Jugendhilfeausschuss

Regionaler Sozialdienst soll in Wilnsdorf bleiben

Der Regionale Sozialdienst des Jugendamtes soll mit seinem Team für das südliche Kreisgebiet in Wilnsdorf bleiben.

Der Regionale Sozialdienst des Jugendamtes soll mit seinem Team für das südliche Kreisgebiet in Wilnsdorf bleiben.

Foto: Hans Blossey

Wilnsdorf/Siegen.  Der Jugendhilfeausschuss folgt einem Antrag von CDU und Grünen gegen die Zentralisierung des Regionalen Sozialdienstes.

Wilnsdorf soll Standort des Regionalen Sozialdienstes (RSD) Süd bleiben. Dafür hat sich der Jugendhilfeausschuss am Dienstag mit fünf gegen eine Stimme ausgesprochen, sechs Ausschussmitglieder enthielten sich der Stimme. CDU und Grüne hatten sich gegen eine Zusammenlegung mit dem RSD Mitte in Siegen ausgesprochen.

Kornelia Busch-Pfaffe (CDU) warb dafür, „die niedrigschwellige Erreichbarkeit in allen Kommunen aufrecht zu erhalten“. Mit einer Zentralisierung dieser Abteilung des Jugendamtes gehe die „Nähe zu den Familien verloren“. Das Argument, dass die Teams zu klein und schnell überfordert seien, wies Bernd Schneider (Grüne) zurück: Für Fälle von Kindeswohlgefährdung könne eine Task Force der Siegerländer RSD-Standorte (Wilnsdorf, Siegen, Kreuztal) gebildet werden: „Eine Möglichkeit für die Jüngeren, von den Erfahreneren zu lernen“.

Sprechstunden fast in jeder Kommune

Sozialdezernentin Helge Klinkert verwies darauf, dass die Zusammenlegung bisher nur eine Gutachter-Empfehlung sei. Im übrigen habe die Zentralisierung bereits 2008 begonnen, als der RSD Mitte von Netphen nach Siegen verlegt wurde: „Da wäre der Aufschrei besser angebracht gewesen“ Jugendamtsleiterin Pia Cimolino verwies darauf, dass der RSD – außer in Burbach - in jeder Kommune zwei Mal wöchentlich, in Freudenberg allerdings nur ein Mal wöchentlich offene Sprechstunden anbietet.

Die vier dezentralen Standorte hätten sich bewährt, fand Karl-Heinz Jungbluth (FDP): „Warum soll diese Struktur zerschlagen werden?“ Christiane Mohl (AWO) verwies auf den hoch belastenden Dienst und die sich daraus ergebende starke Fluktuation: Da könne eine zentrale Steuerung Sinn machen. „Keiner geht bei einem Verdacht durch die Kommune und klopft an die Tür, sondern er greift zum Telefon“, sagte Matthias Vitt (Caritas). Erste Anlaufstelle der Bürger sei das Rathaus ihrer Stadt, sagte Heiner Giebeler (Kreisjugendring). Wichtig sei, dass die Kommunikation zwischen Kommunalverwaltung und Jugendamt funktioniere. Eigentlich sei der RSD in der Öffentlichkeit nicht bekannt, berichtete Anke Flender (SPD): „Daran sollten wir arbeiten.“

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