Freudenberg.

Offene Jugendarbeit auf zwei Schultern verteilt

Freudenberg.  Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) wird in Freudenberg künftig breiter aufgestellt sein: Die vom Kreis Siegen-Wittgenstein genehmigten 1,5 Stellen sollen nach dem Willen der Mehrheit im Sozialausschuss zwischen Stadt und evangelischer Kirche aufgeteilt werden -- eine halbe Stelle für die Kommune, die damit weiterhin den Jugendtreff im KulTourBackes erhalten kann, die „ganze“ Stelle für den CVJM Büschergrund.

Der wiederum wird seinen seit 2011 bestehenden Jugendtreff „Chilli“, der bislang rein ehrenamtlich betrieben wird, stärken. Andererseits soll eine halbe Stelle für die aufsuchende Jugendarbeit in den Stadtteilen eingesetzt werden. Dies hatte der Kreisjugendring zur Bedingung für die Stellenzuweisung gemacht. Die CDU war dafür, dem CVJM das komplette Stellenkontingent zu überlassen, damit „mehr Spielraum“ für eine qualitative Weiterentwicklung der Jugendarbeit gegeben sei, wie Kornelia Busch-Pfaffe und Achim Loos sagten.

Arbeitsgruppe geplant

Doch SPD, Grüne und AL setzten sich mit sieben zu fünf Stimmen (bei einer Enthaltung der FDP) durch und sicherten dem Jugendtreff im Backes die bisherige personelle Ausstattung, die im wesentlichen durch Stadtjugendpfleger Bernd Meichelböck ausgefüllt wird. 0,1 Prozent sind ehrenamtlichen Mitarbeitern vorbehalten. Nach zwei Jahren soll überprüft werden, ob sich diese Konstruktion bewährt hat. Sollte dies nicht der Fall sein, sieht der Beschlussvorschlag von Ausschussvorsitzender Christiane Berlin (Grüne) vor, dass über eine andere Aufteilung der 1,5 Stellen diskutiert wird. Zudem soll eine vom Ausschuss gebildete Arbeitsgruppe den Prozess während der Anlaufzeit begleiten. Kämmerer Jörg Schrader hatte zuvor darauf hingewiesen, dass der Stadt Zuschüsse verloren gingen, wenn sie sich aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit verabschiede. Das aber, so Anke Flender (SPD), „passt nicht zu unserer Willkommenskultur für junge Familien“.

Vor der Beratung hatte Volker Peterek, der mit dem „Chilli“ betraute Kreisjugendreferent des Kirchenkreises für das Freudenberger Stadtgebiet, und Freudenbergs Fachbereichsleiter für den Sozialbereich, Olaf Smolny, jeweils ihre Konzepte vorgestellt.

Dabei betonte Smolny, dass die Stadt keine Ambitionen habe, die mobile aufsuchende Jugendarbeit zu übernehmen und dabei dem CVJM den Vortritt lassen wolle. Das spielt der ev. Kirche durchaus in die Karten, zumal sie einen Pkw-Anhänger einsetzen will, um mit ihren Angeboten vor Ort zu sein. Mit dieser Aufteilung werden beide Treffs -- „Chilli“ und Backes -- je drei Öffnungsabende pro Woche anbieten und Wochenendtage abdecken.

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