Kirche

Festgottesdienst in Netphen unter freiem Himmel

Zahlreiche Gläubige waren zum 150-jährigen Weihetag zum Festgottesdienst zur Kreuzkapelle gekommen.

Zahlreiche Gläubige waren zum 150-jährigen Weihetag zum Festgottesdienst zur Kreuzkapelle gekommen.

Foto: Jürgen Schade

Netphen.  Die Kirchengemeinde feiert den Weihetage der Kreuzkapelle. Bei der Feier zum 150-jährigen Jubiläum erinnern die Pfarrer an den schwierigen Bau.

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Mit einem Festgottesdienst feierte am Freitagabend die katholische Kirchengemeinde Netphen den Weihetag der Kreuzkapelle, der sich zum 150. Mal jährte. Zahlreiche Gläubige hatten den Weg oberhalb des Friedhofes an der Wiedichstraße genommen, um den Gottesdienst im Schatten alter Bäume sowie der Kreuzkapelle zu begehen.

Pfarrer Werner Wegener, Vikar Raphael Steden, der am vergangenen Wochenende aus der Kirchengemeinde verabschiedet wurde, sowie der neue Vikar Patrick Kaesberg gestalteten gemeinsam den Festgottesdienst. „Seit 150 Jahren wurden hier unzählige Gottesdienste und Hochzeiten gefeiert. Aber auch Stille und Einkehr haben die Menschen hier gefunden. Die Kirche ist immer mit Leben gefüllt. Sie ist ein Mittelpunkt von Netphen, ein Ort des Friedens mit Gott“, sagte Pfarrer Wegener in seiner Predigt. Musikalisch gestaltete der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen den Gottesdienst in der Natur mit.

Glockenaufhängung kaputt

„Wir alle sind der Bau Gottes und wir brauchen auch heute die Kirche, wie die Menschen vor 150 Jahren. Doch nicht nur der Zahn der Zeit nagt an der Kreuzkapelle, die vor 150 Jahren durch den Paderborner Bischof Conrad Martin am 24. August 1869 hier auf dem Kreuzberg geweiht wurde. Seit einiger Zeit ist die Glocke der Kreuzkapelle verstummt, denn die Glockenaufhängung hat einen Riss“, so Pfarrer Werner Wegener.

Werner Wegener kritisierte auch die Sachbeschädigungen und die Graffitischmierereien, die in jüngster Zeit immer wieder hier vorgekommen seien. „Fachfirmen werden sich in den nächsten Tagen darum kümmern“, so Wegener.

Zwei Jahre Bauzeit

Die Kapelle auf dem Netphener Kreuzberg steht auf einem Plateau auf dem Bergrücken zwischen dem Tal der Netphe und dem Obernautal. Zwei Jahre lang hat es damals gedauert, das Gebäude zu errichten. So erfolgte am 24. August 1869 die Weihe (Konsekration) des neu erbauten Gotteshauses durch Bischof Konrad Martin, der extra aus Paderborn nach Netphen angereist war. Die Grundsteinlegung erfolgte am 29. Juni des gleichen Jahres.

1866 bildete der Kirchenvorstand einen Ausschuss, der zunächst beauftragt wurde, eine Planung zu erstellen für den Bau eines Kreuzweges. Favorisiert wurden die Überlegungen von den beiden örtlichen Geistlichen Pfarrer Anton Vogel und Kaplan Kaspar Alexander Vollmer. Der bekannte Bergpfad, der nun unter dem Begriff „der alte Kreuzweg“ bekannt ist, erfuhr am 7. April 1867 seine Segnung (Benedizierung).

Glocke ist Spende von Familie

Drei Jahre und drei Monate später spendete Papst Pius IX eine Partikel vom Kreuz Christi, die in einer feierlichen Prozession zur Kapelle gebracht wurde. Inzwischen wird diese Reliquie in der am 11. November 1895 in Dienst gestellten katholischen Martinikirche aufbewahrt. Die Rohbauarbeiten der Kreuzkapelle führte der in Brilon ansässige Steinmetzmeister Neck aus, der dafür 183 Thaler der Kirchengemeinde in Rechnung stellte. Die Kapellenglocke soll 1869 von einer Familie Weber aus Eckmannshausen gestiftet worden sein.

Heftige Kämpfe tobten in der Osterwoche des Jahres 1945 am Kreuzberg. Vom 30. März bis zum 5. April wechselten auf dem Kreuzberg mehrfach die Besatzer. Der amerikanischen Übermacht mussten die deutschen Verteidiger nach einigen Tagen weichen. Am 9. Mai 1945 kam es zur Kapitulation der Deutschen Wehrmacht.

Im Jahre 1972 wurde der neue Kreuzweg geweiht, der mit der alten, ehemaligen Strecke identisch ist. So führt der neue Kreuzweg zur Kreuzkapelle nach rechts, ebenfalls den Berg hinauf, und dort, wo alter und neuer Kreuzweg einander berühren, trägt das Holzkreuz die Aufschrift „Christus gestern, heute und in Ewigkeit“.

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