Schulen

Siegen mahnt regionale Schulentwicklungsplanung an

Für Siegener Kinder allein würden die drei Gesamtschulen ausreichen.

Für Siegener Kinder allein würden die drei Gesamtschulen ausreichen.

Foto: Florian Adam

Siegen.   Abweisung Siegener Kindern an Gesamtschulen „unhaltbarer Zustand“. Schuldezernent André Schmidt: Nachbarstädte „mauern“.

Das Anmeldeverfahren zu den weiterführenden Schulen ist abgeschlossen, das Ergebnis – so Schuldezernent André Schmidt im Schulausschuss – sei „ein eigentlich unhaltbarer Zustand“: Auch die neue, dritte städtische Gesamtschule Auf dem Schießberg ist nicht groß genug, um alle Anmeldungen anzunehmen. Insgesamt haben die 14 Eingangsklassen 372 Plätze. Die hätten für die 360 angemeldeten Siegener Kinder ausgereicht – wenn da nicht noch die 121 in der Statistik so genannten „Auswärtigen“ wären. Am Ende des Verfahrens haben 97 Kinder aus Siegen weder auf dem Giersberg noch auf dem Schießberg noch in Eiserfeld einen Platz bekommen.

Florian Kraft (Grüne) griff den von dem Schuldezernenten erneut geäußerten Vorschlag auf: „Sehr sinnvoll“ sei ein regionaler Schulentwicklungsplan für Siegen und die Umlandgemeinden. Bisher, so bedauerte Schmidt. werde da „gemauert“. André Schmidt sah auch im Bereich der Hauptschulen Handlungsbedarf: Kinder, die diese Schulform besuchen wollten, müssten bis zu 20 Kilometer Schulweg auf sich nehmen — 5. Klassen bilden im Siegerland nur noch die Achenbacher Schule und die Hauptschule in Wilnsdorf. Schuldezernent Schmidt wies auf die regionale Zusammenarbeit bei den Förderschulen hin, die „hervorragend gelungen“ sei: Siegen und Freudenberg haben Pestalozzi- und Osterbergschule in einen Verbund eingebracht, Kreuztal, Hilchenbach und Bad Laasphe Kindelsberg- und Lachsbachschule .

SPD: Zwei Gymnasien sind zu klein

Als „sehr erfreulich“ bezeichnete es Schmidt, dass die Bezirksregierung auch der Bildung von zwei Eingangsklassen am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium zugestimmt habe, obwohl dort nur 46 Kinder angemeldet sind. Dieser Auffassung mochte sich Joachim Pfeifer (SPD) nicht anschließen. Er habe Zweifel, dass ein Gymnasium mit einem so kleinen Jahrgang „funktionieren“ könne. Die von Schmidt gewünschte regionale Schulentwicklungsplanung könne dazu führen, „dass eines der Gymnasien sofort nicht mehr existieren könnte“. Gemeint war offenbar das Gymnasium Auf der Morgenröthe mit auch nur 52 Fünftklässlern, von denen 18 aus dem Nachbarkreis Altenkirchen kommen.

André Schmidt wehrte die Diskussion über die Gymnasien — am Löhrtor wurden 16 Kinder abgewiesen — ab: „Ich finde es immer schlecht, eine Schule zu schließen. Jede Schule hat mal eine schwache Phase.“

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