Umgestaltung

Neunkirchen will attraktive Ortsmitte mit weniger Verkehr

Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann, der zuständige Fachbereichsleiter Martin Reinschmidt, Christine Loth von der Firma Städtebau+Stadplanung, Sylvia Heinz, verantwortlich für Wirtschaftsförderung und Mobilität sowie Städtebauer Claas van der Zwaag (von rechts) mit einem Plan der Neunkirchener Ortsmitte. Hier soll sich in nächster Zeit Entscheidendes verändern.

Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann, der zuständige Fachbereichsleiter Martin Reinschmidt, Christine Loth von der Firma Städtebau+Stadplanung, Sylvia Heinz, verantwortlich für Wirtschaftsförderung und Mobilität sowie Städtebauer Claas van der Zwaag (von rechts) mit einem Plan der Neunkirchener Ortsmitte. Hier soll sich in nächster Zeit Entscheidendes verändern.

Foto: Gemeinde Neunkirchen

Neunkirchen.   Die Gemeinde Neunkirchen beginnt mit der Umgestaltung des Zentrums und beteiligt die Bürger. Die Aufenthaltsqualität steht im Fokus.

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In das Jahr des 50. Jubiläums der Großgemeinde fällt auch der Startschuss für die Umgestaltung der Ortsmitte in Neunkirchen. Der Bau- und Planungsausschuss hat jetzt die Auftragsvergabe an das Siegener Planungsbüro Loth Städtebau+Stadtplanung beschlossen. Die Planer werden die Gemeindeverwaltung bei der Erstellung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) unterstützen.

Die Ziele

Erreicht werden soll eine umfassende Entwicklung und Aufwertung der Ortsmitte. Themen wie Verkehr, Einzelhandel, Wohnraum und vor allem die Steigerung der Aufenthaltsqualität stehen hier im Fokus.

Die Ergebnisse der Verbraucherbefragung „Zentrumsmonitor 2018“, deren Daten die Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen den Kommunen zur Verfügung gestellt hat, sind für Neunkirchen hervorragend und durchweg positiv. Aber: Die Besucher des Zentrums Neunkirchen halten sich im Durchschnitt weniger im Ortskern auf, als dies in anderen Kommunen der Fall ist.

Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann zeigt sich optimistisch: „Ich bin sicher, dass es uns gemeinsam gelingt, Neunkirchen eine Ortsmitte zu geben, die attraktiv ist und Lust macht, sich hier gerne aufzuhalten.“ Seine Vision sei gekennzeichnet von weniger Verkehr, mehr Familien im Ort und gesteigerter Aufenthaltsqualität. Künftige Aktivitäten sollen unter dem Dach der Initiative „Neunkirchen handelt!“ laufen.

Die Beteiligung

Über den Sommer hinweg soll es verschiedene Beteiligungsformate geben. Wirtschaftsförderin und Mobilitätsbeauftragte Sylvia Heinz: „Die Neunkirchener haben viele tolle Ideen und sind bereit, sich vor Ort für ihren Ort einzusetzen. Eine attraktive Ortsmitte ist ein enormer Standortfaktor. Ein lebendiger, vielseitiger Einzelhandel, aber auch jeder Einzelne kann davon nur profitieren.“

Wer sich nicht persönlich einbringen kann, hat Gelegenheit, dies digital zu tun. Zuständig für den Gesamtprozess und die Entwicklung des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes ist der Fachbereich Bauen und Umwelt. Wie dessen Leiter Martin Simon Reinschmidt erläutert, wird eine digitale Karte erstellt, in die sich online-affine Bürgerinnen und Bürger mit ihren Ideen einbringen können. Daneben sollen zur besseren Darstellung im Rahmen von 3D-Modellen auch der aktuelle Bestand und die potenzielle räumliche Entwicklung visualisiert werden.

Die Schritte

Um für die Ortsmitten-Umgestaltung Städtebaufördermittel zu beantragen, ist die Erstellung des Entwicklungskonzepts notwendig. Als Teilbereich des Entwicklungskonzepts wird zusätzlich verlangt, einen so genannten Städtebaulichen Rahmenplan zu erstellen. Hier sollen Projekte und Ideen, die beispielsweise im Rahmen des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) bereits für die Gemeinde entwickelt wurden, konkreter betrachtet und weiterqualifiziert werden. Aber auch neue Überlegungen können mit eingebracht werden.

Bei der Konzepterstellung hat die Gemeinde Erfahrung: In den Jahren 2016 und 2017 hat sie bereits für die Gesamtgemeinde ein Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept erstellt. Auch dieses ist Grundlage, um Fördermittel aus dem Bereich der ländlichen Entwicklung zu generieren.

Alle Ergebnisse sollen im Herbst im Rat vorgestellt und beschlossen werden. Der nächste Schritt wird die Beantragung von Fördermitteln für die konkrete Planung und Umsetzung der entwickelten Projekte sein. „Schnell Ergebnisse zu zeigen ist uns wichtig. Trotzdem bitten wir die Bevölkerung, die Wirtschaft und den Einzelhandel auch um die nötige Geduld. Eine Ortsmitte lässt sich nicht in einem halben Jahr entwickeln und umbauen. Die Bedeutung ist immens, hier zählt Qualität statt Schnelligkeit“, erklärt Fachbereichsleiter Reinschmidt.

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