Siegen

Konzept für Mittwochsmarkt erntet Zustimmung – und Skepsis

Beim Mittwochsmarkt in Siegen sinken seit Jahren sowohl die Zahl der Besucher als auch die Zahl der Stände. Um diesen Kreis zu durchbrechen, wurde ein neues Konzept zur Attraktivierung vorgelegt.

Beim Mittwochsmarkt in Siegen sinken seit Jahren sowohl die Zahl der Besucher als auch die Zahl der Stände. Um diesen Kreis zu durchbrechen, wurde ein neues Konzept zur Attraktivierung vorgelegt.

Foto: Laura Handke

Siegen.   Hauptausschuss hofft auf Erfolg der Ideen zur Rettung des Mittwochsmarkts. Unwägbarkeiten bleiben – aber Einigkeit über Handlungsbedarf besteht.

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Er habe „ein unbestimmtes Gefühl, ob es gelingt“, sagte SPD-Fraktionvorsitzender Detlef Rujanski im Haupt- und Finanzausschuss über das „Konzept zur Attraktivierung des Wochenmarkts am Mittwoch“. Dem Vorschlag, einen „Erzeuger Markt 57“ mit Anbietern aus der Region zu etablieren und die Öffnungszeiten von 7 bis 13 Uhr auf 12 bis 18 Uhr zu verlegen, stimmten die Sozialdemokraten aber zu – denn „es ist für uns der letzte Versuch, den Mittwochsmarkt zu reanimieren“.

Unwägbarkeiten

Auch die übrigen Ausschussmitglieder erteilten dem Konzept bei einer Enthaltung – Martin Gräbener, Fraktions-Vorsitzender der Linken – Zustimmung, wobei in fast allen Redebeiträgen Skepsis zum Ausdruck kam. Das hatte allerdings nichts mit Schwarzmalerei zu tun, sondern mit zwei wesentlichen Unwägbarkeiten: Einerseits ist noch nicht sicher, dass sich genügend Händler für das neue Konzept finden – denn um diese fest ins Boot zu holen, muss der Rat am 21. Februar erst noch das finale „Okay“ geben. Andererseits lässt sich seriös nicht vorhersagen, ob und wie der neue Markt bei den Kunden ankommen wird.

Hoffnungen

„Es ist vielleicht nicht das Allheilmittel“, sagte Rüdiger Heupel, Vorsitzender der CDU-Fraktion. „Aber nichts zu tun wäre höchstwahrscheinlich der Untergang des Mittwochsmarkts.“ Den Plänen sei also zuzustimmen und dann die Entwicklung abzuwarten. Heupel: „Wir haben dann ja immer auch die Möglichkeit, zu reagieren und nachzusteuern.

Dass bezüglich des Handlungsbedarfs Einigkeit bestehe, unterstrich auch Peter Schulte (WAS). „Wir sollten schon etwas versuchen. Es steht und fällt aber damit, was für Marktbeschicker wir bekommen“, denn das Angebot müsse neue Kundengruppen anlocken. Schulte regte, wenn ohnehin schon eine Verlegung in den Nachmittag vorgesehen sei, auch Offenheit beim Tag an: „Es gibt keinen zwingenden Grund, dass es am Mittwoch sein muss.“

Kritik

Kritik äußerte Martin Gräbener (Linke), wobei er die Perspektive erweiterte: „Die ganze Oberstadt-Entwicklung läuft schief.“ Alle Hoffnung, der Einzug eines Teils der Uni ins Untere Schloss werde zu einem Aufschwung in diesem Bereich führen, „hat bisher nicht gegriffen“, nach wie vor gebe es ein klares Problem mit Leerständen.

Zuversicht

Eine Einschätzung, der Bürgermeister Steffen Mues deutlich widersprach. In der Alten Poststraße habe sich die Situation nach vorübergehender Flaute zum Positiven gewandelt, die Sandstraße habe sich zu einer guten Lage mit vielen neuen Geschäften entwickelt. In der Oberstadt habe sich einiges getan, was auf die Ansiedlung der Fakultät III zurückzuführen sei: „Da gibt es viele kleine Konzepte, auch gastronomische, die ganz klar auf Studierende zielen“. Ein Problem seien noch die Leerstände in der mittleren Kölner Straße gegenüber von Karstadt. Das aber liege nicht an der Verwaltung. „Ich kann Ihnen sagen, dass wir den Eigentümern dort wöchentlich interessante Mieter vorschlagen“, sagte der Bürgermeister. „Aber da kommen keine Mietverträge zustande.“ Offensichtlich würden einige Immobilienbesitzer noch den Einzug der Hörsäle ins Karstadtgebäude abwarten, weil daran die Hoffnung auf mehr Publikum und damit höhere Mietertragsmöglichkeiten gekoppelt ist. Mues: „Ich setze nach wie vor große Hoffnung in die Universität.“

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