Corona-Tagebuch

Kreuztaler Bibliotheksleiterin: Homeoffice stößt an Grenzen

Linda Donalies ist Leiterin der Stadtbibliothek Kreuztal. Sie hat drei Kinder im Kindergartenalter.

Linda Donalies ist Leiterin der Stadtbibliothek Kreuztal. Sie hat drei Kinder im Kindergartenalter.

Foto: Jennifer Wirth / WP

Kreuztal.  Linda Donalies leitet die Stadtbibliothek in Kreuztal. Sie ist in der Corona-Krise dankbar für den sicheren Job – und den offenen Kindergarten.

„Schon im März durften wir die Türen der Stadtbibliothek Kreuztal offenhalten. Von politischer Seite waren Bibliotheken von Schließungen in den meisten Bundesländern ausgeschlossen und in Kreuztal konnten sich sowohl der Bürgermeister als auch ich und meine sieben Mitarbeiterinnen eine Öffnung vorstellen, so dass die Stadtbibliothek als einzige mir bekannte Bibliothek in Deutschland in diesem Jahr durchgehend geöffnet war. Dank des großzügigen Publikumsbereichs, einer durchgehenden Lüftung und der zusätzlichen Möglichkeit, die Fenster zu öffnen, fühlen sich auch jetzt alle sicher mit der Lösung, die Menge der Besuchenden auf 30 Personen zu beschränken, ansonsten aber den Aufenthalt zu gestatten.

Das Team habe ich in zwei Kontaktgruppen aufgeteilt, was gut funktioniert, bezüglich Kommunikation und Zusammenhalt aber auch Herausforderungen bereithält. Zumal wir in diesem Jahr mit der Umstellung der Bibliothekssoftware, einem Wechsel im Personal und den geplanten zum Teil größeren Veranstaltungen auch ganz ohne Corona ausgelastet gewesen wären. Meine beiden ersten vom Bund geförderten Projekte zum Thema „Virtuelle Realität“ und digitalem Zeichnen hatten mich schon bei der Planung gefordert und das beide noch termingerecht durchgeführt werden konnten, hat mich unglaublich gefreut.

Kreuztaler Familie kommt trotz Corona-Einschränkungen gut zurecht

Als Mutter dreier Kindergartenkinder empfinde ich die Bibliotheksöffnung auch gerade jetzt sinnvoll, damit sich alle mit Gesellschaftsspielen , Hörbüchern , Filmen und Büchern eindecken können, um die teils langen Stunden zu Hause zu füllen. Sehr dankbar bin ich für meinen sicheren Arbeitsplatz und den offenen Kindergarten . Ansonsten müssten wir entscheiden, wessen Tätigkeit den Vorrang hat, denn Homeoffice mit (kleinen) Kindern ist höchstens in der Theorie über Wochen gut machbar. Ja, auch Eltern haben gerne mal ein bisschen Freizeit am Abend ohne Hausarbeit oder nacharbeiten dessen, was tagsüber für den Job nicht geklappt hat :).

Aus der Entschleunigung des Alltages versuchen wir das beste zu machen. Vor allem, da wir persönlich von der Schließung von Discotheken oder ähnlichem nicht betroffen sind, geht es uns als Familie ausgesprochen gut mit den aktuellen Maßnahmen und ich denke an all die, die alleine sind, Existenzängste haben, die jungen freien Jahre nicht so erleben können wie ich das als Studentin durfte…. Also trotz Corona : Mir geht es sehr gut.“

Linda Donalies, 34, leitet seit zwei Jahren die Stadtbibliothek Kreuztal . Sie in Ferndorf aufgewachsen, nach zehn Jahren Studium und Arbeit in der Nähe von Stuttgart dorthin zurückgekehrt. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 6, fast 4 und 2 Jahren.

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