Jugendfeuerwehr

Kreuztaler Jugendfeuerwehr probiert 24-Stunden-Schicht

Letzter großer Einsatz der 24-Stunden-Schicht ist die Bekämpfung eines „Waldbrands“ oberhalb des Setzer Sportplatzes.  Zum Ausklang wartet dann noch ein Frühstück auf die junge Truppe.

Letzter großer Einsatz der 24-Stunden-Schicht ist die Bekämpfung eines „Waldbrands“ oberhalb des Setzer Sportplatzes. Zum Ausklang wartet dann noch ein Frühstück auf die junge Truppe.

Kreuztal.   Einmal arbeiten wie die Berufsfeuerwehr: Junge Kreuztaler Feuerwehrleute erleben das ganze Spektrum vom Waldbrand bis zur Vermisstensuche.

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„Hört demnächst bitte mal richtig zu“, ermahnt Selina Ratto ihre männliche Mannschaft am Ende eines Übungseinsatzes, bei dem die ihre Befehle nicht exakt so ausgeführt hat, wie sie als Gruppenführerin es wollte. Dass die Mannschaftsführung weiblich ist, ändert nichts am Respekt, den die Jugendfeuerwehrleute der 18-Jährigen zollen.

Längst keine Männerdomäne mehr

Sie war gerade die Chefin auf dem Fahrzeug, für 24 Stunden – ebenso lang, wie die Schicht einer Berufsfeuerwehr für gewöhnlich dauert. Genau eine solche wollten die Kreuztaler Jugendfeuerwehrleute an einem Wochenende spielerisch erleben, unterzogen sich freiwillig den Strapazen verschiedener Übungsszenarien und tauschten ihre eigenen Betten daheim gegen die Feldbetten, die im Schulungsraum des Kreuztaler Gerätehauses für die Pausen zwischendurch bereitstanden.

Für Selina Ratto war die nachgestellte 24-Stunden-Schicht einer vermeintlichen Berufsfeuerwehr die Abschiedsvorstellung von der Jugendfeuerwehr. Sie gehört mittlerweile in Littfeld voll und ganz zu den Aktiven der dortigen Löschgruppe. Die Position als Gruppenführerin in der Jugendfeuerwehr, als welche sie der Mannschaft während der Einsatzübungen Befehle erteilte und deren Vorgehen kritisch beäugte, fand die Berufsschülerin „an sich ganz cool“. Als Exotin fühlt sie sich in der einstigen Männerdomäne nicht mehr: In der Kreuztaler Jugendfeuerwehr liegt der weibliche Anteil bei gut einem Drittel der Mitglieder.

Waldbrand und Vermisstensuche

Reichlich zu tun hatten die Mädchen und Jungen, die als Löschzug mit mehreren Fahrzeugen zu ihren „Einsätzen“ ausrückten. Nach dem Drehbuch der Jugendfeuerwehrwarte mussten sie ein breites Spektrum an Einsätzen abarbeiten – Rauch, Flammen, Schweiß und Teamarbeit waren garantiert. Mal schickte die „Leitstelle“ in der Funkzentrale des Kreuztaler Gerätehauses die Mannschaft zum Brand eines Bauwagens in Buschhütten, mal kokelte ein Recyclingcontainer im Schulzentrum. In einem leerstehenden Bürogebäude „Vorm Berge“ in Ferndorf fand ein Löscheinsatz mit Innenangriff und Menschenrettung statt.

Eine Vermisstensuche führte die Nachwuchskräfte nach Einbruch der Dunkelheit ins freie Gelände, um eine vermeintlich abgängige Person ausfindig zu machen. In einer Firmenhalle in Krombach sollte ein Lkw brennen, und obendrein bot die Schicht Einsätze in technischer Hilfeleistung: Mit der Drehleiter retteten die Jugendlichen einen vermeintlich in der „Bowl“ des Schulzentrums verunglückten Skater, bevor am frühen Sonntagmorgen ein angeblicher Verkehrsunfall in Buschhütten das Geschick erforderte, Fahrzeuginsassen aus einem verunglückten Wagen zu befreien. Das Deutsche Rote Kreuz war ebenfalls mit einem Fahrzeug zugegen, um die Szenarien noch realistischer zu gestalten. Das wirklich echte Feuer bescherte den Mädchen und Jungen ein Waldbrand oberhalb des Setzer Sportplatzes: Auf einer gerodeten Fläche kokelten wirklich zwei Haufen Holzreste vor sich hin, die die Jugendfeuerwehr löschen durfte.

Frühstück zum Ausklang

Todmüde, aber um eine 24-stündige Erfahrung reicher, endete die Schicht am Sonntagvormittag mit einem gemeinsamen Frühstück. Vielen dürfte es am Ende so ergangen sein wie Selina Ratto: Zwar hat sie nicht wirklich vor, eine Karriere als Berufsfeuerwehrfrau einzuschlagen; doch die Begeisterung für den Feuerwehrdienst, der in Kreuztal ja noch komplett ehrenamtlich läuft, ist noch einmal ein Stück größer geworden: „Ich habe ein Retterherz, und das bleibt auch so.“

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