Gesundheitsvorsorge

Jugenduntersuchungen in Siegen-Wittgenstein zu wenig genutzt

Jugenduntersuchungen werden laut AOK Nordwest zu wenig genutzt.

Jugenduntersuchungen werden laut AOK Nordwest zu wenig genutzt.

Foto: AOK/hfr

Kreis Siegen-Wittgenstein.  Nur jeder fünfte Teenager geht zu den kostenfreien Checks. Die Krankenkassen raten dazu, die Früherkennungsuntersuchung unbedingt wahrzunehmen.

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Nur rund jeder fünfte Teenager im Kreis Siegen-Wittgenstein geht zu den Jugenduntersuchung J1 und J2. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK hervor. Danach nutzten im vergangenen Jahr nur 19,2 Prozent der hier versicherten Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren die kostenfreien medizinischen Checks. Im Vorjahr waren es 19,1 Prozent.

„Im Vergleich zu den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder werden die Jugenduntersuchungen deutlich weniger genutzt. Dabei sind Gesundheitsangebote im Jugendalter für eine gesunde Entwicklung besonders wichtig und sollten unbedingt wahrgenommen werden“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.

Gesundheitsrisiken frühzeitig erkennen

Die AOK als nach eigenen Angaben größte gesetzliche Krankenkasse in der Region schreibt alle bei ihr versicherten Jugendlichen sogar persönlich an und weist auch über diesen Weg auf die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen gezielt hin.

Nach den bekannten U-Untersuchungen für Kinder werden die sogenannten Jugenduntersuchungen angeboten. Die J1 für Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren gehört zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.

Pubertäre Entwicklungsstadien abklären

Während 2018 noch mehr als 31,8 Prozent der Jugendlichen im Kreis Siegen-Wittgenstein diese Untersuchung genutzt haben, nahmen nur knapp 6,5 Prozent die J2 wahr, die die AOK als besondere Mehrleistung für ihre Versicherten im Alter zwischen 16 und 17 bezahlt.

Im Rahmen der J1 werden Größe, Gewicht und der Impfstatus sowie Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können bei den Jugenduntersuchungen frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden.

Geistige und soziale Kompetenzen prüfen

Auch auf eventuelle Hautprobleme, und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen. Bei Bedarf empfiehlt der Arzt individuelle Präventionsmaßnahmen. Die Jugenduntersuchung J2 zielt zusätzlich unter anderem auf das Erkennen von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen und Diabetes-Risiko ab. Zu den Terminen sollten die elektronische Gesundheitskarte und der Impfpass mitgebracht werden.

Beide Untersuchungen bieten neben einem Gesundheits-Check auch immer die Chance, ausführlich mit dem Arzt zu sprechen. Denn in dem Alter sei es wichtig, nicht nur die körperliche Entwicklung zu kontrollieren, sondern auch über die geistigen und sozialen Kompetenzen sowie eine gesundheitsfördernde Lebensführung zu beraten.

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