Siegener Fest der Begegnung

Fest der Begegnung in Weidenau: Barrieren überwinden

Beim 23. Tag der Begegnung auf dem Weidenauer Bismarckplatz gibt es nicht nur viel auszuprobieren, sondern auch einiges zu sehen. Immer ein beliebter Mittelpunkt: Stelzenläufer Micha.

Beim 23. Tag der Begegnung auf dem Weidenauer Bismarckplatz gibt es nicht nur viel auszuprobieren, sondern auch einiges zu sehen. Immer ein beliebter Mittelpunkt: Stelzenläufer Micha.

Foto: Michael Kunz

Weidenau.  Informationen und Unterhaltung bringen Menschen mit und ohne Handicap zusammen. Landrat schlägt vor, den Aktionstag ins Zentrum zurückzuholen.

Gemeinsam und ohne Barrieren feiern, das ist das übergreifende Motto am Samstag auf dem Bismarckplatz in Weidenau, wo zum 23. Mal der „Tag der Begegnung“ begangen wird. Wie aus den Vorjahren gewohnt, warten Infostände, Musikangebote und andere Unterhaltungspunkte auf die Besucher.

Es könnten mehr Gäste sein, auch noch weitere Vereine und Gruppen als die jetzt beteiligten 25, findet stellvertretender Bürgermeister Jens Kamieth. Wichtig für sei die grundsätzliche Idee, Inklusion zu leben, die Möglichkeit, Hindernisse zu überwinden und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dafür gebe es spannende und interessante Angebote, die etwa die Kletterwand des Alpenvereins, wo sich durchaus auch Menschen mit einer Einschränkung einmal versuchen könnten.

Kamieth dankt den beiden Siegener Behindertenbeauftragten Regina Weinert und Rainer Damerius für ihre Arbeit, lobt vor allem letzteren für seinen jahrelangen und unermüdlichen Einsatz. Ein „echtes Urgestein“ sei Damerius, seit dem ersten Fest dieser Art dabei und vor allem auch ein verlässlicher Ansprechpartner. Er habe ihn oft um Rat gefragt, was zu beachten sei bei Gruppen, mit denen er vorher noch keinen Kontakt hatte, betont Jens Kamieth.

Singen, schießen, klettern

„Einfach machen und auf die Menschen zugehen“, das sei das richtige Mittel, hat der Politiker im Laufe der Jahre gelernt und unterstreicht die Bemühungen der Stadt Siegen, möglichst viel an Barrierefreiheit zu schaffen. „Wir können da aber auch immer noch besser werden“, fügt er an und nimmt die Anwesenden in die Pflicht. Wenn es irgendwo Probleme oder eben Barrieren gebe, müsse dies die Verwaltung vor allem auch erreichen: „Rufen Sie die Behindertenbeauftragten an oder beim Bauamt oder sonst in der Verwaltung!“ Dass seine Rede simultan von Angela Brunner in Gebärdensprache übersetzt werde, „sollte eigentlich längst ein ganz normaler Vorgang bei vielen anderen Anlässen sein“, stellt Jens Kamieth fest und weiß, dass da immer noch viel zu tun sei.

Er habe ja gewöhnlich viel über das Rathaus zu schimpfen, lächelt Rainer Damerius, in diesem Fall könne er das Gesagte aber bestätigen. Jens Kamieth habe tatsächlich immer wieder angerufen und ihn um Hilfe gebeten: „Das ist doch schön, wenn jemand tatsächlich mitdenkt.“ Damerius übergibt das Wort an Landrat Andreas Müller, der erst sehr kurzfristig eine Einladung bekommen hat und dafür eine Stunde später zu seinen Großeltern fährt, die „heute ihre Gnadenhochzeit feiern“. Dafür gibt es Applaus und auch für die Anregung Müllers, das Fest doch nach Abschluss der Arbeiten an den „neuen Ufern“ wieder zurück ins Zentrum zu verlegen. Während der Bismarckplatz doch eher gezielt angesteuert werde, sei es mitten in Siegen aus seiner Sicht leichter, mehr Passanten anzusprechen und zu interessieren.

Auf der Bühne sind unter anderem das Akkordeonorchester Ferndorftal/Wilden und der Chor SiWi Vokal zu hören. Nicht fehlen dürfen der Kehlkopflosenchor und die „Zwergknappen“, die Tanzgruppen der Arbeiterwohlfahrt und die bewährten Trommler des Sozialwerks St. Georg. Und „Katrin und die Quietschboys“ sind ebenfalls wieder dabei. Ihre Zielfertigkeit können Besucher am Laser-Schießstand der „Sportschützen Hengsbach & Almer 1951“ testen.

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