Neue Spielzeit

Schein-Haie und wilde Mädchen: Das Lyz in Siegen 2019/20

Programmverantwortliche und Vertreter der Sponsoren stellen im Lyz-Foyer die Spielzeit 2019/20 vor. Mit im Bild: Der Schein-Hai vom Programm-Cover. Nennen wir ihn doch „Hainer“!

Programmverantwortliche und Vertreter der Sponsoren stellen im Lyz-Foyer die Spielzeit 2019/20 vor. Mit im Bild: Der Schein-Hai vom Programm-Cover. Nennen wir ihn doch „Hainer“!

Foto: Florian Adam

Siegen.  Bekannte Namen, vielversprechende Newcomer und ein Kapitel der Stadtgeschichte: Das Lyz stellt sein Programm für die Spielzeit 2019/20 vor.

Seine eigene Version vom Wolf im Schafspelz stellt das Lyz in seiner 23. Spielzeit auf die Beine. Nur ohne Beine. Und eigentlich ist es ein Schaf im Wolfspelz: Ein Goldfisch, etwas feist, mit einer umgeschnallten Haifischflosse ziert des Cover des Programms für die Saison 2019/20. „Ein Schein-Hai“, sagt Andreas Schmidt vom Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein, der über der Oberfläche etwas ganz Anderes zu sein scheint, als sich beim tieferen Blick offenbart. Leitmotiv der Spielzeit sei „das Aufklärerische, das Aufdeckende“, sagt Andreas Schmidt. Aber keine Sorge: Das macht wie immer im Lyz viel Spaß.

Kabarett und Comedy

Was bei Kabarett in der Natur der Sache liegt, hält derzeit Einzug in andere Sparten. „Was ich schon in der vergangenen Spielzeit festgestellt habe: Dass auch der Comedy-Bereich immer mehr gesellschaftliche Fragen beleuchtet“, sagt Andreas Schmidt. Wie immer – und in allen Programmfeldern – präsentieren auf der Lyz-Bühne sowohl etablierte Größen als auch Newcomer ihre Programme. Den Anfang macht, passenderweise am Freitag, 27. September, Thomas Freitag mit „Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall“.

Eine Doppel-Dröhnung Kabarett gibt es am dritten Wochenende im November. HG. Butzko spürt am Freitag, 15. November, in „echt jetzt!“ der Machtverteilung in der Gesellschaft und den Einflussmöglichkeiten großer Konzerne nach. Dabei kommt er zu der Überzeugung, dass wesentliche Entscheidungen gar nicht von der Politik getroffen werden. Tags darauf, am 16. November, tritt Sebastian 23 unter dem Motto „Endlich erfolglos“ auf – durchaus erstrebenswert, wenn es, wie in seinem Fall, die Befreiung von der Notwendigkeit oktroyierter Selbstoptimierung und des allgemeinen Leistungszwanges bedeutet. Oder zumindest den Versuch dazu. Außerdem diesmal im Lyz dabei: Nikita Miller mit „Auf dem Weg, ein Mann zu werden“ am 29. November, Puppenspieler Michael Hatzius und seine Echse mit „Echsoterik“ am 17. Januar und Daphne de Luxe, eine der Nachfolgerinnen von Gerburg Jahnke als Moderatorin der WDR-Ladies Night mit „Comedy in Hülle und Fülle“.

Literatur

„James Bond liest Käpt’n Blaubär. Das gibt’s auch nicht alle Tage“, sagt Patrick Zöller vom Kulturbüro. Dietmar Wunder, deutsche Synchronstimme von Daniel Craig (Bond-Darsteller Nummer 6), liest am 7. Dezember aus Walter Moers’ „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“, einer von sieben Literaturterminen im Programm. Andere Highlights: Dominique Horwitz liest aus seinem zweiten Roman „Chanson d’Amour“ am 18. Januar, Lena Greiner und Carola Padtberg geben am 8. Februar Einblicke in die eigenwillige Welt von Helikopter-Eltern und Oliver Steller spricht und singt am 14. März Texte Robert Gernhardt.

Musik

Das „Metaller Geballer VIII“ mit vier Bands – Headliner sind „Revel in Flesh“ – sei eine Veranstaltung, die „auf den ersten Blick sehr martialisch daherkommt“, leitet Kulturbüro-Leiter Jens von Heyden seine Empfehlung für den 9. November ein. Aber „wer genauer hinschaut, wird auf sehr sympathische Musiker und ein sehr sympathisches Publikum treffen“. Das Publikum spielt auch am 16. Dezember eine aktive Rolle, wenn es um die die Auswahl der Siegerinnen und Sieger beim 4. Siegener Singer Songwriter Slam geht. Am 26. Januar kommt Jördis Tielsch ins Lyz, „Demon’s Eye“ zelebrieren am 20. März live das Album „Deep Purple in Rock“, dessen Veröffentlichung sich 2020 zum 50. Mal jährt.

Theater und Varieté

Die Neue Studiobühne der Universität Siegen präsentiert Anfang November an mehreren Abenden „Einer und Eine“ von Martin Heckmanns. Das Projekttheater der Uni zeigt mit „Greetchen 89ff.“ von Lutz Hübner im Januar seine 20. Produktion. Die Kleine Bühne Seelbach ist in der Spielzeit wieder dabei, diesmal mit „Drei Männer im Schnee“ im Februar. Und Drama statt Siegen steht mit „203“ von Juli Zeh“ für Anfang März im Programm.

Wildes

50 Jahre ist es am 21. Oktober her, dass der bundesweit beachtete Schülerinnenstreik im Lyzeum begann, mit dem sich die jungen Frauen gegen die rigiden Methoden der damaligen Direktorin auflehnten. „Siegens wilde Mädchen“ von Wolfgang Suttner und Cornelia Sauer erzählt die Geschichte als Revue nach, mit Spielszenen, Musik und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. „Auch ich habe das Vergnügen, mitzuwirken“, sagt Dr. Christine Tretow vom Vorstand des 1. FCKV (1. Förderclub für Kleinkunst und Varieté), der 20. Programmpunkte präsentiert. „Ich darf die böse Direktorin spielen.“

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