Klimaschutz

Fridays for Future Siegen: Aktivisten fordern Klimanotstand

300 Teilnehmer beim globalen Klimastreif in Siegen.

300 Teilnehmer beim globalen Klimastreif in Siegen.

Foto: Jana Wehmann

Siegen.   Bei der Fridays for Future-Demonstration in Siegen nehmen rund 300 Schüler teil. Das Jugendparlament der Stadt stellt sich hinter die Aktion.

Zum globalen Klimastreik rufen die Fridays for Future-Aktivisten in der ganzen Welt auf. Rund 300 Schüler und Studenten sind zur Blue Box an der Sandstraße gekommen, um zu demonstrieren. Doch neben den unzähligen Teilnehmern haben die Siegener Aktivisten einen weiteren Unterstützer an ihrer Seite: das Jugendparlament der Stadt Siegen.

Was sind die konkreten Forderungen der Siegener Aktivisten?

Auch in Siegen findet die Fridays for Future-Demo seit Monaten regelmäßig statt. Die Aktivisten und Organisatoren Samu Rynio, Max Langenbeck und Inga Barghorn wissen ganz genau, was sie von den Politikern erwarten. „Wir fordern die Stadt Siegen auf, den Klimanotstand jetzt auszurufen“, sagt der 17-jährige Samu Rynio. „Das bedeutet, bei jeder Entscheidung, die getroffen wird, soll die Stadt den Klimaschutz berücksichtigen.“

Bis Ende 2019 fordern die Aktivisten die Politiker auf, eine Treibhaussteuer einzuführen. „Für jede Tonne CO2, die man durch Flüge oder Ähnliches verbraucht, soll man einen gewissen Steuerbetrag zahlen, der anschließend in den Klimaschutz fließt“, sagt Samu Rynio. Diese Steuer soll bei 180 Euro pro Tonne CO2 liegen. Zudem soll bis Ende 2019 ein Viertel der Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. „Und die erneuerbaren Energien um 20 Prozent gesteigert werden“, sagt der 17-Jährige.

Welche Bedeutung hat das Jugendparlament für die Demo?

Dass sich das Jugendparlament solidarisch hinter die Aktion stellt, sei für die Aktivisten besonders wichtig. „Es ist ein schönes Gefühl, dass uns immer mehr Leute unterstützen. Das hilft uns viel weiter“, sagt Max Langenbeck.

Samu Rynio ist seit 2016 ein Teil des Jugendparlaments der Stadt Siegen. Fridays for Future und das Jugendparlament würden dieselben Ziele verfolgen, so der Aktivist. „Das Jugendparlament spiegelt die Interessen der Jugendlichen wider. Dadurch kann ich mich mit Politikern an einen Tisch setzen und mit Herrn Mues besprechen, was unsere Ziele sind und wie wir diese umsetzen“, erklärt Samu Rynio.

Wieso findet die Demonstration kurz vor der Europawahl statt?

„Das Datum wurde bewusst so ausgesucht, damit wir noch mal auf den Klimaschutz aufmerksam machen können“, sagt Max Langenbeck. „Denn im Endeffekt ist die Europawahl auch eine Klimawahl.“ Samu Rynio ergänzt: „Bei der Wahl sollte jeder darauf achten, welche Partei sich wie für den Klimaschutz einsetzt.“

Was kann jeder Einzelne im Alltag für den Klimaschutz tun?

Neben der Teilnahme an der Fridays for Future-Demonstration seien es im Alltag kleine Änderungen, die viel bewirken. „Mit der veganen Ernährung kann man schon viel bewirken“, sagt Samu Rynio. Es genüge auch schon, einfach nur weniger Fleisch zu essen, das sei ein ebenso wichtiger Schritt.

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