Zeitgeschichte

Weltkriegsausstellung im Siegerlandmuseum erinnert an 1917

Eröffnen die Weltkriegsausstellung im Siegerlandmuseum (von rechts): Prof. Dr. Bärbel Kuhn, Steffen Mues, Kurator Daniel Groth, Prof. Dr. Angela Schwarz und Mit-Kurator Malte Niessing.

Foto: Michael Kunz

Eröffnen die Weltkriegsausstellung im Siegerlandmuseum (von rechts): Prof. Dr. Bärbel Kuhn, Steffen Mues, Kurator Daniel Groth, Prof. Dr. Angela Schwarz und Mit-Kurator Malte Niessing. Foto: Michael Kunz

Siegen.   „Weltkrieg – Kriegswelt(en). 1917 in Stadt und (Um-)Land Siegen“, heißt die Ausstellung im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss. Sie ist bis zum 4. Februar 2018 zu sehen.

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Ganz so groß wie 2014 ist sie nicht mehr, die mediale Aufmerksamkeit für den 1. Weltkrieg. Damals kamen Bücher, TV-Dokus und Präsentationen gefühlt im Stundentakt heraus, inzwischen ist es deutlich ruhiger geworden. „Da ist es ganz gut, dass unsere Ausstellung jetzt kommt und das Thema wieder in Erinnerung ruft“, sagt Daniel Groth, Kurator der aktuellen Präsentation „Weltkrieg – Kriegswelt(en). 1917 in Stadt und (Um-)Land Siegen“, die seit Sonntag und bis zum 4. Februar 2018 im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss zu sehen ist. Themen, Quellen und die Struktur der Ausstellung erarbeitete er in den vergangenen eineinhalb Jahren unter anderem mit Studierenden in einer Reihe von Seminaren.

Nachfolgeprojekt für Vorjahresausstellung

In gewisser Hinsicht als Nachfolgeprojekt zur Vorjahresausstellung „1. Weltkrieg. Siegen an der Heimatfront“ der Siegener Geschichtswerkstatt konzipiert, beschäftigt sich das neue Projekt überwiegend mit den Ereignissen vor genau 100 Jahren. 1917 gelte global als „Scharnier“- oder „Wendejahr“ nicht nur der unmittelbaren Kriegsgeschichte, erläutert Daniel Groth. Zum Kriegseintritt der US-Amerikaner und der russischen Oktoberrevolution kämen noch neue Sichtweisen in Kunst und Avantgarde, aber auch eine wachsende Kriegsmüdigkeit im deutschen Hinterland.

Bürgermeister Steffen Mues erinnert an Meldungen vom 12. November 1917, über Milch und Hafermehlrationen auf Lebensmittelkarten, Aufforderungen an die Bürger, alte Kleidung bei der Stadt abzuliefern und die Suche nach Mädchen und Frauen für Arbeitseinsätze in der Industrie oder „in einer Dörranlage am Fischbacherberg“. Er wünsche sich den Besuch vieler Schulklassen in der Ausstellung, sagt Mues und betont die Wichtigkeit der Aufarbeitung jener Zeit.

Trage aus Lennestädter Heimatmuseum

Zu sehen sind Waagen als Symbol der Rationen, satirische Postkarten über Lebensmittelmarken, Bajonette, ein M-16-Stahlhelm sowie eine speziell für den Krieg entworfene Trage aus dem Lennestädter Heimatmuseum, dahinter läuft die gekürzte Fassung des Propagandafilms „Bei unseren Helden an der Somme“, der 1917 in den Kinos lief. Mahnmale in Niederndorf und Neunkirchen werden thematisiert, zwei von Soldaten verfasste Gedichte aus den Jahren 1914 und 1917 gegenübergestellt, dazu der Streit über ein pazifistisches Gedicht Adolf Wurmbachs von 1924 mit einem Hitler-Zitat konfrontiert, das zeitgleich am Siegener Maibaum hing.

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