Junges Theater

„Goldmenschen“ gibt in Netphen dem Thema Demenz eine Bühne

Junges Theater Siegen nähert sich im Stück „Goldmenschen“ einfühlsam dem Thema Demenz.

Junges Theater Siegen nähert sich im Stück „Goldmenschen“ einfühlsam dem Thema Demenz.

Foto: Jürgen Schade

Netphen.  Junges Theater Siegen zeigt im Forum des Gymnasiums Netphen „Goldmenschen“. Das Stück thematisiert bewegend und lebensnah Demenz und Vergessen.

Es war für einige Besucher emotionale schwere Kost, die das „Junge Theater Siegen“ im Forum des Gymnasiums Netphen bot. Das Stück „Goldmenschen“, zu dem der Verein „VergissMeinNicht“ und die Senioren-Service-Stelle der Stadt eingeladen hatten, dreht sich um das Thema Demenz und Vergessen.

Die 19 jungen Darsteller haben das Stück unter Leitung von Lars Dettmer und Najib El-Chartouni erarbeitet, haben zur Vorbereitung Interviews mit Betroffenen geführt und viel recherchiert. Herausgekommen ist eine Produktion, die aufklären, Ängste nehmen und Hoffnung geben möchte. Zur Einleitung las Heinrich Waegener, ein noch im frühen Stadium Betroffener, seine lyrischen Gedanken über seine ersten Erfahrungen mit der Alzheimer-Erkrankung – Basis waren Briefe, die er geschrieben und bekommen hat.

Lebensnah erzählte Geschichten

„Goldmenschen“ spielt in einer Einrichtung für an Demenz erkrankte Menschen. Es geht um Bewohner und Personal. „Sie alle erleben tägliche Geschichten, wie sie auch das Leben schreibt“, hieß es schon in der Ankündigung – und Geschichten, die Angehörige kennen und die auch die Helfer des Vereins „VergissMeinNicht“ erzählen können.

Netphens Bürgermeister Paul Wagener sprach Eva Vitt von der Senioren-Service-Stelle, VergissMeinNicht, dem gesamten Ensemble sowie Heinrich Waegener für die Organisation, Umsetzung und Gestaltung großen Dank aus. „Das Thema Demenz ist in unserer heutigen Gesellschaft allgegenwärtig“, sagte der Bürgermeister. „Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, darüber zu sprechen oder den richtigen Umgang mit dieser Erkrankung zu finden.“ Eine Demenz-Erkrankung stelle nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige vor große Herausforderungen im Alltag.

Teilhabe trotz Erkrankung ermöglichen

Dass das Stück nicht nur für das Thema an sich sensibilisieren sollte, sondern auch für eine bessere gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen, betonte Eva Vitt. „Auch mit der Diagnose Demenz ist es Betroffenen und ihren Angehörigen möglich, ein aktives, vielschichtiges Leben zu führen“, sagte sie. Es gebe heute eine Vielzahl von Initiativen, Akteuren, Projekten und Angeboten, „die das Leben mit der Erkrankung unterstützen und den betroffenen Familien zeigen, dass niemand mit Demenz alleine sein muss“.

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