Dorfwettbewerb

Golddorf Holzhausen lässt die Korken knallen

Da werden die Arme hoch gerissen: Am grünen Tuch ist die Mannschaft aus Holzhausen zu erkennen, die ihren Sieg bejubelt.

Da werden die Arme hoch gerissen: Am grünen Tuch ist die Mannschaft aus Holzhausen zu erkennen, die ihren Sieg bejubelt.

Foto: Hans-Albert LImbrock

Holzhausen/Beienbach.   Holzhausen ist eines von sieben westfälischen Golddörfern, die im nächsten Sommer Besuch von der Jury des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft" bekommen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Gold für Holzhausen, Silber für Beienbach, Bronze für Feudingen: Auf und vor der Bühne des Düsser Bauernmarkts war der Jubel am Sonntag kurz vor Mittag riesig, vor allem natürlich bei Ulrich Krumm und seinen rund 30 Mitstreitern aus Holzhausen, alle mit grünem Tuch ausgestattet, die das Bild mit emporgerissenen Armen prägten. Holzhausen ist eines von sieben westfälischen Golddörfern, die im nächsten Sommer Besuch von der Jury des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft bekommt“ – und hat damit die Chance, noch ein Treppchen höher zu kommen als das Netphener Mühlendorf Nenkersdorf, das 1977 und 2005 ebenfalls Gold im Landeswettbewerb gewonnen hat.

Außen schonen, innen wohnen

In der Alten Schule in Holzhausen knallen am späten Sonntagnachmittag die Sektkorken. „Das freut uns sehr“, kommentiert Heimatvereinsvorsitzender Ulrich Krumm den Erfolg, auf den die aktive Truppe aber auch gezielt hingearbeitet hat: mit dem Verzicht auf Effekte und dem Blick aufs Ganze. Naturschutz, Baukultur und wirtschaftliche Initiativen nennt Krumm als Stichworte — ohne das andere Standbein des auch im Naturschutz starken Heimatvereins zu vergessen: das Kulturprogramm, das ein Arbeitskreis für das 2300-Seelen-Dorf ebenfalls stemmt. Erst am Samstag haben Künstler aus Berlin im voll besetzten Gemeindehaus ein Saxophonkonzert gegeben — „ein schöner Erfolg“.

„Außen schonen, innen wohnen“: Diese Devise für die Dorfentwicklung wendet Ulrich Krumm für Holzhausen an, sie ist aber auch ein Motto für die gesamte Gemeinde, die die „Lebenswerten Dörfer“ fördert, gerade vor dem Hintergrund von Migration und demografischer Veränderung, wie Bürgermeister Christoph Ewers betont. Ewers gibt den Dank aus Holzhausen zurück: Die Gemeinde könne unterstützend begleiten. „Aber die Kraft selbst kommt aus dem Dorf heraus.“ Abgesehen davon, so Ewers, „warten die Holzhausener nicht darauf, dass die Verwaltung etwas macht — die machen selbst.“ In der Alten Schule gratuliert der Bürgermeister den Siegern natürlich selbst: „So einen Erfolg hat noch kein Burbacher Dorf geschafft.“ Viel Zeit zum Feiern wird Ulrich Krumm seiner Mannschaft wohl nicht lassen. Nun steht der Bundeswettbewerb an. „Wir müssen uns wieder stark engagieren.“

Das zweite Silber für Beienbach

„Unsere Beienbacher haben ein großes Lob verdient“, sagt Netphens Bürgermeister Paul Wagener, der das Engagement des Teams um Bürgervereinsvorsitzenden André Neumann, Ortsbürgermeister Walter Nöh und seinen Vorgänger Uli Brück hervorhebt: „Da sieht man, dass die Arbeit Früchte getragen hat.“ 48 Beienbacher sind am Sonntag mit nach Bad Sassendorf gefahren. „Man ist ja doch stolz“, sagt André Neumann kurz nach der Verkündung ein bisschen zurückhaltend. Die Beienbacher machen am Sonntag ein Fass auf für die zweite Silbermedaille. Aller guten Dinge sind...

Sonderpreise für beide Dörfer 

Holzhausen hat außerdem einen Sonderpreis der NRW-Stiftung für die Denkmalpflege im Ortskern bekommen; besonders hervorgehoben wurde die Alte Schule.

Beienbach bekam einen Sonderpreis der Energieagentur NRW „für das beeindruckende Pilotprojekt einer Holzvergaseranlage, die zehn Häuser im Dorf mit Nahwärme versorgt“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben