Innovation

Nachwuchsgründer zeigen Ideen auf Siegener Weihnachtsmarkt

Jan Rebling (links) und Nils Saßmannshausen von der Uni Siegen führen ihre Erfindung live vor: Ein Lautsprecher aus Hochleistungsbeton.

Jan Rebling (links) und Nils Saßmannshausen von der Uni Siegen führen ihre Erfindung live vor: Ein Lautsprecher aus Hochleistungsbeton.

Foto: Uni Siegen

Siegen.   Das Konzept heißt Glühwein-Pitch und ist Teil des Projekts „Start-up Innovationslabor“ der Uni Siegen und der Fachhochschule Südwestfalen.

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Vor den beleuchteten Holzhütten auf dem Siegener Weihnachtsmarkt sammeln sich Menschen, um ihren Glühwein zu genießen. Auf einer kleinen Bühne stellen unterdessen fünf Gründer nacheinander den Besuchern ihre Geschäftsmodelle vor. Aus ganz Südwestfalen sind die Start-up-Vertreter angereist. „Sie fragen sich was Start-ups und Glühwein gemeinsam haben?“, fragt Moderatorin Birthe-Marie Mosen von der Uni Siegen. „Eigentlich nichts. Aber wir wollen die Ideen der Gründer in die Stadt tragen – deshalb dieser ungewöhnliche Ort.“

Das Konzept

Glühwein-Pitch heißt das Konzept. Die Veranstaltung ist Teil des Gemeinschaftsprojekts „Start-up Innovationslabor“ der Universität Siegen und der Fachhochschule Südwestfalen. Ziel für die Gründer ist es, in möglichst kurzer Zeit die Zuschauer neugierig zu machen. Das heißt: Ihre Präsentationen müssen spannend, informativ und leicht verständlich sein.

Die Teilnehmer

1.Shell4Cell: Den Anfang macht Tobias Koch von der Fachhochschule Südwestfalen. Er und sein Team haben eine Lunge für die Hosentasche entwickelt. Das ist eine kleine Vorrichtung, mit der man Luft auf Schadstoffe testen kann – egal, ob Giftgase in Kriegsgebieten oder Milzbranderreger am Flughafen. „Unsere Erfindung kann wortwörtlich Leben retten, das macht uns schon ziemlich stolz“, erzählt Tobias Koch.

2.VoltPorts: Es folgt Nils vom Brocke, der im Tisch versenkbare, smarte Steckdosen erfunden hat. Kabelsalat gebe es damit keinen mehr, sagt er. „Das besondere an meinem Produkt ist, dass es mit vielen anderen technischen Funktionen verknüpft ist. Sie können zum Beispiel ganz kabellos ihr Smartphone auf dem Tisch aufladen.“

3.Drehkolbenpumpen: Doris Korthaus hat das Thema ihrer Abschlussarbeit zur Geschäftsidee gemacht. Sie entwickelt verbesserte Versionen, die viel länger als herkömmliche Pumpen funktionieren und weniger oft auf Grund von Mängeln ausfallen.

4.Heimaquaponik: Nils Rehkop und Tobias Seifert vom Unternehmen Plantastisch stellen eine etwas exotische Erfindung vor. Ihr Produkt ist unten ein Fischtank aus Holz, oben ein grünes Kräuterbeet. Die Fische wässern und düngen das Beet, ohne dass der Hobby-Gärtner gießen muss. Ihr Start-up liefert Lösungen für einfache Pflanzenzucht in urbanen Gebieten mit dem Ziel, nachhaltig und ökologisch zu leben, ohne einen grünen Daumen zu haben.

5.Betonlautsprecher: Jan Rebling und Nils Saßmannshausen von der Uni Siegen haben ihre Erfindung gleich mitgebracht und führen sie live vor: Ein Lautsprecher aus Hochleistungsbeton. „Übliche Lautsprecher bestehen aus Material, das sich bewegt, wie zum Beispiel Plastik“, erklärt Jan Rebling. „Dadurch verzerrt der Klang. Durch Beton bekommen wir einen viel saubereren Sound, weil die Wände unbeweglich sind.“

Die Initiative

Das Gründer-Duo wird genau so wie die anderen vier Teams seit Mai 2018 vom Start-up-Innovationslabor Südwestfalen gefördert. In Workshops lernen sie zum Beispiel Themen wie Marketing, Vertrieb, Teambuilding, Finanzierung oder Geschäftsmodellierung kennen. „Besonders gut hat mir der Workshop gefallen, in dem wir über Persönlichkeitseigenschaften von Führungspersonen gesprochen haben. Das ist nicht nur für die Firma sehr relevant. Ich habe auch viel über mich selbst gelernt“, sagt Nils Saßmannshausen. Die Gründer und Gründerinnen studieren teilweise noch und stehen zum jetzigen Zeitpunkt am Anfang ihrer Unternehmerkarriere. Sie erhoffen sich von dem aus Landes- und EU-Mitteln geförderten Projekt einen deutlichen Wachstumsschub in kurzer Zeit. Das Team des Innovationslabors begleitet die GründerInnen insgesamt zwölf Monate lang auf dem Weg in die Selbstständigkeit und arbeitet mit ihnen daran, dass aus innovativen Ideen stabile Geschäftsmodelle werden.

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