Gymnasium signalisiert Bereitschaft zur Umbenennung

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Die Schulkonferenz des Friedrich-Flick-Gymnasiums hat ein Signal ihrer Bereitschaft zur Umbenennung der Schule gegeben. Um „dauerhaft eine Rückkehr zum ungestörten Schulbetrieb” zu ermöglichen, appelliert sie an den Bürgermeister, „geeignete Maßnahmen zu ergreifen”.

„Wir haben auf ein Zeichen der Schule gewartet”, kommentierte Bürgermeister Rudolf Biermann Donnerstag Abend in der Ratssitzung die Mitteilung über diesen ganz neuen Beschluss der Schulkonferenz: „Und jetzt ist es da.” Am Montag war der Appell an den Bürgermeister mit 14 zu fünf Stimmen verabschiedet und ihm Donnerstag mitgeteilt worden. Er bestätigt im Wesentlichen ein Schreiben, das die Lehrerkonferenz Anfang Juni an Biermann überreichte. Darin wird beklagt, dass „die Arbeit an unserer Schule zunehmend von der Diskussion um ihren Namen überschattet” werde. Dies sei verbunden mit persönlichen Angriffen auf Schulleiter Herbert Hoß; auch werde dabei das „Zerrbild eines lethargischen Kollegiums” gezeichnet. Auswirkungen auf die Schule seien deutlich spürbar. Niemand bestreite, dass die Flick-Stiftung die Schule viele Jahre finanziell unterstützt hat: „Doch sind wir schmerzlich daran erinnert worden, welche Bürde der Name Friedrich Flick darstellt.” Die Schulkonferenz hebt die Qualität der Schule hervor, räumt aber auch ein, dass die Identität des Namensgebers „als anachronistisches Relikt eines der traurigsten Kapitel der deutschen Geschichte” angesehen werde. Das werde spürbar, wenn Eltern ihre Kinder an der Schule anmelden.

Zuvor hatte der Bürgermeister den Inhalt eines Gesprächs mit der Stiftungsaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg wiedergegeben. Von dort gibt es keine Vorbehalte gegen eine Namensänderung. Einer Satzungsänderung der Friedrich-Flick-Förderstiftung, aus der jährlich einige tausend Euro der Schule zur Verfügung gestellt werden, würde die Regierung zustimmen - wenn die Erbengemeinschaft Flick keine Erstattung des Stiftungskapitals beanspruche. Dabei geht es um rund 100 000 Euro. Die Kontaktaufnahme mit den juristischen Vertretern der Flick-Erben zur Klärung, ob eine Namensänderung aus ihrer Sicht mit finanziellen Rückforderungen verbunden (sprich: Drei-Millionen-Spende) sei, blieb bislang ergebnislos. Zwar sind die Anfragen der Verwaltung in Düsseldorf und Wien eingegangen. Doch sei erst in einigen Wochen mit Antwort zu rechnen.

„Deshalb ist eine Entscheidung über die Namensgebung nicht vor Positionierung der Erben möglich”, betonte Biermann in direkter Erwiderung auf den grünen Stadtverordneten Günter Jochum. Er hatte die Ausführungen Biermanns zum Anlass genommen, sich nach dem möglichen Zeitpunkt der Umbenennung zu erkundigen: „Wenn sich die Erben in Schweigen hüllen, sollten wir im November eine Entscheidung herbeiführen.”

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