Einzelhandel

Geisweid: Kein Discounter vor der Rewe-Eröffnung

Die Parkpalette neben dem Geisweider Rathaus weicht einem Rewemarkt. Derzeit laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Abriss.

Foto: Jens Plaum

Die Parkpalette neben dem Geisweider Rathaus weicht einem Rewemarkt. Derzeit laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Abriss. Foto: Jens Plaum

Geisweid.   Vorbereitende Bauarbeiten für den Vollsortimenter in Geisweid laufen. Bezüglich der Ansiedlung eines Aldi-Markts besteht noch Konfliktpotenzial.

Während sich in Sachen Vollsortimenter in Geisweid sichtbar etwas tut, tut sich in punkto neuer Discounter erst einmal nichts. „Wir müssen schauen, wie sich die Situation mit dem Rewe-Markt entwickelt“, sagt Rüdiger Heupel, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. „Die Eröffnung ist für Anfang 2019 geplant – und im Laufe des Jahres wird man Auswirkungen sehen und kann reagieren.“

Was hat die Frage nach dem Discounter mit dem Bau des Vollsortimenters zu tun?

Das verbindende Moment ist die Gesamtsicht auf den Einzelhandelsstandort Geisweid. Im Zentrum gibt es relativ viele Leerstände, mit der Schließung des Nahkaufs Ende des Jahres 2014 entfiel eine wichtige Möglichkeit zur Nahversorgung. Die Idee, neben dem Rathaus nicht nur einen Vollsortimenter, sondern auch einen Discounter anzusiedeln, fand keine politische Mehrheit – aus der Befürchtung heraus, dass ein Einkaufsschwerpunkt entstehen und die Fußgängerzone weiter schwächen würde. Der Wunsch nach einem Discounter – ganz konkret nach Aldi – wird in Geisweid immer wieder laut.

Gibt es keinen alternativen Standort für einen Discounter?

Die Suche gestaltete sich bisher schwierig. Unter anderem wurde eine Umnutzung des Busbahnhofs untersucht, wegen der enormen Kosten jedoch verworfen. Im Stadtteil regt sich seit Langem Unmut. Die SPD machte sich in den politischen Gremien für das ehemalige Elih-Gelände an der Wenschtstraße stark – aber fest verbunden mit der Vorgabe, dort einen Aldi anzusiedeln. Seitens der Grundstücksbesitzer besteht offensichtlich Interesse an einer solchen Lösung, eine politische Mehrheit fand sich aber nicht: Einerseits, so der Tenor, könne die Politik nicht festlegen, dass ein bestimmter Discounter zu bevorzugen sei – Politik und Verwaltung sind in solchen Fällen zu Offenheit verpflichtet. Andererseits ist es nicht Aufgabe der Verwaltung, intensive – und kostspielige – Planungen für private Investoren vorzunehmen.

Wieso wird nicht einfach ein Discounter auf dem Elih-Gelände errichtet?

Laut derzeitigem Bebauungsplan wäre das nicht zulässig: Die Politik müsste zunächst einer Änderung zustimmen. Das Einzelhandelsgutachten aus dem Jahr 2009, das langfristige Perspektiven für die Entwicklung des Einzelhandelsstandorts Geisweid festlegt, geht aber davon aus, dass ein Discounter oder Vollsortimenter auf den Elih-Gelände schädliche Auswirkungen auf das Zentrum hätte — es gibt bereits einen Lidl in diesem Bereich der Wenschtstraße. „Für uns gilt die Linie: Wir wollen das Zentrum von Geisweid stärken“, sagt Rüdiger Heupel. Das Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen hat im Rat die Mehrheit.

Ist das Thema „neuer Discounter“ erledigt?

Nicht unbedingt. Bevor Fakten geschaffen werden, seien aber die Entwicklungen abzuwarten, die die Rewe-Eröffnung mit sich bringt. Vorher „gibt es keinen Grund, nur weil jemand ruft, mal eben einen neuen Bebauungsplan zu machen“, sagt Rüdiger Heupel. Bevor Voraussetzungen für einen weiteren Discounter im Stadtteil geschaffen würden, „muss erst einmal geklärt sein, ob das wirklich gebraucht wird“.


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