Ortsjubiläum

Frohnhausen feiert Jubiläum auf dem strahlenden Eichhain

Frohnhausen um 1985: Das Dorf, durch das die Kreisstraße von Netphen nach Herzhausen führt, ist vor allem seit 1960 gewachsen. 375 Einwohner werden heute gezählt.

Frohnhausen um 1985: Das Dorf, durch das die Kreisstraße von Netphen nach Herzhausen führt, ist vor allem seit 1960 gewachsen. 375 Einwohner werden heute gezählt.

Foto: Privat

Frohnhausen.  Frohnhausen wurde vor 675 Jahren zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Ende August lassen die „Newwelpücker“ ihr großes Fest steigen.

Der Festreigen geht weiter: Am letzten August-Wochenende feiern die Frohnhausener ihr Jubiläumsfest – so wie zuletzt schon Unglinghausen, Walpersdorf und Oechelhausen und Mitte September noch Sohlbach, die alle in einer Eintragung im Mann- und Güterbuch der Herren von Bicken vor 675 Jahren zum ersten Mal erwähnt wurden. „Fronhausen ist den Herren von Bicken den Kleinen Zehnten schuldig“, heißt der Eintrag wörtlich. Ein Zehntel aller Tierprodukte, wie Eier, Milch, Butter oder Honig, waren abzuliefern. Beim „großen Zehnt“ wären auch noch die Feldfrüchte dabeigewesen, beim „Blutzehnt“ das Vieh selbst.

Die Geschichte

„Erste Höfe haben hier wohl bereits um 900 nach Christus gestanden“, schreibt Ortsbürgermeister Manfred Heinz, der zusammen mit Christian Hausknecht ein Lesebuch zur Dorfgeschichte herausgibt. Die ersten Höfe waren den Nassauer Grafen in Siegen zum Dienst verpflichtet, später auch dem Kloster Stift Keppel, das 1290 gegründet wurde. 1440 erscheinen Simon und Heidenreich von Fronhusen in einer Urkunde: Die Äbtissin von Keppel gibt ihnen das Eschenbacher Gut in Oechelhausen als Lehen, Philipp von Bicken als Amtmann besiegelt das Dokument.

Das „Verlehnungsprotokoll“ von 1739 für Demandts Hof, der heute den Hausnamen Peadersch trägt, geht ins Detail: „Jährlich auf Martini anhero ins Stift liefern“ sollten die Bauern neben Korn und Hafer, Wachs und Honig zwei Gänse und vier Hühner. „Gantz nichts zu Schaffen“ hätten die Bauern mit dem Stiftswald – selbst die Eicheln, mit denen sie die Schweine hätten füttern können, durften sie nicht auflesen. Insgesamt sechs Keppelsche Höfe gibt es schließlich in Frohnhausen selbst, die an 1829 in das freie Eigentum der Bauern übergehen.

Das Fest

„Seit 675 Jahren: Der Eichhain strahlt.“ Das ist das Motto des Fests, das – abends unter romantisch illuminierten Eichen – auf dem Gelände mit der Grillhütte und dem Bolzplatz gefeiert wird.

Am Freitag, 30. August, geht es dort um 19 Uhr mit einer Kölschen Nacht los, DJ Stocki legt auf.

Am Samstag, 11 Uhr, wird der Bauernmarkt und der Spielpark auf dem Bolzplatz geöffnet. Es gibt eine Kletterwand, eine Hüpfburg, Torwandschießen und ein Malzelt, und auch die Waldschule ist zu Gast. Ab 14 Uhr bietet Klaus Wunderlich Livemusik. Ab 15 Uhr zeigen verschiedene Gruppen Tanzvorführungen im Zelt: Erwartet werden die Tanzschule Im Takt, die Rock’n’Roll -Connection Siegerland, die Tanz AG des Gymnasiums Stift Keppel sowie „Franzi, Minou & Anka“. Ab 20 Uhr spielt dort die regionale Kultband „Unart“.

Der Sonntag startet um 11 Uhr mit einem Frühschoppen und Fassanstich. Dann sind auch der Natur- und Bauernmarkt und der Spielpark wieder geöffnet. Um 13 Uhr wird Festausschussvorsitzender Bernd Hesselbach den offiziellen Festakt eröffnen, zu dem unter anderem der Landrat und der Bürgermeister sprechen werden. Christian Hausknecht und Manfred Heinz werden als Herausgeber ihr Frohnhausener Lesebuch vorstellen. Um 14.30 Uhr und um 16 Uhr wird die Frohnhausener Musikschule Frevel ihre Auftritte haben und den Sonntagnachmittag zum gemütlichen Beisammensein auf dem Eichhain untermalen – aus der „Musikschulfamilie“ sind sogar schon einige You-Tube-Stars hervorgegangen. Gegen 18 Uhr soll das Fest ausklingen.

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