Wissenschaft

Forschung: Wie digitale Technik älteren Menschen helfen kann

WissenschaftlerInnen der Uni Siegen mit Partnerinnen und Partnern der TU Dortmund, aus Finnland (Universität Joensuu), Italien (INRCA Institut, Ancona) und Österreich (Universität Wien). Prof. Claudia Müller (4. von rechts) und Jutta Jung-Henrich (4. von links) vertreten die Universität Siegen.

Foto: Uni

WissenschaftlerInnen der Uni Siegen mit Partnerinnen und Partnern der TU Dortmund, aus Finnland (Universität Joensuu), Italien (INRCA Institut, Ancona) und Österreich (Universität Wien). Prof. Claudia Müller (4. von rechts) und Jutta Jung-Henrich (4. von links) vertreten die Universität Siegen. Foto: Uni

Siegen.   Wissenschaftler der Universität Siegen erforschen mit einem internationalen Team, wie Senioren digitale Technik näher gebracht werden kann.

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Das neue Forschungsprojekt „ACCESS“ der Universität Siegen beschäftigt sich mit innovativen Möglichkeiten, digitale Kompetenzen älterer Menschen zu fördern. Die Wissenschaftler erforschen neue Formen des lebenslangen Lernens in Bezug auf Techniknutzung, die in das nahe soziale Umfeld eingebettet werden sollen.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Claudia Müller ist an der Uni Siegen für das Projekt verantwortlich. Sie erklärt: „Digitale Produkte können im Alter auf vielgestaltige Weise unterstützen, so kann beispielsweise WhatsApp die soziale Teilhabe und den Austausch mit Freunden und Familienmitgliedern erleichtern.“ Ein Schrittzähler auf der Uhr könne für Spaziergänge motivieren und ein „Sprachassistent spielt mir auf Ansage meine Lieblingsmusik vor“.

Barrieren abbauen

Die Wissenschaftlerin betont, dass es bereits viele Produktkategorien auf dem Markt gibt, die für ältere Menschen interessant sein könnten. Das Problem: „Vielen Menschen fehlen Zugänge zu den Produkten, es fehlen Räume, darüber zu sprechen, zu hören, welche Erfahrungen andere bisher gemacht haben“. Oft wüssten Senioren auch nicht, wen sie fragen könnten, sagt Müller.

An dieser Stelle setzte das Forschungsprojekt „ACCESS“ an. Die Forscher der Uni Siegen arbeiten für das Projekt mit dem Institut für Gerontologie der TU Dortmund sowie internationalen Partnern aus Finnland, Italien, Österreich und Japan zusammen. Das Bundesbildungsministerium fördert „ACCESS“ mit knapp 1,3 Millionen Euro bis März 2021.

Projektmitarbeiterin Jutta Jung-Henrich erklärt: „Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, diese Barrieren zu verringern, die zwischen marktgängigen Produkten einerseits und den Interessen und Bedarfen älterer Bürger andererseits bestehen.“

Technikhelfer beantworten Fragen rund ums Handy

Ziel des Projektes ist, neue Erkenntnisse zu gewinnen, wie technikunerfahrene ältere Menschen durch Schaffung von adäquaten Lernangeboten erreicht werden können. Über verschiedene Beratungs- und Unterstützungsdienste, die als Multiplikatoren dienen können, wird versucht, ältere Menschen zu erreichen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

An der Universität Siegen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe „IT für die alternde Gesellschaft“ speziell mit beteiligungsorientierter Gestaltung im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion. Aus einer sozio-informatischen Perspektive wird erforscht, wie technische Innovationen nachhaltig in die Lebenswelt älterer Menschen eingebracht werden können. Zusammen mit den älteren Menschen werden technische Designideen entwickelt , die auf die Bedarfe der Zielgruppe zugeschnitten sind.

In Workshops und in einer individuellen Betreuung helfen die Forscher den älteren Menschen die Technik anzueignen. Die Forscher möchten herausfinden, wie die Lernbedarfe Älterer beim Zugang zu digitaler Technik sind. Die Forscher möchten Ideen für eine Steigerung der Lernförderlichkeit von Produkten entwickeln. Zum Beispiel könnte es neben der Hausnotrufzentrale eine „Technik-Helfer-Zentrale“ geben, an die sich Senioren bei Fragen rund um das Tablet wenden könnten.

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