Marodes Dach

Friedenskirche gesperrt

Die Friedenskirche in Achenbach ist gesperrt: Das Dach droht einzustürzen.

Die Friedenskirche in Achenbach ist gesperrt: Das Dach droht einzustürzen.

Foto: Jürgen Schade

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Siegen-Achenbach. Die Friedenskirche ist bis auf Weiteres geschlossen. Das Dach des außergewöhnlichen Gotteshauses droht einzustürzen.

Ein Statiker sah sich kürzlich die marode Dachkonstruktion der alten Holzkirche an und entschied, sie „aus sicherheitstechnischen Gründen“ zu sperren.

„Das Dach gibt inzwischen um 40 Zentimeter nach“, sagt Günther Langer, zuständiger Stadtverordneter und Vorsitzender des Heimatvereins Achenbach. Das sei allerdings eher weniger der großen Schneelast der vergangenen Tage geschuldet: „1962 brannte die Kirche“, erläutert Langer. Ein Teil der alten Balken ist nach der Sanierung wieder eingebaut worden. Und war über vier Jahrzehnte lang Hitze, Feuchtigkeit und Frost ausgesetzt. „35 000 Euro müssen in ein neues Dach gesteckt werden“, so der Vorsitzende, „der Dachstuhl muss erneuert und das Dach anschließend gedeckt werden“.

10 000 Euro hat der Heimatverein, der mit der Instandsetzung sozusagen beauftragt ist, bisher gesammelt. Für den Rest – inklusive Sanierung – gibt Langer sich und seinen Vereinsfreunden noch ein knappes halbes Jahr Zeit. Das ehrgeizige Ziel: Zur Eröffnung des Achenbacher Themenwanderwegs am 3. Juni 2011 soll die Kirche wieder hergerichtet sein. „Als Heimatverein packen wir richtig an“, prophezeit er, „wir wollen die Christusgemeinde nicht allein stehen lassen“.

Holzbau stammt
aus Schweden

Die Friedenskirche stammt aus Schweden. Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Evansville im US-Staat Indiana stiftete den Holzbau – als eine der ersten intakten Kirchen Siegens nach dem Zweiten Weltkrieg. Zunächst stand das Gotteshaus jedoch nicht am heutigen Platz, sondern auf dem Eintrachtgelände.

Ende der 1950er Jahre wurde die Johanneskirche dort abgebaut und als Friedenskirche in Achenbach wieder errichtet. Sie ist damit eines der wenigen evangelischen Gotteshäuser, das seinen Namen geändert hat. Und sie prägt heute das Siegener Stadtbild – wie Günther Langer findet.

Solange die Kirche gesperrt ist, laufen die Gottesdienste im Gemeindehaus Im Samelsfeld und Gemeindehaus Emmaus auf dem Fischbacherberg.

Der Heimatverein bittet um Spenden, damit die fehlenden 25 000 Euro so schnell wie möglich zusammenkommen.

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