Jubiläum

DRK-Kinderklinik in Siegen feiert 100-jähriges Bestehen

Der Klinikkomplex auf dem Wellersberg wurde im Laufe der 100-jährigen Geschichte immer größer – und verlagerte sich weiter Richtung Gipfel.

Der Klinikkomplex auf dem Wellersberg wurde im Laufe der 100-jährigen Geschichte immer größer – und verlagerte sich weiter Richtung Gipfel.

Foto: DRK-Kinderklinik

Siegen.   Mit einer Kinderkrippe an der Grabenstraße fing es 1918 an. Heute ist die DRK-Kinderklinik ein großes Gesundheitszentrum auf dem Wellersberg.

Mit einer Kinderkrippe fing es vor 100 Jahren an, heute ist es ein Gesundheitszentrum mit 800 Mitarbeitern, jährlich 6200 Patienten stationär und 56 000 ambulant: Die DRK-Kinderklinik feiert 100-jähriges Bestehen.

1918: Die Ortsgruppe Siegen des „Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz“ gründet am 15. Juni in der Grabenstraße eine Kinderkrippe – „die Keimzelle der heutigen DRK-Kinderklinik“, wie es in einer Mitteilung heißt. Zunächst betreuen praktische Ärzte die Patienten.

1925: Im Mai erfolgt die staatliche Anerkennung als „Krankenanstalt für Säuglinge und Kleinkinder“. Schon nach kurzer Zeit werden die Räumlichkeiten in der Altstadt zu klein.

1934: Das neugebaute Kinderkrankenhaus am Wellersberg nimmt am 4. Juli den Betrieb auf – die Entscheidung für den Neubau war 1932 gefallen. Das für 38 Patienten eingerichtete Gebäude erweist sich aber relativ schnell ebenfalls als zu klein.

1955: Ein erster Erweiterungsbau mit drei neuen Stationen und 110 Betten ist fertig. Das Krankenhaus wächst weiter: Erweiterungsbau Nummer 2 folgt 1965, Nummer 3 schon 1968. Insgesamt liegt die Kapazität nun bei 163 Patienten.

1973: Um eine fachärztliche Betreuung der Kinder und Jugendlichen in der Region sicherzustellen, eröffnet am 1. Mai das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) als eines der ersten in Nordrhein-Westfalen. Im stationären Bereich kommt im November die neue kinderchirurgische und kinderurologische Abteilung hinzu.

1974/75: Die hauptamtliche Anästhesie- und Intensivabteilung, geht im Januar 1974 an den Start, im Juli 1975 nimmt die neuropädiatrische Abteilung ihre Arbeit auf. Damit war die Siegener Kinderklinik nach mehr als 50 Jahren zu einem Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche mit 163 Betten gereift.

1981: Die neue Intensivstation geht in Betrieb. Im März übernimmt die DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH die Trägerschaft, die bisher der DRK-Frauenverein Siegen inne hatte. Letzter ist nun einer der Gesellschafter – neben dem DRK-Kreisverband Siegerland und DRK- Landesverband Westfalen-Lippe.

1995: Ein Perinatalzentrum Level 1 schafft die „Voraussetzung für eine intensivmedizinische Versorgung von Früh- und kranken Neugeborenen auf höchstem Level“, schreibt die Kinderklinik. Das PNZ versorgt jährlich mehr 650 Patienten.

2003: Im Juli findet der Spatenstich für das bis dahin umfangreichste Bauprojekt der Kinderklinik statt. In den Jahren zuvor war nach dem Abzug der belgischen Streitkräfte aus Siegen der Kauf von Grundstücken in unmittelbarer Nähe möglich.

2005: Die Kinderinsel, eine Intensivstation mit Wohncharakter für dauerhaft beatmete Kinder und Jugendliche, steht in den modernen neuen Gebäuden ab Juni zur Verfügung, ebenso die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und – nach dem Umzug – das SPZ. Der Haupteingang zieht ebenfalls um und ist nun im Gebäudeteil weiter oben am Berg.

2006: Anfang des Jahres, nach Abschluss der Umbauarbeiten im Altbau, tritt eine neu organisierte Stationsstruktur in Kraft. Die Kinder und Jugendlichen werden seitdem überwiegend nach ihrem Alter medizinisch, pflegerisch und therapeutisch interdisziplinär versorgt.

2012: Die Kinderklinik gerät nach eigenen Angaben „als Folge des DRG-Entlohnungssystems“ in finanzielle Schwierigkeiten (DRG = Diagnosis Related Groups/Fallpauschalen). Dank Unterstützung durch den DRK Landesverband Westfalen-Lippe – der in diesem Jahr Hauptgesellschafter wird –, das Siegener Kreisklinikum sowie durch umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen kann das Haus die Krise überwinden.

2014: Wegen eines Wasserschadens Ende des Jahres müssen die OP-Säle vorübergehend geschlossen werden. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr aus Rennerod errichtet als Übergangslösung im folgenden Frühling drei mobile OP-Säle vor der Kinderinsel, bevor im Herbst 2015 drei neue, moderne OP-Säle in Betrieb gehen.

2017: Auf dem Gelände beginnen im Frühjahr die Bauarbeiten zum Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe Südwestfalen. Ab 2019 werden dort mehr als 350 Auszubildende des Kreisklinikums, des St.-Marien-Krankenhauses und der DRK-Kinderklinik unterrichtet. Ende 2017 hat die Kinderklinik zudem ihre aktive Beteiligung an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen im Rahmen eines Vertrages beurkundet.

  • Die Lokalredaktion Siegen ist auch auf Facebook

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben