Corona-Pandemie

Corona: Siegener Landrat rät dringend zu Masken ab Klasse 5

Gymnasiasten mit Maske im Unterricht: Der Kreis appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler.

Gymnasiasten mit Maske im Unterricht: Der Kreis appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Siegen-Wittgenstein.  Zahl positiver Corona-Tests unter Schülern im Kreis steigt: Maske im Unterricht könnte Quarantäne begrenzen. Stadt Siegen schließt sich Appell an

Der Kreis Siegen-Wittgenstein empfiehlt ab sofort dringend allen Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 5 im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen: Während sich in der ersten Phase der Pandemie ab Ende Februar vor allem ältere Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten, würden aktuell auch viele Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter positiv auf das Coronavirus getestet, so Landrat Andreas Müller.

„Das hat gravierende Auswirkungen auf den regulären Schulbetrieb, aber auch auf die Arbeit des Kreisgesundheitsamtes“, stellt Müller fest. Seit die Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben wurde, sei das Kreisgesundheitsamt gezwungen, im Falle einer Infektion eines Schülers den ganzen Klassenverband in Quarantäne zu schicken.

Nur Sitznachbarn müssen bei Maskentragen in Quarantäne

Das Robert-Koch-Institut empfehle aktuell auch, Personen in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation bei bestätigten Coronainfektionen unabhängig von der individuellen Risikoermittlung unter Quarantäne zu stellen“, erläutert Dr. Christoph Grabe, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Durch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht wäre das nicht mehr nötig: Das Ansteckungsrisiko werde vermindert und es müsste nicht mehr die gesamte Klasse, sondern lediglich die Sitznachbarn im direkten Umfeld – also enge Kontaktpersonen – in Quarantäne, so Grabe. „Damit wird der reguläre Unterricht deutlich weniger beeinträchtigt als im Moment“, ergänzt Landrat Müller.

Kreisgesundheitsamt Siegen-Wittgenstein muss weniger Personen überwachen

Zugleich werde damit auch die Zahl der Personen deutlich verringert, die vom Kreisgesundheitsamt überwacht werden, was die Beschäftigten entlaste und es ihnen ermögliche, sich auf die Ermittlung von Kontaktpersonen von Infizierten zu konzentrieren.

Landrat Müller hatte am Donnerstag die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister über die Empfehlung informiert und betont, dass es sich bei diesem Appell zur Zeit nicht um eine verpflichtende Verordnung im Sinne des Infektionsschutzgesetzes handelt – sondern eben um eine sehr dringende Empfehlung. Müller appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Schulen und der Schülerschaft: „Wir haben in den letzten Wochen festgestellt, dass Dutzende Schulklassen und damit hunderte Schülerinnen und Schüler unter Quarantäne gestellt werden mussten. Durch umsichtiges Handeln, gerade unserer älteren Schülerinnen und Schüler, können wir das künftig vermeiden.“

Siegens Bürgermeister Steffen Mues: Freiwillig Masken in vielen Schulen

In einem Offenen Brief an die Schulen in Trägerschaft der Stadt Siegen appelliert Bürgermeister Steffen Mues, dringend der Empfehlung des Kreises Siegen-Wittgenstein zu folgen und ab sofort auch im Unterricht ab Jahrgangsstufe 5 wieder einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Durch das freiwillige Tragen einer Maske möchte die Stadt Siegen verhindern, dass hunderte Schülerinnen und Schüler weiterhin klassenweise in Quarantäne geschickt werden müssen.

Viele weiterführende Schulen hatten sich im Einvernehmen mit der Schulgemeinde auch nach dem 1. September darauf verständigt, freiwillig die Masken auch während des Unterrichts weiterhin zu tragen. Die Coronabetreuungsverordnung hatte nach dem 1. September 2020 keine Pflicht mehr zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen in den Unterrichtsräumen mehr vorgesehen, soweit die Schülerinnen und Schüler hier feste Sitzplätze einnehmen.

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