Gericht

Burbacher Flüchtlingsheim: Was geschah in Problemzimmern?

29 Angeklagte müssen sich nach dem "Skandal von Burbach" wegen der Misshandlung von Flüchtlingen verantworten. Mit dabei sind auch zahlreiche Verteidiger.

29 Angeklagte müssen sich nach dem "Skandal von Burbach" wegen der Misshandlung von Flüchtlingen verantworten. Mit dabei sind auch zahlreiche Verteidiger.

Foto: Ulrich Hufnagel

Siegen/Burbach.  29 Angeklagte sollen vor vier Jahren Flüchtlinge in einer Burbacher Unterkunft misshandelt haben. Was geschah in den "Problemzimmern"?

Vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Siegen hat am Donnerstagvormittag der Prozess um die Misshandlungen in der Notaufnahmeeinrichtung Burbach vor vier Jahren begonnen. Die Vorfälle in der Einrichtung sind auch als "Skandal von Burbach" bekannt.

Angeklagt sind 29 Personen zwischen 24 und 63 Jahren, die in insgesamt 54 Fällen verschiedene Straftaten gegenüber Bewohnern des Flüchtlingsheims begangen haben sollen.

Der Anklage zufolge sollen Bewohner, die gegen die Hausordnung verstoßen haben, in sogenannten Problemzimmern über mehrere Tage eingesperrt worden sein. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Dementsprechend dauerte die Verlesung der Anklageschrift fast eineinhalb Stunden.

Burbach-Prozess: Nebenklage-Anwalt Andreas Trode im Interview

Nebenklage-Anwalt Andreas Trode spricht zum Auftakt des Prozesses um die Misshandlungen in einem Flüchtlingsheim in Burbach.
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Schockierende Bilder und Videos per WhatsApp ausgetauscht

Bilder und Handy-Videos aus diesen „Problemzimmern“ schickten sich die Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma dann untereinander bei WhatsApp. Sie zeigen die Misshandlungen: Auf einem Bild presst ein Wachmann dem Flüchtling Marwan R. seinen Stiefel gegen den Kopf. Auf einem Video wälzt sich ein weiterer Flüchtling, Karim M., in seinem Erbrochenen und fleht darum, nicht mehr geschlagen zu werden.

Wegen der großen Zahl an Verfahrensbeteiligten hat das Landgericht die Verhandlung in den Hüttensaal der Siegerlandhalle in Siegen verlegt.

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