Tag der offenen Tür

Das Haus Bethel will Siegener mit Handicap unterstützen

Patrick Beci und Anja Hillebran im Haus Bethel

Foto: Fabiana Regino

Patrick Beci und Anja Hillebran im Haus Bethel Foto: Fabiana Regino

Siegen.   Ein Ort mit Raum für Gemeinschaftserfahrungen und Selbstständigkeit. Das ist die Vision für die neue Einrichtung in der Marienborner Straße.

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Sich in den eigenen vier Wänden zu Hause fühlen, alltägliche Besorgungen erledigen und sich anschließend sein Lieblingsgericht in der Küche zubereiten, das ist für viele Menschen selbstverständlich. Für Menschen mit Handicap können solche scheinbar banalen Dinge Herausforderungen mit sich bringen. Um Betroffene in ihrem Alltag unterstützen zu können, hat Diakonieträger „Bethel regional“ in den vergangenen 14 Monaten eine Einrichtung in der Marienborner Straße geschaffen.

Zum Tag der offenen Tür begrüßte Anja Hillenbrand, Regionalleiterin der Region Ruhr/Südwestfalen, die Führungsetage der Stiftung, Bürgermeister Steffen Mues und Landrat Andreas Müller. Zahlreiche Interessenten und zukünftige Bewohner kamen zur Marienborner Straße, um den Neubau zu besichtigen.

Die Einrichtung

Das Haus Bethel bietet mit 18 Einzelzimmern mit eigenem Bad und sechs Apartments Wohnraum für insgesamt 24 Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen. Aufgeteilt werden die Bewohner dabei in vier Wohngruppen, die sich auf Erd- und Obergeschoss verteilen. Auf jeder Etage befinden sich jeweils zwei Küchen.

Auffällig sind die großen Fenster, die in Kombination mit dem beheizbaren Fußboden in Holzoptik für helle, einladende Atmosphäre sorgen. Die Badezimmer sind dunkel gefliest, die Sanitäranlagen barrierefrei erreichbar. Auf die moderne Optik der Räumlichkeiten ist Bereichsleiter Patrick Beci besonders stolz: „Das hat einfach nicht diesen typischen Wohnheim-Charakter, den man kennt, sondern wirkt so sehr zeitgemäß und einladend.“

Der Entstehungsprozess

Angefangen hatten die Bauarbeiten für das Haus im Januar 2017. Bevor allerdings der Grundstein gelegt werden konnte, mussten die alten Gebäude auf dem Grundstück abgerissen werden. So wurde Platz geschaffen für den 1405 Quadratmeter großen Neubau. Insgesamt hat „Bethel regional“ 2,7 Millionen Euro investiert. 800 000 Euro kostete allein die technische Gebäudeausstattung. Aktuell ist das Haus noch umgeben von Gerüsten, während im Inneren noch letzte Feinarbeiten zu erledigen sind. Im Mai soll es dann zu der Endabnahme des Hauses kommen.

Der Einzug

Die ersten Bewohner sollen planmäßig und nacheinander im Mai einziehen. „Dabei werden wir insbesondere Wert auf eine individuelle Gestaltung der Zimmer legen“, sagt Anja Hillenbrand. Dass die Bewohner ihr neues Zuhause mitgestalten, sei dabei ganz wichtig, um den Wohlfühlcharakter zu schaffen.

Bisher sind jedoch noch nicht alle 24 Plätze vergeben. Es gebe viele Interessenten, so Hillenbrand. Wer die restlichen Plätze bekommt, stehe noch nicht fest. „Wir haben sehr lange Wartelisten. Teilweise sind die Anfragen bei uns schon vor einigen Jahren eingegangen“, so die Regionalleiterin. Voraussetzung für einen Einzug ist ein Mindestalter von 18 Jahren. Für Bewohner des Hauses Burweg in Burbach etwa bietet das Haus Bethel eine Anschlussperspektive.

Das Ziel

Das Haus Bethel will nicht nur den zukünftigen Bewohnern Unterstützung bieten, sondern eine Anlaufstelle für Menschen mit Handicap sein, die nicht in der Einrichtung leben. „Dafür soll dann der Tagesstruktur-Raum dienen“, erklärt Anja Hillenbrand. Ziel sei es, den Menschen Gemeinschaftserfahrungen zu ermöglichen, aber auch, die Selbstständigkeit der einzelnen Menschen zu fördern, um die persönlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

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