Kunst trifft Wohnkultur: Skulpturen, Malerei und Grafik

Foto: Dr. Knut Lohmann

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Der Kreuztaler Künstler Marc Babenschneider arbeitet als Grafikdesigner für Wirtschaftsunternehmen - auch für das Möbelhaus Leber in Krombach. Das Haus hatte die Idee, zur Einführung einer Produktlinie von exquisiten Herstellern eine besondere Begegnung zu arrangieren: „Kunst trifft Wohnkultur",

Babenschneider hat Kontakte zur Kunstvermittlung Cramersart. Heiko Cramer fand weitere Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Sparten, welche die Wohnlandschaften mit Kunstwerken ergänzten: Barbara Maria Althoff lieferte Objekte; Nicolé Hager steuerte Skulpturen bei, Marc Babenschneider Collagen; von Thomas Gertz sind Fotografien zu sehen, von Jakob Krattiger Malerei und Grafik; Stefan Noss und Petra Leipold sind mit Malerei vertreten.

Die Werke dieser fast gleichaltrigen Künstler sind stilistisch sehr unterschiedlich. Wer die Runde durch das neue Wohnstudio macht, wird binnen Kurzem die Handschriften der Künstler auseinanderhalten können. In einem Punkt sind sie allerdings verwandt: Sie stellen den ästhetischen und materiellen Wert der umgebenden Wohnkultur nicht in Frage. „Zu ausgeflippt dürfen sie eben nicht sein”, sagt Cramer auf die Frage nach Auswahlkriterien.

So entsprechen denn die ausgestellten Werke durchweg der Maya-Designerformel „Most advanced yet acceptable - Möglichst fortschrittlich, aber annehmbar”. Ein bisschen ausgeflippt erscheint allerdings das auffälligste Stück der Sammlung: „lebens.werk” von Nicolé Hager. Das Leben, dargestellt als eine Mauer, in deren Nischen Keramikfiguren eingelassen sind, die verschiedene Lebenssituationen repräsentieren. Das Besondere an diesem Werk: Es ist nicht abgeschlossen. Wer es erwirbt, der übernimmt ein Abonnement und zahlt die Fortsetzungsarbeiten, die die Künstlerin in den Folgejahren noch liefern wird. Der Käufer muss also nicht nur ein sicheres Einkommen, sondern auch viel Platz haben.

Babenschneider würde die Maya-Formel für seinen Beitrag wohl nicht akzeptieren. Als Werbefachmann arbeitet er selbstverständlich gemeinsam mit seinen Auftraggebern. Aber seinen aktuellen künstlerischen Eigenbeitrag würde er durchaus auch als Gegenposition zur glatten merkantilen Möbelschau sehen. „Ich bin ein Resteverwerter. Meine Collagen leben von dem, was andere wegwerfen." Er muss für seine Kunst keine Wälder abholzen; und schon das auffällige Kreuz in einem seiner Bilder ohne Titel darf man als Warnungssymbol deuten.

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