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Hilchenbach hat noch viele Baustellen vor sich

Baugebiet Rothenberger Gärten

Baugebiet Rothenberger Gärten

Foto: Steffen Schwab

Hilchenbach.   Dahlbrucher Winterbach-Arena braucht „kurzfristig“ neuen Kunstrasen. Müsener Hauptstraße wird geglättet— aber erst nach dem Triathlon.

Die schönste Baustelle liegt am Südhang: Die Erschließung der Rothenberger Gärten läuft, 20 Bauplätze mit Blick auf Kirche und Rathaus werden ab 2020 bebaut werden können. Rund 510.000 Euro investiert die Stadt dort in den kleinen Straßenring, der an die Jung-Stilling-Allee angebunden wird.

Baustellen

Im Bauausschuss wurde jetzt deutlich, dass die Stadt auch jenseits des Kulturellen Marktplatzes in Dahlbruch noch einiges vor sich hat:

Winterbach-Arena: Tiefbau-Sachgebietsleiter Michael Schwenke meldet „kurzfristigen Handlungsbedarf“. Der Kunstrasen muss erneuert werden, „im besten Fall“ kommt die Stadt mit 500.000 Euro davon. Hochgerechnet drei Monate Bauzeit werden benötigt, in denen der FC Hilchenbach in Dahlbruch nicht spielen kann. „Es ist zu befürchten, dass der Verein sich anderweitig umsehen muss.“ Michael Stötzel (SPD) bringt für die Finanzierung die für den Kulturellen Marktplatz aufgesparte Sportpauschale des Landes ins Spiel: „Da wird ja noch etwas Zeit vergehen.“ „Ich würde solche differenzierten Fragen an den Kämmerer richten“, erwidert Schwenke. Udo Hoffmann stellt im Gespräch mit dieser Zeitung klar, dass Teile der Sportpauschale (40.000, zuletzt 60.000 Euro pro Jahr) auch für andere Vorhaben verwendet wurden. Von einem Guthaben in dieser Größenordnung zu sprechen, sei „eine mutige Behauptung“. Vorsitzender André Jung (CDU) erinnert daran, dass die Eröffnung der Arena 2004 eine der ersten Amtshandlungen von Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab war,. „Vielleicht ist das ja 2020 eine Chance für einen neuen Bürgermeister“, setzt Jung den Hieb gegen Amtsinhaber Holger Menzel.

Hauptstraße Müsen: Auf einer Länge von 2,5 Kilometern zwischen Sägewerk und Abzweig Winterbachstraße wird die Mittelnaht der Fahrbahn repariert. Angewendet wird das Patch-Verfahren, bei dem die Straße mit einer Splitt-Emulsion überzogen wird. „Die Straße wird dann auf Jahre in einem vernünftigen Zustand sein“, sagt Michael Schwenke. Gebaut werden wird allerdings erst nach dem Triathlon am 28. Juli. Für die Radfahrer wird der Baubetriebshof vorher die Schlaglöcher ausbessern. 190.000 Euro werden eingesetzt, davon kommen 130.000 aus dem Etat des Jahres 2018 – da war das Geld für die Siedlung reserviert gewesen.

Hörbachstraße: Die Dahlbrucher Hörbachstraße sei „in extrem schlechtem Zustand“, klagt Betty Roth (SPD). „Die Straße ist hin“, bestätigt Tiefbau-Chef Schwenke. Für den fälligen Komplettausbau müssten aber Anliegerbeiträge nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) erhoben werden. „Wir schieben einen Sanierungsstau vor uns her“, warnt Baudezernent Michael Kleber, „wir werden uns dem Thema stellen müssen.“ Der letzte KAG-Ausbau erfolgte 2012 in der Hochstraße. Dass die Hörbach danach an der Reihe sei, „war uns damals schon allen klar“.

B 508: Ab Montag, 27. Mai, wird auf der B 508 wieder gebaut, teilt Michael Schwenke mit. Der Landesbetrieb Straßenbau nimmt sich den Abschnitt zwischen dem neuen Kreisel und der Ortsmitte-Kreuzung in Allenbach vor.

Kultureller Marktplatz

Der Bauausschuss verliert kein Wort mehr über den Umgang mit der Kostensteigerung beim Kulturellen Marktplatz. Stadtentwicklungs- und Hauptausschuss hatten die Verwaltung scharf kritisiert, zuletzt in dieser Woche auch der Jugend- und Sozialausschuss. Katrin Fey (Linke) erinnerte dort an den Streit um den nicht berücksichtigten Probenraum für Bands, bei dem es um 60.000 Euro gegangen sei. Angesichts der Mehrkosten von drei Millionen Euro (10 statt 7) sei das eine „Farce“. Sie sei „traurig, dass so schlecht geplant wurde“. Karl-Heinz Jungbluth (FDP) nannte den Hauptschul-Altbau („Haus ErnA“) als Standort, dort könnte ein Klassenraum hergerichtet werden — es sei denn, dass, so die in nicht öffentlicher Sitzung des Bauausschusses berichtete Idee, die Kita Kuckucksnest dorthin umzieht. Der Rat selbst müsse sich vorwerfen lassen, sich nicht aktiv genug eingebracht zu haben. „Man war zu gutgläubig.“

„Wir haben doch so viele tolle Leute im Rathaus, die Kontrolle hätten ausüben können“, wandte Betty Roth (SPD) ein. Stadtrat Udo Hoffmann sah die Schuld nicht in der Verwaltung: „Dafür gibt es Fachingenieure, die ja auch gut bezahlt werden.“ Frank Luschei (Grüne) sah nicht die Finanzierung als Problem: „Es ist nicht gelungen, dem Projekt eine Seele zu geben.“

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