Feuerwehr

Kampf gegen düstere Prognosen

Neue Kampagne der Feuerwehr Siegen: Mut macht glücklich

Neue Kampagne der Feuerwehr Siegen: Mut macht glücklich

Foto: WP

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Siegen. Das Szenario ist düster und teuer: 285 hauptamtliche Einsatzkräfte müssten bei der Feuerwehr Siegen beschäftigt werden, wenn es die Ehrenamtlichen nicht mehr geben würde. Für die gleichbleibende Sicherheit müsste jeder Haushalt in Siegen dann 127 Euro pro Monat zahlen. So hat es der Leiter der Feuerwehr Siegen, Matthias Ebertz, ausgerechnet. Das möchte niemand. Deshalb startet die Feuerwehr eine Kampagne, die in den nächsten fünf Wochen keiner übersehen wird.

Auf Plakaten, Stellwänden und natürlich auch auf allen Plattformen im Internet ist zunächst die Beine eines Feuerwehrmanns zu sehen. In der Mitte prangt die Frage: „Macht Mut glücklich?“ Es wird elf Tage hängen, dann folgen Bilder, die der Feuerwehr ein Gesicht geben. Eins davon zeigt zum Beispiel die 18-jährige Katharina Schmidt, die in ihrem Büro bei der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein sitzt – in ihrer Einsatzkleidung. Oder Manuel Michna (25), der ebenfalls in Feuerwehr-Montur an seinem Arbeitsplatz bei Otto Quast steht und in die Kamera grinst. „Von ihnen würde niemand denken, dass sie vielleicht in der Nacht zuvor einen Mann aus dem Auto geschnitten haben“, sagt Ebertz. „Wir möchten zeigen, was unsere Feuerwehrfrauen und -männer tun. Aber auch Männer und Frauen erreichen, die sich beteiligen und auch offen dazu stehen.“ Draufgänger und Rowdys wolle man damit nicht anlocken. Sondern Menschen, die sich gern einsetzen. Auf jeden Fall auch Seiteneinsteiger ab 18 Jahren. Zwar rekrutiert die Feuerwehr 90 Prozent ihrer Leute aus der eigenen Jugend, aber das wird in Zukunft eng. Im Jahr 2020 gibt es in der Stadt 22 Prozent weniger Kinder. „Die altersbedingten Abgänge können nicht mehr durch die Jugendfeuerwehr kompensiert werden“, sagte Bürgermeister Steffen Mues.

Mit der Kampagne soll auch Arbeitgeber von freiwilligen Feuerwehrleuten motivieren. Die Unterstützung sei leider nicht immer so vorbildlich, wie bei den Sponsoren der Kampagne, so Ebertz: „Neulich rief ein Arbeitgeber an und sagte, dass 60 Liter Farbe hart geworden sind, weil sein Angestellter zum Einsatz musste. Solche Produktionsausfälle können wir natürlich nicht ersetzen.“ Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Angestellten freizustellen, aber der Feuerwehrmann möchte natürlich auch seinen Arbeitsplatz behalten. „Deshalb pochen wir nicht auf unser Recht, sondern setzen auf Kooperation“, so Ebertz.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben