Literatur

Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk liest am Freitag in Siegen

Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel im Nobel Museum.

Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel im Nobel Museum.

Foto: Kay Nietfeld

Siegen.  Mit Olga Tokarczuk ist die frisch gebackene Literatur-Nobelpreisträgerin schon am Freitag für eine Lesung zu Gast in Siegen.

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Olga Tokarczuk ist eine Größe der polnischen Literatur und seit Donnerstag Literatur-Nobelpreisträgerin. Auf dem Weg zur Frankfurter Buchmesse kommt sie zur Lesung aus „Die Jakobsbücher“ am Freitag, 11. Oktober, 18 Uhr in die Villa Sauer.

Am Donnerstag hat die Schwedische Akademie mitgeteilt, dass sie gemeinsam mit dem Österreicher Peter Handke den Literatur-Nobelpreis erhält.

Olga Tokarczuk gehört zu den renommiertesten Schriftstellerinnen Polens. Sie wurde 1962 in Sulechów geboren. Sie studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau und in den polnischen Bergen.

Großes Werk „Die Jakobsbücher“

Ihr nun in deutscher Übersetzung erschienener, preisgekrönter Roman „Die Jakobsbücher“ (Kampa Verlag, Schweiz) handelt von der historischen Figur Jakob Frank. Als Anführer einer mystischen Bewegung will er seinem Volk, den osteuropäischen Juden, den Eintritt in die Moderne ermöglichen. „Die Geschichte von Jakob Frank ist so erstaunlich, dass man es kaum glauben kann, dass sie tatsächlich geschehen ist“, sagt Olga Tokarczuk selbst.

Die Autorin zeichnet hier das vielseitige Porträt eines kontroversen Protagonisten und zeigt reale und fiktive Einblicke in die krisenhafte Lebenswirklichkeit an der Schwelle zu unserer Zeit. Es ist ein europäischer Groß-Roman, der uns einen Spiegel vor Augen hält, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Übersetzt in 25 Sprachen

„Die Jakobsbücher“ ist ein historischer gut recherchierter Roman, der aber vor allem von unserer Gegenwart erzählt. Tokarczuk zeigt uns, wer wir sind, woher wir kommen und was uns auch heute ausmacht. Die Psyche der Protagonisten wie auch die der Leser spielen in ihren Werken eine besondere Rolle.

Doch ihr geht es nicht nur um die Menschen – ihre Werke sind auch ein starkes ökologisches Manifest und ein Appell an unsere Vernunft. Über nicht immer leichte Themen spricht sie in einer zugleich starken wie auch sehr poetischen, schönen, wohltuenden und hypnotisierenden Sprache. Sie selbst gilt als aufmerksamer Zuhörer und ein angenehmer, publikumsnaher Gesprächspartner.

Einige von Olga Tokarczuks international ausgezeichneten Romanen (u.a. Man Booker International Prize, polnischer Nike-Literaturpreis, Brücke-Berlin-Preis) wurden in 25 Sprachen veröffentlicht und sorgen auch aufgrund ihrer gesellschaftskritischen Aussagen immer wieder für Aufsehen.

Die Lesung wird in Kooperation von Polonica nova – einer Lesereihe mit polnischer Literatur, der Stabstelle für Wissenschaft in der Stadt der Universität Siegen und der Philosophischen Fakultät der Uni Siegen veranstaltet. Der Eintritt ist frei. Als Moderatorin und Dolmetscherin fungiert Dr. Natasza Stelmaszyk (Polonica nova). Die deutsche Übersetzung des Buches liest Anna Maria Weber.

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