Bürgerversammlung

Ortsdurchfahrt in Deuz soll bis Ende 2020 fertig sein

Die Informationen zum weiteren Ausbau der Ortsdurchfahrt sowie zur Zukunft des Hauptschulgebäudes sorgen in Deuz wieder einmal für enormes Interesse.

Die Informationen zum weiteren Ausbau der Ortsdurchfahrt sowie zur Zukunft des Hauptschulgebäudes sorgen in Deuz wieder einmal für enormes Interesse.

Foto: Michael Kunz

Deuz.  Schleichweg über Beienbacher Weg bleibt offen. Verwaltung sieht im Gebäude der Hauptschule keinen geeigneten Standort für den neuen Kindergarten.

Drei Themen sind es, die im alten Deuzer Bahnhof bei der Bürgerversammlung zur Sprache kommen. Beim ersten bleibt es ruhig, bekommt der Vortragende hinterher sogar Beifall. Danach gibt es mehr zu diskutieren und auch den einen oder anderen Unmutsruf aus dem Plenum, das den Raum bis hinten an die Theke gut ausfüllt.

Thema 1: Ortsdurchfahrt

Zu Beginn geht es um die Ortsdurchfahrt, den bevorstehenden Abschluss des ersten Bauabschnitts und den Beginn des Nachfolgeprojekts. Fachbereichsleiter Rainer Schild hofft auf eine Fertigstellung bis Ende 2020 und sieht damit das Ende ganz vorsichtig nahen. Obwohl es da nur um 460 Meter gehe, im Vergleich zu den 860 Metern des ersten Abschnitts, sei es leider nicht möglich, entsprechend schneller fertig zu werden, bedauert Schild. Im Laufe der Arbeiten an der Albert-Irle-Straße müssten auch zwei Brückenbauwerke erneuert werden, für die jeweils drei bis vier Monate, „vielleicht auch fünf“, anzusetzen seien. Aus dem Zuschauerraum kommt die Anregung, beide gleichzeitig anzugehen. Das sei unmöglich, wehrt Schild ab. Dann wären Kindergarten und Freibad für Monate nicht mehr erreichbar. Durch die getrennte Herangehensweise sei dies hingegen gesichert, wenngleich der Ort für längere Zeit in Deuz-Nord und Deuz-Süd geteilt werden müsse. Aber: „Wer eine neue Straße will, muss da einmal durch“, gibt Rainer Schild den Anwesenden mit. Und warnt noch, dass Änderungen immer eintreten könnten.

Seit Beginn der Maßnahme habe er erfahren, „dass es keinen Ortsteil gibt, in dem so viele Gerüchte entstehen, wie in Deuz“, verweist Rainer Schild auf Geschichten, dass die Baufirma pleite sei oder die Arbeiten abgebrochen würden. Um solche Dinge künftig zu vermeiden, werde es am Mittwoch, 5. Juni, erstmals ein Baustellengespräch mit kompetenten Ansprechpartnern geben, um 11 Uhr am Kreisel Kälberhof. Im Anschluss soll dieser Termin an jedem ersten Mittwoch im Monat angeboten werden. Der Hinweis auf die „Gerüchteküche“ sorgt erst für Unruhe, dann gibt es Zustimmung. Aber: „Um 11 Uhr sind die meisten Leute auf der Arbeit“, wirft ein Mann ein und wünscht sich eine andere Zeit. „Schicken Sie einen Vertreter“, rät der Fachbereichsleiter. Mittwochs um 11 Uhr seien nun einmal alle wichtigen Leute auf der Baustelle. Er wolle die Uhrzeit aber noch einmal ansprechen.

Noch wichtig: Der „Schleichweg“ über Beienbacher Weg und Heiteres Tal soll nach Beginn des zweiten Abschnittes für Pkw geöffnet bleiben. Das sei für die Anwohner und die Straße erträglich, ist Schild überzeugt.

Thema 2: Kindergarten und Hauptschule

Baudezernent Erwin Rahrbach berichtet zu den Themen Kindergartenneubau und Zukunft des Hauptschulgebäudes. Die große Nachfrage nach Betreuungsplätzen für „U3“ habe den Bau mehrerer neuer Kindergärten erforderlich gemacht. Einer ist in Deuz am Sterndill geplant. Nur dort verfüge die Stadt über ein entsprechend großes Grundstück und könne aufgrund der rechtlichen Situation auch relativ schnell mit der Umsetzung beginnen. Drumherum solle auch ein weiteres Baugebiet entstehen.

Anlieger sehen bei 30 neuen Kindergartenplätzen vor allem zweimal täglich 30 Autos, mit denen die Eltern ihre Kinder dort absetzten, „selbst wenn sie nur 500 Meter fahren müssen!“ Die Straßen seien eng, das werde zu großen Problemen führen, klagen mehrere Anwesende und steigen dabei zum Teil so sehr ins Detail ein, dass es bei anderen Teilnehmern zu Unmutsäußerungen kommt. Warum nicht am Kälberhof, fragt jemand: Dort gebe es doch zwei Privatgrundstücke in zusammen ähnlicher Größe, wird vorgeschlagen. Dort gehört nach Ansicht Rahrbachs und der Verwaltung kein Kindergarten hin. Auch nicht in die alte Hauptschule, weil neue Einrichtungen ganz andere Voraussetzungen brauchten, betont der Dezernent. Nach dem Auszug der letzten Asylbewerber will die Stadt versuchen, das Gebäude entweder zu vermarkten, „aber nicht ewig“, oder es abzureißen. Viele warnen davor, schon wieder eine Schule und damit ein Stück Geschichte abzureißen. Warum könnten nicht die Bürger investieren? Rahrbach ist „für alle Vorschläge offen“.

Thea 3: Freibadparkplatz

Schließlich geht es noch um den provisorisch bis zu einem Neubau am Freibad entstandenen DRK-Kindergarten, durch den dort zahlreiche Parkplätze weggefallen seien.

Die Kinder seien in diesem Fall wichtiger gewesen, betont Erwin Rahrbach und hofft, dass die verbliebenen Plätze für den Sommer ausreichen. Der Förderverein ist wenig begeistert.

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