Dauerbaustelle

Eichen: Dauerbaustelle beginnt im Oktober – Lärm bis 2021

Die Großbaustelle Eichen in Richtung Obergrabenbrücke ist vom Eichener Hamer bestens zu sehen.

Die Großbaustelle Eichen in Richtung Obergrabenbrücke ist vom Eichener Hamer bestens zu sehen.

Foto: Michael Kunz

Eichen.  Dauerlärm ab Oktober in Eichen. Und zwar für mehr als zwei Jahre. Die Dauerbaustelle soll voraussichtlich im November 2021 fertiggestellt sein.

Der Landesbetrieb Straßen NRW hat entschieden. Bei der Infoveranstaltung am vergangenen Dienstagabend gab es viel Diskussionspotenzial zwischen den Besuchern und Vertretern des Landesbetriebs. Grund dafür: Dauerbaustelle bis 2021, reichlich Lärm und keine Chance, der Umleitung über die Eichener Straße – und damit den Anwohnern – bis dahin eine Ruhepause zu gönnen. Trotz allem bleibt es sachlich. Die Vertreter verdeutlichen den Besuchern, dass die Maßnahme unumgänglich ist und die Problematik der Betroffenen erkannt wurde. Projektleiter Winfried Behle betont, dass an den Belastungen nicht viel geändert werden kann. Allerdings stehen seine Kollegen und er selbst für Gesprächstermine zur Verfügung.

Fertigstellung in zwei Jahren

An der Obergrabenbrücke wird bereits seit Mai gebaut und erst im Frühjahr dieses Jahres wurden die Bauarbeiten an der Littfebrücke fertig. Im Oktober starten die Bauarbeiten der neuen Dauerbaustelle und sollen voraussichtlich im November 2021 abgeschlossen sein. Insbesondere das Bauwerk, das die Schienenstrecke von Hagen nach Siegen überspannt, nimmt die größte Zeit in Anspruch. https://www.waz.de/region/sauer-und-siegerland/siegerland-das-sind-die-geplanten-baustellen-fuer-2019-id216287051.html

Im Gegensatz zum jetzigen Zustand der B517 sind breitere Grundrisse geplant, mit reichlich Raum für Fußgänger und Radwege. Der Durchgang unter der Hankerbachbrücke wird breiter, der Bach selbst wieder freigelegt. Die lichte Höhe der DB-Brücke ist beim Neubau deutlich großzügiger geplant. Dabei werde auch der meiste Lärm entstehen, sagt Ulrich Seibel vom Landesbetrieb Straßen NRW. Allgemein könne ein solches Projekt nun einmal nicht ohne Emissionen umgesetzt werden, bedauert er. Mobile Lärmschutzwände, nach denen ein Anwohner fragt, seien im Gespräch, ergänzt Seibel. Allerdings fehlt es am nötigen Platz, der höchstens durch die umfangreiche Inanspruchnahme von Privatgrund erreichbar wäre.

Lärmschonende Verfahren

Ulrich Seibel garantiert außerdem individuelle Lärminformationen für jeden Anlieger und verspricht zudem, möglichst schonende Verfahren einzusetzen. Etwa Bohrer, die gleichzeitig auf beiden Straßenseiten aktiv sind, um die Zeit zu verkürzen. „Zwei Bohrer bedeuten nicht den doppelten Lärm“, stellt der Sprecher trocken fest.

Zu Beginn hat Winfried Behle die Hintergründe in Erinnerung gerufen. Angesichts der auf längere Sicht bestehenden Brückenprobleme auf der Autobahn 45 ist im Düsseldorfer Verkehrsministerium 2014 die „Schwerlastroute Südwestfalen“ zu den Binnenhäfen Duisburg und Gelsenkirchen festgelegt worden, um den zahlreichen Unternehmen der Region eine Alternative für ihre zahlreichen Schwerlasttransporte zu eröffnen. Auch hier ist es aber unumgänglich, umfangreich Straßen und vor allem Brücken für diese Aufgabe „fit“ zu machen, wie hier in Eichen.

Klagen wegen Geschwindigkeit

Behle verspricht den Anwesenden, Klagen wegen regelmäßiger Geschwindigkeitsüberschreitungen an das Ordnungsamt in Kreuztal weiterzugeben. Denn auf der ausgeschilderten Umleitungsstrecke herrscht Tempolimit 30 km/h. Winfried Behle betont weiter, dass noch einmal mit ThyssenKrupp über eine bessere Ausschilderung gesprochen werden soll. Grund dafür: Viele auswärtige Lieferanten landen in den Wohngebieten. „Deshalb sitzen wir auch heute hier, um solche Informationen zu bekommen“, unterstreicht er. Auf den Vorschlag des Fraktionschefs der Grünen im Rat, Dieter Gebauer, die Bürger im Abstand von drei oder sechs Monaten zum Essen einzuladen, reagiert er mit einem Lächeln und der Entgegnung, darüber nachzudenken.

Eingriff in die Natur

Ein Thema, das die Menschen auch sehr interessiert, dreht sich um den durch die Baustellen hervorgerufenen Eingriff in die Natur. „Natürlich werden Bäume fallen“, sagt Planer Ralf Langenhagen mit Bedauern. Betroffen seien da vor allem einige Nadelbäume, die verschwinden müssten, damit die Arbeiter an die Widerlager der DB-Brücke kommen. Ausdrücklich verschont werden aber zwei Laubbäume am Ausgang der Hankerbachbrücke, wo sich aktuell noch ein Durchgang befindet.

Die Straßenbauer versprechen, dass zum Ausgleich reichlich neue Bäume gepflanzt werden sollen. „Und das nicht nur für die Bilanz, sondern auch aus städtebaulichen Aspekten, soweit wir Platz und Grund dafür haben“, erklären sie und fordern die Anwesenden auf, sich selbst Gedanken zu machen, wo Anpflanzungen hinpassen könnten.

Keine Ampel am Hamer

Eine ursprünglich angedachte Ampel am Hamer soll es zunächst nicht geben. Die Verkehrsinseln der neugebauten Straße sollen den Fußgängern die Überquerung erleichtern. Allerdings wurden schon Lehrrohre verlegt, um bei einer Änderung der Verhältnisse nachrüsten zu können, sagt Ralf Langenhagen.

Rund zwölf Millionen Euro werden insgesamt verbaut. „Für 900 Meter“, stellt eine Frau mit leichtem Kopfschütteln fest.

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