Integration

Hilchenbach macht Geflüchtete fit für deutschen Umweltschutz

Umweltbildung für Geflüchtete: Zum Ressourcentag treffen sie sich in der zuletzt als Notunterkunft genutzten Hauptschule.

Umweltbildung für Geflüchtete: Zum Ressourcentag treffen sie sich in der zuletzt als Notunterkunft genutzten Hauptschule.

Foto: Stadt Hilchenbach

Dahlbruch.  Hilchenbach bietet einen „Ressourcentag“ an: Geflüchtete setzen sich mit den deutschen Systemen zu Strom, Wasser und Müll auseinander.

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Wie funktioniert Mülltrennung in Deutschland? Wie kann man beim Verbrauch von Energie und Wasser sparen? Umweltfragen wie diese werden nicht überall auf der Welt gleich beantwortet – die Folge können sehr konkrete Konflikte sein: Wenn nämlich am Ende die Müllabfuhr die falsch befüllte Abfalltonne vor dem Haus der Flüchtlingsfamilie ungeleert stehen lässt oder der Energieversorger den Strom abklemmt, weil die Rechnung nicht mehr bezahlt werden kann.

Einen „Ressourcentag“ haben jetzt Verena Simonazzi und Andrea Hartmann, im Hilchenbacher Rathaus für Integration zuständig, für die in Hilchenbach lebenden Geflüchteten veranstaltet. Referentinnen waren Stefanie Frische und Silvia Ruhland, gefördert wurde der sechsstündige Workshop über das Förderprogramm Komm An NRW. In der mittlerweile leerstehenden Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Hauptschule fanden sich zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein.

Die Themen

Klima-Veränderungen haben alle in ihrem Herkunftsland beobachtet: Es ist wärmer geworden, es regnet weniger und auch die Flüsse fassen immer weniger Wasser. Unter dem Motto „Beginn den Wandel – Jeder kann etwas tun“ führten die Referentinnen in die Themenblöcke Energie, Müll und Wasser ein. Hierbei vermitteln Stefanie Frische und Silvia Ruhland die Auswirkungen unseres Umgangs mit Ressourcen.

Strom: Bei einer Übung sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer typische Haushaltsgeräte wie Herdplatten, Wasserkocher, Kaffeemaschine, aber auch Glühbirnen oder ein Radio nach der Höhe ihres Verbrauchs ordnen. Mit einem Strommessgerät wurden die vorher festgehaltenen Schätzungen verglichen. Besonders erstaunt waren die Teilnehmer von dem Verbrauchs-Unterschied zwischen einer normalen Glühbirne (40,9 Watt) und einer Energiesparlampe (5,3 Watt). Nicht schlecht staunten sie über das Standby an Elektrogeräten: Durch das vollständige Ausschalten des Fernsehers können sieben Euro im Jahr Energie gespart werden.

Müll: Die Teilnehmer wurden gefragt, ob es ein Mülltrennungssystem in ihrem Herkunftsland gibt und wenn nicht, welcher Umgang mit Müll ihnen besser gefällt – einstimmig entschieden sie sich für die Mülltrennung, da auf diese Weise bestimmte Materialien wiederverwendet werden können. Bei einer Müll-Rallye wurden Plastikbecher, Eierkarton, Plastikflaschen oder Taschentücher den unterschiedlichen Mülleimern zugeordnet. Eine besondere Erkenntnis war, dass Schalen von Bananen oder Orangen in den Restmüll gehören, nur Reste heimischen Obstes in den Biomüll.

Wasser: Beim Thema Wasser wurde zunächst verdeutlicht, dass nur ein Bruchteil des gesamten Wasservorkommens als Trinkwasser verwendet werden kann. 124 Liter Trinkwasser verbraucht ein Durchschnittsmensch pro Tag, der Großteil davon zum Duschen oder für die Toilettenspülung, lediglich fünf Liter zum Essen und Trinken. Hinzu kommt die unsichtbare Wasserlast in Lebensmitteln und Industriegütern. Für eine Tüte Kartoffelchips werden etwa 185 Liter Wasser verbraucht, für ein T-Shirt schon 4100 Liter – auch deshalb ist Second-Hand-Kleidung eine umweltbewusste Alternative zum Neukauf.

Das Ziel

Am Ende des Workshops erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat. Das soll nicht nur das Interesse am Umweltschutz belegen, sondern könnte auch dabei helfen, Vorurteilen bei der Anmietung einer eigenen Wohnung entgegenzuwirken und somit die Wohnungssuche zu erleichtern.

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