Nachtwächterführungen

Mit Fackeln und Nachtwächter Bartholomäus durch Burbach

Helmut Redlich war am Wochenende als Nachtwächter in Burbach unterwegs und führte die Besucher mit Fackeln durch den beschaulichen Ort.

Foto: Jürgen Schade

Helmut Redlich war am Wochenende als Nachtwächter in Burbach unterwegs und führte die Besucher mit Fackeln durch den beschaulichen Ort. Foto: Jürgen Schade

Burbach.   Der Heimatverein „Alte Vogtei“ erweckt das alte Brauchtum zum Leben: Seit 2010 besuchten mehr als 2500 Besucher die Nachtwächterführungen.

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Helmut Redlich, alias Nachtwächter Bartholomäus aus Burbach, hat auch am vergangenen Wochenende wieder zahlreiche Besucher durch den Ort geführt. Mittlerweile haben seit 2010 mehr als 2500 Besucher an diesem alten Brauch teilgenommen.

Das Brauchtum damals

Nach dem großen Brand von Burbach am 4. Juni 1758, bei dem 63 Wohnhäuser, 49 Scheunen und acht Stallungen niederbrannten, wurde zwei Jahre später ein Nachtwächter durch den Nassauischen Vogt eingesetzt. Bartholomäus, so soll sein Name gewesen sein, wohnte in der Alten Vogtei und war gleichzeitig Totengräber für das Kirchspiel Burbach. Zu jeder vollen Stunde von 22 Uhr bis 4 Uhr ging er den Nachtwächterweg ab.

Dabei trug er eine Lampe mit Kerzenlicht, blies unterwegs an verschiedenen Stellen auf dem Kuhhorn ein Signal und sang anschließend einen passenden Liedvers des Nachtwächterlieds. Mit dem Absingen der Liedverse musste er anzeigen, das er „munter und auf der Wacht“ war.

Der Nachtwächter war für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung und den Schutz der Bürger verantwortlich. Er hatte nachts für Sicherheit in den Straßen und Gassen zu sorgen und warnte die schlafenden Bürger vor Feinden, Dieben und Feuern, wobei er zu jeder Stunde die Zeit ausrief. „Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen, die Uhr hat eben (und dann die Uhrzeit) geschlagen.“

Das Brauchtum heute

Am 9. Oktober 2010 wurde dieses alte Brauchtum durch den Heimatverein „Alte Vogtei“ wieder zu neuem Leben erweckt, nicht zuletzt durch die tatkräftige Initiative von Waldemar Herr.

Seit Herbst letzten Jahres gebe es einige Neuerungen: sechs anstatt vier offene Führungen, mit einem Mini-Beamer werden historische Fotos gezeigt und die Kirchturmbeleuchtung könne mittels Fernbedienung angesteuert werden, teilt der Heimatverein mit. Das komme gut bei den Besuchern an.

Heute dienen die Nachtwächterrundgänge allerdings anderen Zwecken: „Uns geht es darum, Ortsgeschichte auf unterhaltsame Weise zu vermitteln“, so Werner Kreutz, einer der Nachtwächter des Heimatvereins.

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