Kultur

Neunkirchen: Encantada geht frei von Ehrgeiz ins Finale

Der Chor aus Neunkirchen freut sich über den Einzug ins Finale bei „der beste Chor im Westen“

Der Chor aus Neunkirchen freut sich über den Einzug ins Finale bei „der beste Chor im Westen“

Foto: Frauenensemble Encantada

Neunkirchen.  Encantada singt am Freitag im Finale von „Der beste Chor im Westen“ um 10.000 Euro und ein Konzert mit dem WDR-Rundfunkchor in Neunkirchen

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„Wir sind mit keinerlei Erwartungen in den Wettbewerb gegangen“, verrät Verena Hucke, eine der Sängerinnen des Frauenensembles Encantada. Vom Finale sei lange keine Rede gewesen – auch nicht, als klar war, dass sie tatsächlich teilnehmen würden. Doch genau dort stehen die Neunkirchenerinnen jetzt – am Freitagabend treten sie live im WDR gegen vier andere Chöre um den Titel „Bester Chor im Westen an“. Das Finale wollen sie so angehen, wie die Runden zuvor: unvoreingenommen.

Ehrgeiz und Encantada, das passt nicht zusammen, sagt Verena Hucke. Auch jetzt nicht, nach dem großen Erfolg, den schon die Finalteilnahme bedeutet. „In der Chorszene ist das schon ein Ding“, das merke man. Von anderen Chören aus der Region erhalten die Neunkirchenerinnen viel Zuspruch und tatkräftige Unterstützung bei den Abstimmungen. Der lokale Einzelhandel unterstützt die Sängerinnen mit Aufrufen in den Läden und in den sozialen Medien, und auch Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann hat schon mehrfach per Video zum Anrufen und SMS-schicken animiert.

Unterstützung aus Neunkirchen

Wichtige Unterstützung kommt auch von den Familien, vor allem von den Männern. „Ohne die würde es gar nicht gehen“, sagt Verena Hucke. Die einen reisen mit nach Köln und leisten im Publikum moralischen Beistand. Die anderen bleiben zu Hause, um auf die noch jüngeren Kinder aufzupassen. Verena Huckes Mann hat zum Beispiel extra noch einmal Elternzeit genommen für die Zeit des Wettbewerbs.

Die familiäre Unterstützung ist grundsätzlich wichtig, um die Proben und Auftritte mit dem Alltag zu vereinen. Viele der Frauen haben kürzlich Kinder bekommen. Solche Lebensereignisse teilen die Chormitglieder, sie sind gut befreundet und unternehmen auch privat viel zusammen. Der Wettbewerb habe sie nun noch enger zusammengeschweißt, sagt Verena Hucke, „das hätten einige gar nicht für möglich gehalten“.

Anspannung im Halbfinale

Trotz aller Lockerheit war die Anspannung im Halbfinale noch einmal deutlich höher, verrät sie. Das Finale wird am selben Ort stattfinden, laut Hucke ein großer Vorteil für Encantada: „Bei uns ist es so, dass wir als Chor erst ankommen und uns an die Gegebenheiten anpassen müssen“. Das ist jetzt einfacher, da sie die Gegebenheiten bestens kennen. Die Frauen lachen viel zusammen, Chorleiterin Kristin Knautz muss sie immer wieder erden. Eine ihrer großen Stärken, sagt Hucke: „Was die Kabinenansprachen betrifft, könnte sie Jogi Löw ablösen“.

Das Finale

Im Finale (Freitag, 20.15 Uhr, live im WDR) müssen sich die fünf verbliebenen Kontrahenten zunächst mit einem Lied dem Urteil der Jury stellen. Diese wählt dann noch drei Chöre aus, die mit einem Weihnachtslied das Publikum überzeugen müssen. Die endgültige Entscheidung treffen die Zuschauer dann wieder per Anruf und SMS.

Was wäre wenn … Über einen möglichen Sieg möchten sich die Frauen immer noch keine Gedanken machen. „Wir planen das nicht, das würde nicht zu uns passen“, sagt Verena Hucke. „Es macht einfach Spaß, dass wir das gemeinsam erleben dürfen“.

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