Wirtschaft

Gründerwerk der Sparkasse Siegen eröffnet in Kölner Straße

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart (rechts) spricht zur Eröffnung des Gründerwerks der Sparkasse Siegen. Die Anlaufstelle für Gründer ist in das ehemalige Modehaus Bender eingezogen.

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart (rechts) spricht zur Eröffnung des Gründerwerks der Sparkasse Siegen. Die Anlaufstelle für Gründer ist in das ehemalige Modehaus Bender eingezogen.

Foto: Florian Adam

Siegen.   Die Sparkasse Siegen eröffnet im ehemaligen Modehaus Bender das Gründerwerk. NRW-Wissenschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart ist zu Gast.

Gründungswillige gingen in der Kölner Straße 28 früher schon ein und aus. Als es unter dieser Adresse noch das Modehaus Bender gab, kauften sie dort den Anzug für die wichtigen ersten Geschäftsgespräche. Nun kehrt diese Zielgruppe zurück – nicht um sich einzukleiden, sondern um das eigene Unternehmen an den Start zu bringen. Gestern eröffnete die Sparkasse Siegen dort das Gründerwerk.

Von Gründerinnen und Gründern wurde bis vor einigen Jahren noch erwartet, dass sie ihre Produkte bis zur Marktreife austüfteln, einen umfangreichen Businessplan erstellen und dann erst zwecks Realisierung auf offizielle Stellen zugehen, erläuterte Prof. Andreas Pinkwart in seinem Grußwort. Der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen kennt das Siegerland aus seiner Zeit als Professor an der Uni Siegen, wo er seinen Schwerpunkt bei kleineren und mittleren Unternehmen hatte. Was Gründungsgeschehen betrifft, beobachtet er einen grundsätzlichen Wandel: Die „Interaktion mit potenziellen Kunden“ rücke innerhalb des Prozesses viel weiter nach vorne, es sei stärker als früher notwendig, „im Markt zu lernen, um die Ideen weiterentwickeln zu können“.

Der Ansatz des Gründerwerks greife genau das auf. Die Räume gegenüber von Karstadt liegen zentral in der Oberstadt und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Campus Unteres Schloss. Alles ist offen und einladend gestaltet. „Ich finde es toll, dass Sie in Siegen diese Plattform öffnen“, betonte der Minister. Dieses Konzept sei „etwas ganz Aktuelles, etwas ganz Modernes“.

Idee hinter dem Gründerwerk ist es nach Angaben der Sparkasse Siegen, Interessierten eine Anlaufstelle zu bieten, wo sie bereits in einem sehr frühen Stadium Ansprechpartner finden. „Ab dem Punkt, wo Menschen überlegen, ob Selbstständigkeit eine berufliche Option ist, kommen wir schon ins Spiel“, heißt es dazu im Promo-Video. „Es kommen wirklich auch Leute mit allerersten Ideen“, sagt Sparkassen-Sprecherin Stefanie Schierling. „Junge Leute, die nicht wissen, an wen sie sich wenden oder wen sie anrufen müssen.“ Das aber weiß das Gründerwerk-Team. Wichtiger Faktor ist, dass tatsächlich erst einmal jeder Interessierte unverbindlich reinkommen und sich beraten lassen kann.

Anlaufstelle in zentraler Lage

Zum Einen tritt die Sparkasse Siegen dabei natürlich als Finanzdienstleister auf, um die Umsetzung aussichtsreicher Konzepte zu begleiten. Zum Anderen gibt es aber Beratung und Vermittlung innerhalb eines Netzwerkes aus Unternehmen, Institutionen und anderen Initiativen wie Startpunkt 57.

Eigenen Plänen von einer Selbstständigkeit nachzugehen liegt näher, wenn eine Anlaufstelle bekannt und im täglichen Straßenbild präsent ist. Gerade darum wählte die Sparkasse nach eigenen Angaben mit dem Benderhaus ein prominentes Gebäude mit Geschichte. Eine Besonderheit ist der Pop-up Store, ein launchartiger Raum mit Schaufensterfront zur Kölner Straße: Gründerinnen und Gründer können dort mietfrei ihre Produkte und Dienstleistungen für eine begrenzte Zeit präsentieren, um die Reaktionen der potenziellen Kundschaft zu testen.

Chef oder Chefin des eigenen Unternehmens zu werden ist selbstverständlich das langfristige Ziel der Bemühungen. „Ich weiß aus meiner Zeit hier, dass die Region unglaublich viel Potenzial hat“, so Minister Andreas Pinkwart – wegen der Universität und des seit jeher starken Mittelstandes.

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