Wettbewerb

Herrengarten an Siegens neuen Ufern wird ein echter Garten

Die Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden möchten den Herrengarten zu einer großen, offenen Grünfläche umgestalten.

Die Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden möchten den Herrengarten zu einer großen, offenen Grünfläche umgestalten.

Foto: Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Siegen.   Entscheidung im Wettbewerb Herrengarten ist gefallen. Jury votiert einstimmig für Entwurf eines Dresdener Büro. Baustart vielleicht schon 2020.

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Die Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden sind Sieger des freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs Herrengarten. Die Jury unter Vorsitz des Essener Landschaftsarchitekten Friedhelm Terfrüchte entschied sich gestern bei der Preisgerichtssitzung im Hüttensaal der Siegerlandhalle einstimmig für den Entwurf, der „wegen seiner Prägnanz und Schlichtheit in hohem Maße“ überzeuge, wie es in der Begründung heißt. Insgesamt hatten 13 Büros Beiträge eingereicht.

Der Siegerentwurf

Es sei „die robusteste Arbeit“, sagte Terfrüchte bei der Bekanntgabe. Dort, wo sich heute noch das Gebäude Herrengarten befindet, soll eine Rasenfläche entstehen, die von einem umlaufenden Sitzmöbel eingerahmt ist. Der Rand bestehe aus „reliefierten Werksteinen“, so Terfrüchte – die moderne Interpretation einer Einfriedung. Die Anmutung soll an einen Garten erinnern, die Anlage multifunktional nutzbar und für alle Altersgruppen attraktiv sein. Von der Sieg aus betrachtet wird links eine Freifläche sein, im rechten Bereich ein kleiner „Hain aus Zierkirschen“ zusätzlich zu den Bestandsplatanen. Das Areal ist offen gehalten, die Blickbeziehungen Richtung Fluss – und umgekehrt – frei. „Die Übersichtlichkeit schafft ein hohes Gefühl der Sicherheit im öffentlichen Raum“, findet die Jury.

Der Wettbewerb

Elf stimmberechtigte Jury-Mitglieder, überwiegend Landschaftsarchitekten aus Nordrhein-Westfalen, aber auch Vertreter der Verwaltung und der Siegener Ratsfraktionen, kamen während einer rund achtstündigen Sitzung zu ihrem Votum – unterstützt von beratenden, aber nicht stimmberechtigten Teilnehmern. Der große Vorteil des Wettbewerbsverfahrens, das die Stadt Siegen nach den Neuen Ufern und „Rund um den Siegberg“ nun zum dritten Mal angewandt hat, liege in der Vielfalt an Ideen, die generiert werden, sagte Terfrüchte: „Es entsteht viel mehr als in einem einzigen Kopf am Schreibtisch. Viele Dinge würde man ohne solche Wettbewerbsverfahren gar nicht erreichen.“ Für die Büros sei die Teilnahme mit hohem Aufwand verbunden – und Preisgeld erhalten nur die Erstplatzierten. Dass 13 Büros – zwölf aus Deutschland, eins aus Österreich – mitgemacht haben, „zeigt uns, dass wir einen guten Ruf haben, was solche Wettbewerbe angeht“, sagte Steffen Mues.

Das weitere Vorgehen

Die Stadt wird mit den drei Erstplatzierten in Verhandlung treten, erläuterte Stadtbaurat Henrik Schumann. Die Jury empfiehlt ausdrücklich die Umsetzung des Siegerentwurfs, aber „es geht auch noch um finanzielle Fragen, Zeitpläne oder darum, wie die Büros auf mögliche Anmerkungen von uns eingehen.“ Die Realisierung könnte schon 2020 beginnen, zumindest auf einem Teil des Grundstücks: Der Abriss des rechten – des flacheren – Gebäudeteils ist genehmigt, die Mietverträge dort laufen Ende 2019 aus. Für den anderen Gebäudeteil „sind wir im Gespräch“, sagte Bürgermeister Mues. Mit dem Zuschussgeber sei dieses Vorgehen bereits abgestimmt.

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