Autobahnbau

Für neue A-45-Siegtalbrücke in Siegen müssen Häuser weichen

Eine Möglichkeit: Diese Animation der neuen Siegtalbrücke hat der Landesbetrieb Straßenbau am Dienstag vorgestellt – die Spannweite ist größer, sie braucht weniger Pfeiler als die heutige Brücke.

Eine Möglichkeit: Diese Animation der neuen Siegtalbrücke hat der Landesbetrieb Straßenbau am Dienstag vorgestellt – die Spannweite ist größer, sie braucht weniger Pfeiler als die heutige Brücke.

Foto: Landesbetrieb Straßenbau NRW

Siegen.   2033 soll die neue Siegtalbrücke fertig sein. Möglicherweise muss dazu auch die A-45-Trasse zwischen Siegen-Süd und Siegen verschoben werden.

Karl-Hermann Metz, Leiter der A-45-Projektgruppe bei Straßen NRW, spricht von „großer Verunsicherung“ in Eiserfeld, „bis hin zu Grundstücksspekulationen“. In der gemeinsamen Sondersitzung von Bau- und Bezirksausschuss bestätigt das auch Mark Rothenpieler (CDU): Bürger fragten, ob sich das neue Badezimmer überhaupt lohne – oder ob ihr Haus für den Neubau der Siegtalbrücke weichen muss.

Was ist dran an den Gerüchten?

Die A 45 wird komplett sechsspurig ausgebaut. Allein auf den 122 Kilometern in NRW müssen auch 38 Brücken erneuert werden. Die Siegtalbrücke ist mit 100 Metern über dem Gelände die höchste und mit 1035 Metern die längste. „Zweifelsfrei die größte technische Herausforderung, die wir zu bewältigen haben", sagt Karl-Hermann Metz, „wir haben noch einen langen Weg vor uns.“ Am Beginn wird, im September, eine Bürgerinformationsveranstaltung stehen.

Wer ist von dem Brückenneubau betroffen?

Alle, die unter der alten oder neuen Brücke Grundstücke haben: Projektleiter Klaus Frettlöh nennt Höllenwald- , Grabett-, Eiserfelder Straße und Nachtigallweg, aber auch HTS, Bahn- und Stromtrassen. Dabei wird es aber nicht bleiben: Je nach dem, wie die Brücke gebaut wird, muss auch die gesamte Autobahntrasse zwischen dem Parkplatz In der Hubach, der Anschlussstelle Siegen und der Kreuzung mit der Achenbacher Straße verändert werden. „Wir müssen ziemlich derbe an Querneigung und Höhenlage arbeiten“, sagt Frettlöh. Immer gilt: Unter der Fahrbahn darf nichts stehen. Und auch nicht in einem Schutzstreifen fünf Meter ab Fahrbahn-Außenkante.

Wie wird die Brücke neu gebaut?

Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten: die neue Brücke ersetzt die alte, indem erst die eine, dann die andere Seite neu gebaut wird. Oder: Die neue Brücke wird neben die alte gestellt, die alte dann abgerissen. Oder: Ein Brückenteil bleibt auf der alten Trasse, der andere wird seitlich angebaut. Die „halbe“ Verschiebung könnte zum Zuge kommen, wenn der Neubau auf der alten Trasse ausscheidet – wobei auch der Folgen hat, weil der neue Fahrbahnquerschnitt sechs Meter breiter wird. „Es wird Betroffenheiten geben“, sagt Katharina Erbismann, die an der Konstruktion des Bauwerks arbeitet, „man wird versuchen, diese zu minimieren.“ Geht es nach Osten, trifft es den Gilberg. Geht es nach Westen, trifft es die Dreisbach.

Wie viele Pfeiler hat die neue Brücke?

So wenig wie möglich, verspricht Karl-Hermann Metz. Denn jeder Pfeiler braucht auch einen Bauplatz. Angestrebt werde ein „Maximum an Spannweite“. Katharina Erbismann rät zu einer realistischen Betrachtung: „Man kann nicht das ganze Tal ohne Stützen überbrücken.“ Um den Baugrund zu erkunden, erfolgen 55 Bohrungen in eine Tiefe von bis zu 30 Metern, mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern. Außerdem sind 55 schwere Rammsondierungen in fünf bis 15 Meter Tiefe vorgesehen.

Wird die alte Brücke gesprengt?

Nein. In 100 Metern Höhe über dichter Bebauung scheidet diese Lösung, die in Rinsdorf angewendet wurde aus. Die Fahrbahn wird herausgeschnitten und entweder an Ort und Stelle oder außerhalb des Brückenbereichs zerkleinert, die Pfeiler werden „konventionell“ abgebaut.

Wann wird gebaut?

Baurecht wird über ein Planfeststellungsverfahren geschaffen. „Frühestens“ 2025 , schätzt Karl-Hermann Metz, kann dann mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit werde mindestens sieben bis acht Jahre dauern. „2033 wären wir dann so weit.“ Mit der Siegtalbrücke – Metz: „Es gibt keine schönere“ – wäre der A-45-Ausbau dann abgeschlossen.

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