Regionalverkehr

Fast jeder vierte Rhein-Sieg-Express hat Verspätung

Kommen oft zu spät, fahren aber überwiegend pünktlich los: Von den Fahrten der RE 9 hängt an den Bahnhöfen im Rheinland in Sachen Anschlüsse einiges ab.

Kommen oft zu spät, fahren aber überwiegend pünktlich los: Von den Fahrten der RE 9 hängt an den Bahnhöfen im Rheinland in Sachen Anschlüsse einiges ab.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen-Wittgenstein.   RE 9 ist nach wie vor das Sorgenkind in Sachen Zugausfälle und Unpünktlichkeit. An den schlechten Werten ist nicht nur Sturm Friederike schuld.

Der Rhein-Sieg-Express zwischen Siegen und Aachen ist in Sachen Pünktlichkeit und Zugausfälle nach wie vor das Sorgenkind des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS). Die Werte für das Jahr 2018 wurden zwar auch durch das Sturmtief Friederike verhagelt, aber auch im Jahr 2019 sind die Werte noch nicht zufriedenstellend.

Der RE 9

2,71 Prozent der Züge im Jahr 2018 fielen aus, nur 77,4 Prozent waren pünktlich. 2019 fielen noch 1,42 Prozent aus, 78,5 Prozent waren kamen rechtzeitig in Siegen an (die Toleranz beträgt drei Minuten). „Die Qualität ist hier nicht gestiegen“, so Markus Stirnberg, stellvertretender Geschäftsführer des ZWS. 2018 seien die Werte noch schlechter geworden, nicht nur sturmbedingt. Alles was über einem Prozent der Zugausfälle liege könne kein Dauerzustand sein. Die schlechten Werte im Januar 2019 seien auf Probleme bei den Fahrzeugen der DB und mit der Infrastruktur zurückzuführen.

„Die roten Stränge auf der RE9 sind wir langsam leid“, kritisiert auch Michael Plügge (SPD), Mitglied der ZWS-Verbandsversammlung. Es müsse Druck ausgeübt werden, dass Siegen „nicht zu 25 Prozent abgehängt wird“, fordert er – wenn jeder vierte Zug auf der Strecke Verspätung habe, sei es schwierig, wichtige Anschlussverbindungen im Rheinland zu erreichen.

In Köln liege die Ankunftspünktlichkeit des RE9 allerdings bei über 80 Prozent, erklärt dazu Markus Stirnberg – pünktliche Abfahrten in Siegen seien weniger das Problem, denn davon, dass der Zug hier pünktlich losfährt, hänge in Köln einiges ab. Fahrgästen, die in der umgekehrten Richtung unterwegs seien und beispielsweise nach Frankfurt weiterreisen wollten, helfe dies allerdings wenig weiter.

„Wir agieren hier mit einem Monopolisten“, sagt dazu ZWS-Geschäftsführer Günter Padt; man kämpfe immer noch mit den Nachwirkungen eines geplanten Börsengangs – in diesem Zuge zurückgebaute Weichen und Ausweichgleise machten sich nach wie vor bemerkbar.

Die Ruhr-Sieg-Strecke

Auch auf der Ruhr-Sieg-Strecke (RB 91/RE 16) habe es vergangenes Jahr Probleme gegeben, weil Abellio Schwierigkeiten mit der Fahrzeugbereitstellung gehabt habe, „die haben nur eine enge Reserve“, so Stirnberg. 2018 fielen beim Ruhr-Sieg-Express 1,33 Prozent der Fahrten aus, 89,2 Prozent waren pünktlich. Bei der Ruhr-Sieg-Bahn waren es 1,34 Prozent Ausfälle und 90,4 Prozent pünktlich.

Die ersten Werte aus 2019 zeigen in Teilen wieder eine Verbesserung: im Januar fielen 2,55 Prozent der Züge auf der RE 16 aus, 91,5 Prozent kamen pünktlich. Ähnlich sieht es bei der RE 9 aus: 2,55 Prozent fielen aus und 93,1 Prozent fuhren pünktlich ab.

Die Rothaar-Bahn

2018 fielen 1,33 Prozent der RB 93 aus, 82,6 Prozent waren unpünktlich. Das hat sich 2019 gebessert: Nur noch 0,48 Prozent der Fahrten fanden nicht statt. 84, 9 Prozent waren pünktlich. Ähnliche Werte hat die Kurhessenbahn von Erndtebrück nach Marburg (RB 94).

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