Glaube

Kinderbibelwoche in Netphen: Keine Angst vor Fremdem

Die Kinderbibelwoche kommt bei den Kindern gut an.

Die Kinderbibelwoche kommt bei den Kindern gut an.

Foto: Jennifer Wirth / WP

Netphen.  Bei der diesjährigen Kinderbibelwoche in Netphen stehen Begegnungen im Vordergrund. 40 Kinder machen eine Woche lang mit.

Wildes Gewusel, Gekicher und Gequietsche: Ein großes buntes Tuch fliegt in die Luft, Füße tippeln über den Boden und plötzlich sind die Kinder verschwunden und ganz leise. Nur vereinzelt lugen Köpfe durch die Öffnung des Tuchs in der Mitte. Die Spiele bei der diesjährigen Kinderbibelwoche im evangelischen Gemeindehaus machen allen Teilnehmern Spaß. 40 Kinder sind dabei und beschäftigen sich eine Woche lang mit ihrem Glauben.

In der Netpher Kinderstadt gibt es alles, was das Herz begehrt: Klassiker wie Theater, Orchester, Bäckerei und Gärtnerei, aber auch Besonderes wie die Schmuckwerkstatt, in der Ketten mit selbst gemachten Kreuzanhängern entstehen – viel zu entdecken für die kleinen Bewohner der Stadt. Jeden Tag gibt es Workshops, Spiele und vor allem Spaß zwischen 9.30 und 12.30 Uhr. Die ökumenische Veranstaltung ist Teil der städtischen Ferienspiele und für alle Teilnehmer kostenlos. Sie registrieren sich kurz beim „Einwohnermeldeamt“ der Kinderstadt, fertigen ihren Kinderausweis an und schon geht es los. Für alle absolvierten Workshops und Aufgaben gibt es einen Stempel auf die Rückseite des Ausweises.

Theaterstück zum Verdeutlichen

Dieses Jahr steht alles unter dem Motto „Zeitreise zu schrägen Typen“. Alles dreht sich um die Geschichten von Bartimäus und Zachäus aus der Bibel, erklärt der Leiter der Bibelwoche Henning Klaus. Er und die zwölf Helfer führen ein Theaterstück auf, um die Geschichte den Kindern näher zu bringen. Zachäus, ein Zöllner, sei reich gewesen. „Er hatte wirklich nur Steuern im Kopf und hat sich das Geld eingesteckt“, sagt Klaus. Doch das Geld allein habe ihn nicht glücklich gemacht: Ihm fehlte es an Freunden. „Sein Herz war hart und hat sich nicht geöffnet.“ Bartimäus, der Blinde, habe zwar kein Augenlicht gehabt, aber die Gabe, Dinge anders wahrzunehmen. Am Ende der Geschichte geht es beiden Männern durch die Hilfe von Jesus gut: Der eine ist geheilt, der andere hat einen neuen Freund gefunden und sein Vermögen geteilt.

Die Botschaft: Neue Perspektiven aufzuzeigen, nicht auszugrenzen und sein Herz für andere Menschen öffnen – auch wenn sie auf den ersten Blick anders sind. Das haben auch Ina (9) und Klara (9) verstanden. „Ich habe gelernt, dass Blinde auch mit dem Herzen sehen können“, sagt Ina. Und Klara nimmt für sich selbst mit, dass sie nicht mehr so schnell aufgeben möchte. „Böse Menschen können innen auch etwas Gutes haben“, resümiert sie am Ende der Woche.

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