Bahnhofsgebäude nach und nach in Besitz genommen: Künstler Besgen und Langenbach eingezogen

Kultur hat in Kreuztal eine neue Heimat

Foto: WR

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Die Bildende Kunst hat eine neue Heimat in Kreuztal: den Kulturbahnhof. Dort sind jetzt die ersten Nutzer eingezogen - die beiden Siegener Künstler Annette Besgen und Ulrich Langenbach. Sie arbeiten seit einigen Tagen in ihren jeweils 100 Quadratmeter großen Ateliers unter dem Dach des Bahnhofs.

Der Coup war dem inzwischen in Bochum tätigen vormaligen Kulturamtsleiter Michael Townsend gelungen. Er wusste, dass beide renommierten Künstler ihr bisheriges Domizil in Geisweid aufgeben mussten. Es bedurfte keiner großen Überredungskunst, Besgen und Langenbach für Kreuztal zu gewinnen. „Wir haben ein Projekt realisiert, von dem wir bisher nur geträumt hatten”, drückte Bürgermeister Rudolf Biermann seine Freude über den Einzug der beiden Kreativen aus: „Mit diesen beiden hervorragenden Künstlern wird der Kulturbahnhof ein Vorzeigeobjekt.” Annette Besgen (49), die Malerei studierte, hat sich dem Fotorealismus gewidmet: Sie schafft Bildwelten voller Licht und Schatten. Ulrich Langenbach ist ein vielseitiger und ebenso wie Annette Besgen durch zahlreiche Ausstellungen zu einem hohen Bekanntheitsgrad gelangter Künstler. Seine Arbeiten sind Installationen und Malerei, Zeichnungen und Fotos, Texte und Bücher. Dass sie nun in Kreuztal schaffen, ist auch ein Verdienst des Stadtbaurats Eberhard Vogel. Dem seit über zehn Jahren in der Stadtverwaltung tätigen Dezernenten war von Anfang an die räumliche Trennung des Bahnhofs vom Innenstadtgeschehen ein Dorn im Auge. Als es darum ging, neue Räume für die Politik, die Jugend und die Vereine zu finden, kam ihm die Idee eines „Hauses der Kultur” im Bahnhofsgebäude. Das stand gerade zum Verkauf und war nach einem verheerenden Brand in der früheren Gaststätte im Jahr 2003 für den symbolischen Preis von einem Euro zu haben. Allerdings wird die Stadt bis zur Fertigstellung insgesamt 2,1 Millionen Euro investiert haben; dazu gab es 700 000 Euro Fördermittel. Denn noch sind die Büroräume neben den Ateliers auszubauen. Die Empfangshalle mit der 15 Meter langen „Galerie”, in der die beiden Hauskünstler ihre Arbeiten präsentieren können, soll im April vollendet sein. Dann wird der Bahnhof auch wieder für Reisende geöffnet sein. Als Sponsoren für den Kulturbahnhof haben sich die Stiftung der Sparkasse Siegen für Kunst und Kultur und die heimische Firma Achenbach Buschhütten eingebracht. Für die Sparkassenstiftung sprach deren Vorsitzende Birgit Bremer die Hoffnung aus, dass in Kreuztal Kunst nicht nur im Verborgenen entstehe, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde. So ist am 6. April schon ein „Tag des offenen Ateliers” geplant. Dr. Gabriele Barten von der Firma Achenbach war beeindruckt von den „überwältigend schönen Räumen”, in denen Besgen und Langenbach schon tätig geworden sind. Ulrich Langenbach betonte, dass er sich im Bahnhof schon „wie zu Hause” fühle. Auch die Höhe der Räume, die nun nicht mehr von einem Zwischenboden begrenzt werden, ist für die großformatigen Bilder von Annette Besgen ausreichend - „obwohl ich noch größere Werke habe”. Für den neuen Kreuztaler Kulturamtsleiter Holger Glasmachers war die Präsentation gestern die erste Gelegenheit, in seiner neuen Funktion aufzutreten. Die Situation meisterte er souverän.

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