Großeinsatz

Durchsuchungen und Festnahmen bei Hundezüchtern in Kreuztal

Polizisten sperren das Haus im Kreuztaler Stadtteil Buschhütten ab. Rund 60 Beamte sind im Einsatz.

Polizisten sperren das Haus im Kreuztaler Stadtteil Buschhütten ab. Rund 60 Beamte sind im Einsatz.

Foto: Nils Balke

Kreuztal-Buschhütten.   Jahrelang soll ein Ehepaar aus Kreuztal Welpen aus Polen als Rassehunde verkauft haben. Eine Tierärztin soll Impfbescheinigungen gefälscht haben.

Die Polizei hat bei einem Großeinsatz am Mittwochmorgen im Kreuztaler Stadtteil Buschhütten drei Personen wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs beim Handel mit Hunden festgenommen.

Rund 60 Einsatzkräfte – darunter Beamte der Polizei Hagen und Siegen – rückten um 10 Uhr in dem Gewerbegebiet an der Setzer Straße an, durchsuchte das Anwesen und nahm den 65-jährigen vermeintlichen Hundezüchter, seine 52 Jahre alte Ehefrau sowie die 22-jährige Tochter fest. Auf dem Gelände wurden neben lebenden Tieren nach Auskunft der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Hagen auch mehrere verendete Tiere gefunden.

Dem Paar und seinen Helfern werde vorgeworfen, Hundewelpen in Polen für 80 bis 100 Euro gekauft und dann für 1000 Euro als eigene Zucht weiterverkauft zu haben, sagte der Behördensprecher. Wie viele Kunden mit den zum Teil kranken Hunden betrogen wurden, sei noch unklar.

Tierärztin soll Impfpapiere gefälscht haben

Im Rahmen der Aktion sei auch ein Haftbefehl gegen eine 48 Jahre alte Tierärztin aus Hessen vollstreckt worden. Sie soll Impfpapiere gefälscht haben, wie auch andere Medien zuvor berichteten. Eine 25-jährige Helferin der Hundezüchter sei noch flüchtig, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Zeitgleich zu der Aktion im Siegerland sei auch ein Hundezuchtbetrieb in Bayern durchsucht worden. Es gebe noch eine Reihe weiterer Beschuldigter im ganzen Bundesgebiet, sagte der Sprecher.

Tierschutzorganisation warnt

Die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch hatte bereits mehrfach vor mutmaßlichen Missständen in dem Betrieb gewarnt. Bei dem Einsatz am Mittwoch war die internationale Tierschutzstiftung Vier Pfoten dabei.

„Die Hunde führen hier ein armseliges Leben“, sagte Birgitt Thiesmann, eine Expertin für illegalen Welpenhandel. Bei Vier Pfoten hätten sich wiederholt Personen gemeldet, die bei dem Betrieb in Kreuztal Hunde gekauft hätten, die später erkrankt oder gestorben seien. „Das Internet ist die Drehscheibe für den illegalen Handel“, sagte Thiesmann. (nb/mit dpa)

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