Sanierung

Kornmarkt in Oberstadt Siegen wieder für Verkehr freigegeben

Die Fahrspur am Kornmarkt ist nach der Sanierung wieder für den Verkehr geöffnet. Bürgermeister Steffen Mues (2. von rechts) gibt die Strecke symbolisch frei. Mit dabei: Sven Loos, Geschäftsführer der Baufirma Loos, FDP-Ratsmitglied Wolfgang Könen (von links) und Bauleiter Martin Thomas (rechts).

Die Fahrspur am Kornmarkt ist nach der Sanierung wieder für den Verkehr geöffnet. Bürgermeister Steffen Mues (2. von rechts) gibt die Strecke symbolisch frei. Mit dabei: Sven Loos, Geschäftsführer der Baufirma Loos, FDP-Ratsmitglied Wolfgang Könen (von links) und Bauleiter Martin Thomas (rechts).

Foto: Florian Adam

Siegen.   Bauarbeiten schneller beendet als erwartet – und im Kostenrahmen. Der Stolperfallen-Flickenteppich hat ein Ende. Mittwochsmarkt kehrt zurück.

Die Fahrspur am Kornmarkt ist wieder passierbar. Die Sanierung der zuvor arg ramponierten Verbindung von Löhrstraße und Altstadt ist damit früher fertig als geplant – vorgesehen war der Abschluss der am 1. April begonnenen Arbeiten erst für Ende Mai. Dass ein Bauprojekt im öffentlichen Raum „schneller fertig wird als geplant: Das ist in letzter Zeit nicht ganz so häufig vorgekommen“, sagte Bürgermeister Steffen Mues am Montag, 20. Mai, bei der Freigabe.

Warum ging mit der Sanierung eine Umgestaltung einher?

Der Grauwackebelag, der im Jahr 2000 bei Neugestaltung des gesamten Marktbereichs verlegt wurde, erwies sich als völlig ungeeignet für eine Fahrspur. Das Gestein hielt den Belastungen durch Autos nicht stand, die Platten brachen oft horizontal und zerfielen. „Ich kämpfe seit ich Bürgermeister bin dafür, dass hier Platten ausgetauscht werden“, sagte Steffen Mues. Das sei vor einigen Jahren noch einmal in größerem Stil geschehen, aber „nach wenigen Monaten waren viele wieder gebrochen.“ Schließlich wurden die Lücken mit Asphalt verfüllt, es entstand ein optisch bedingt ansprechender Flickenteppich und „ein Stolperfeld“, räumt Mues ein.

Wie sieht es jetzt aus?

Auf etwa 100 Metern Länge und sechs Metern Breite ist nun ein Possehlbelag aufgebracht, ähnlich wie auf Sieg- und Oberstadtbrücke. Die Oberfläche besteht aus Epoxidharz mit eingestreutem Splitt. Die Fahrspur ist nun heller als vorher. Die vom oberen Marktplatz aus über das gesamte Areal verlaufenden Strahlen, vorher auch in diesem Bereich mit kleineren Steinen eingearbeitet, setzen sich nun als hellere Streifen über die Fahrspur fort und knüpfen vor der Häuserfront – wo der Grauwackebelag erhalten geblieben ist – wieder ans ursprüngliche Kopfsteinmuster an. Der Possehlboden soll deutlich belastbarer sein als die Grauwacke: „Vielleicht die einzige echte Lösung für die Probleme, die wir hier hatten“, betont Steffen Mues.

Was kostet das Ganze?

Es ist bei den zuvor angesetzten 200.000 Euro geblieben – bei öffentlichen Bauprojekten ein eher seltenes Ergebnis. Eigentlich hätte die Maßnahme früher umgesetzt werden sollen. Sie musste im vergangenen Jahr aber verschoben werden, weil auf die Ausschreibung kein Angebot zu akzeptablem Preis einging, wie der Bürgermeister erläutert. Schwierigkeiten dieser Art gibt es seit einiger Zeit deutschlandweit, weil die Baubranche boomt und entsprechend die Preise anheben kann. Auch in Siegen waren vor allem innerhalb der vergangenen zwei Jahre etliche Projekte von den damit einhergehenden Kostensteigerungen betroffen. „In manchen Bereichen beruhigt es sich wieder“, sagt der Bürgermeister. „In ein bis zwei Jahren hat es sich wieder normalisiert – hoffen wir.“

Was wird jetzt noch gemacht?

Zunächst werden die Parkplätze vor der Häuserfront mittels Aluminiumkappen markiert. Einer ist hinzugekommen, damit stehen künftig 20 zur Verfügung. In den kommenden Monaten werden außerdem die beschädigten Platten im oberen Marktplatzbereich ausgetauscht. Teilweise werden dafür noch intakte Grauwackeplatten aus der Fahrspur – etwa 40 Quadratmeter konnten gerettet werden — verwendet. Das seien weniger als ursprünglich angenommen, wie es seitens der Stadt heißt. Die horizontalen Schäden der Platten seien vorab von oben nicht zu erkennen gewesen, machten diese aber unbrauchbar, „was wieder die schlechte Qualität der gelieferten Platten zeigt, die 2000 bei der Neugestaltung des Platzes verlegt worden waren“, wie die Verwaltung unumwunden schreibt: „Ein echtes Ärgernis von Anfang an.“ Deshalb müssen für die Ausbesserung noch zehn Quadratmeter für rund 3500 Euro nachbestellt werden. Diese werden von städtischen Mitarbeitern zurechtgeschnitten und eingesetzt. Trotz des Wochenmarkts sind im oberen Abschnitt Schäden seltener: Dort gib es keinen permanenten Durchgangs- und Parkverkehr.

Und der Wochenmarkt?

Der Wochenmarkt, der für die Dauer der Arbeiten auf den Schlossplatz umgezogen ist, kehrt am Mittwoch, 22. Mai, an seinen angestammten Platz „unterm Krönchen“ zurück.

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