.

Foto: Hendrik Schulz / WP

Siegen.  Zum dritten Mal ist 3e-Märkte Veranstalter des Weihnachtsmarkts auf dem Schlossplatz in Siegen. Dabei gibt es ein paar Neuerungen.

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Der Bürgermeister macht die Sache mit der Nachhaltigkeit beim Weihnachtsmarkt schon einmal vor. Weil kein Löffel zur Hand ist, rührt Steffen Mues bei der Vorstellung der 2019er Auflage am Schlossplatz seinen Kaffee mit dem Finger um. Das passt. Ab 2020, kündigen die Siegener Veranstalter von 3e-Märkte an, sollen die Händler und Gastronomen nämlich komplett auf Plastikgeschirr verzichten – und in diesem Jahr, wenn auch noch auf freiwilliger Basis, nach Möglichkeit ebenfalls schon. Aber keine Sorge: Die Besucher müssen nicht ihre Finger nutzen, sie werden umweltfreundliche Besteck- und Geschirr-Alternativen bekommen. Eröffnung ist am Freitag, 22. November.

Neues

Der Nachhaltigkeitsvorstoß ist nicht die einzige größere Neuerung beim dritten Weihnachtsmarkt-Durchgang mit 3e-Märkte als Veranstalter. Es gibt, wie üblich, eine neue Sammeltasse, und es gibt zwei gänzlich neue Programmpunkte. Zum einen ist das der sogenannte „Tasting Abend“, zu dem sich Gäste anmelden können, um kulinarische Besonderheiten zu verkosten – etwa beim Whiskeytasting mit Thomas Vitt von „Vom Fass“. Zum anderen steht jeden Donnerstag von 18 bis 22 Uhr „Lattlschießen“ auf der wieder im Zentrum des Schlossplatzes aufgebauten Eisbahn an: ein eher in Süddeutschland bekannter Sport, der an Eisstockschießen oder Kegeln erinnert. „Wir sagen immer wieder: Komm, wir probieren mal etwas aus“, sagt Philip De Knuydt von 3e. „Es kann super ankommen. Und falls nicht, haben wir nächstes Jahr eben wieder eine andere Idee.“

Erprobtes

Natürlich setzt der Weihnachtsmarkt aber in der Hauptsache auf Bewährtes. Mehr als 70 Aussteller bieten Kunsthandwerk, Geschenkartikel, Deko, besondere Speisen und Getränke zum mitnehmen und verschenken oder zum Verzehr vor Ort an. Für die bekannte Weihnachtsbäckerei, in der Schulkinder unter fachkundiger Anleitung Plätzchen backen, sind bereits mehr als 1000 Jungen und Mädchen angemeldet. Und es gibt ein umfangreiches Bühnenprogramm, diesmal noch stärker ergänzt um Walk-Acts, die auf dem Areal unterwegs sind und die Kleinkunst mitten ins Geschehen tragen.

Gemeinsames

Nicht nur der Schlossplatz ist Schauplatz. Bürgermeister Steffen Mues spricht von einem Dreiklang, denn zusätzlich gibt es den Winterzauber der Sparkasse im Innenhof des Sieg-Carrés und das an den Wochenenden geöffnete Weihnachtsdorf in der Fissmeranlage. Dort sind, wie Thiemo Brinkmann von der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Oberstadt erläutert, in dieser 6. Runde insgesamt rund 20 Händler angekündigt. Diese werden, da die Zahl der Hütten dort geringer ist, in variierender Besetzung mitmachen, so dass Abwechselung garantiert ist.

Leuchtendes

200.000 LEDs umfasst die Winterbeleuchtung, die bereits seit einigen Tagen weitgehend in Betrieb ist und die von der Bahnhofstraße über die neuen Ufer durch die Kölner Straße, Post- und Löhrstraße bis zur Fissmeranlage die Stadt strahlen lassen wird. Hinzukommen rund 70.000 Lichter allein an den Buden auf dem Schlossplatz, wie Philip De Knuydt sagt. Der Dicke Turm, das Untere Schloss, der Turm der Nikolaikirche werden ebenfalls mit den Minilämpchen illuminiert, und das Kölner Tor erhält ein neues Banner, von der Stadtmauer zum H&M-Gebäude gespannt, das wie ein Eingangstor auf den Markt hinweisen soll, verspricht Steffen Mues.

Wirtschaftliches

Mit rund 300.000 Euro schlug die im Laufe mehrerer Jahre angeschaffte Beleuchtung zu Buche, finanziert mit Mitteln der Stadt, der ISG und aus der Städtebauförderung des Landes. „Die Anschaffung in Zusammenhang mit der Neukonzeption des Weihnachtsmarktes war eine gute Entscheidung“, sagt der Bürgermeister. Es gehe eben nicht nur um ein paar hübsche Lichteffekte, sondern um ein Ambiente mit Strahlkraft auch im übertragenen Sinne, um Besucher aus der Region und darüber hinaus nach Siegen zu locken. „Der Weihnachtsmarkt hat für die gesamte Stadt Bedeutung“, betont Steffen Mues. „Die Menschen kaufen Geschenke nach wie vor gerne in Geschäften ein. Dazu gehört ein Stadtbummel, dazu gehört auch ein Weihnachtsmarkt.“ Viele Geschäfte würden einen entscheidenden Teil ihres Jahresumsatzes in den Wochen vor Weihnachten machen, „und darum ist es auch sinnvoll, wenn eine Stadt das unterstützt.“

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