Kreativität

Kinder kreieren beim Bauspielplatz in Netphen heftige Hütten

Fünf Teams bauen in der Schmellenbach beim diesjährigen Bauspielplatz an ihren Hütten.

Fünf Teams bauen in der Schmellenbach beim diesjährigen Bauspielplatz an ihren Hütten.

Foto: Jennifer Wirth / WP

Netphen.  Der Bauspielplatz Netphen in der Schmellenbach ist gut besucht: Die Kinder werkeln fünf Tage an ihren Hütten. Bis Freitag läuft die Aktion.

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Die Kettensäge brummt, das Lagerfeuer brennt. An jeder Ecke hämmern und sägen Kinder; es wird gekichert, diskutiert und hin und wieder geflucht. Mittendrin ist der elfjährige Simon mit seinem dreiköpfigen Team. „Man, Ben! Ich hab Höhenangst“, ruft er in Richtung seines Kumpels, der von oben drängelt. Vorsichtig nimmt Simon Sprosse für Sprosse der selbstgebauten Leiter und geht nach unten. Ben (12) wiederum grinst ihn von der zweiten Etage des Holzturms aus an. Der Hammer baumelt in seinem Handwerkergürtel, das Outfit sitzt. Simon soll sich spurten, schließlich gibt es jetzt Essen. Würstchengulasch.

Beim diesjährigen Bauspielplatz in der Schmellenbach wollen die beiden Bauprofis Simon und Ben etwas wagen. Vorbei sind die Zeiten der einstöckigen Bauten mit Balkon. Sowas haben die Jungs in den vergangenen Jahren immer wieder errichtet. Kinderkram. Mittlerweile wissen sie, worauf es beim Hausbau ankommt. Sicheres Grundgerüst, viele Streben zum Verstärken, alles gut verbinden. Nicht zuletzt haben sie davon Kenne, weil Bens Papa vom Fach ist und den Jungs immer hilfreiche Tipps spendiert.

Rund zwei Tonnen Holz, Nägel und Co. hat der Veranstalter, die Stadt Netphen, besorgt. Einiges haben Firmen wie Bombardier und STH Hüttental gespendet, erklärt Leiterin Gabi Taugerbeck. Was die Kinder daraus machen, ist ihre Sache. Ein Motto gibt es wie immer nicht. „Gemeinsam Spaß haben steht im Vordergrund“, sagt die Betreuerin. Fünf Tage werkeln die fünf Viererteams, was das Zeug hält. Zwischendurch gibt’s Essen, Spiele und Lagerfeuer-Aktion. „Am Donnerstag machen wir Stockbrot und wir grillen.“

Auf die Statik achten

Den Plan für die neue Räuberbude haben Simon und Ben im Vorfeld Zuhause geschmiedet. „Wir haben das dann in kleiner Sitzung besprochen“, sagt Lukas (13), der mit Bruder Jonas (12) zum ersten Mal dabei ist. „Wir kennen uns alle noch aus dem Kindergarten“, erklärt Simon. Deshalb sei die Gruppe stark und komme ohne Gezanke voran (anders als bei den Mädchen). Dieses Mal geht es hoch hinaus – so hoch, dass Betreuer Pius Schulz dem Team nicht von der Seite weicht. „Bei so einem Gebilde muss die Statik stimmen“, sagt der Betreuer, der selbst zum ersten Mal dabei ist. Bereits am zweiten Bautag sind die beiden Stockwerke sichtbar. Ein Spitzdach soll das Kunstwerk noch toppen. „Ich denke, dass wir das schaffen werden“, sagt Ben.

VIP-Bereich ausbauen

Bei den Mädels nebenan steht bisher nur das Grundgerüst. Annika (12) und Luana (10) halten die Stellung, während die anderen Teammitglieder unten am Fluss Möbel bauen und Dekoration suchen. Eine Plastikblume baumelt schon am Eingang der Hütte. „Die hat Gabi gefunden“, sagt Annika. Die wildesten Sachen würden auf dem Gelände rumfliegen.

Einmal hätten sie sogar eine Klobrille gefunden. Sowas kommt den Mädels aber nicht ins Haus. Sie wollen, wie im Vorjahr, einen exklusiven VIP-Bereich bauen. Decken und Lichterketten sollen zum Einsatz kommen. Die Eintrittskarten für diese kuschelige Balkonecke verticken die beiden an die anderen Kinder – „eine Karte kostet 50 Nägel. Die sind nämlich immer knapp“, sagt Luana und grinst verschmitzt. Handel treiben haben die beiden drauf. „Es macht Spaß kreativ zu sein und zu sehen, wie aus Nichts etwas Tolles wird“, sagt Annika.

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